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5.0 von 5 Sternen
Celestron Skymaster 15x70 ' Unglaubliches Preis-Leistungsverhältnis, 17. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Celestron Skymaster 15x70 Fernglas (Elektronik)
Mein Exemplar stammt von Astroshop für unter 100 Euro, und wurde sofort versandt.
Aufgrund seiner Leistungsmerkmale (15x Vergrößerung und 70mm-Objektive) positioniert sich das Skymaster sowohl am oberen Rand der Nachtgläser / Jagdgläser / Gläser für Naturbeobachtung (42-63mm-Objektive mit 8-12x Vergrößerung) als auch am unteren Rand der Astronomie-Gläser (80-125mm-Objektive mit 16-40x Vergrößerung).
Die wesentlichen Daten sind im Internet nachzulesen.
Besonders interessant ist das harmonische Verhältnis zwischen der festen Vergrößerung von 15x und die großen Objektive von 70mm. Auf einer werbeträchtigen Zoom-Funktion würde zurecht verzichtet, weil diese immer zu Lasten der Qualität der Abbildung geht.
Mit Bak-4-Glas, Porro-Konstruktion, multi-coated Linsen, lebenslange Garantie und wasserbeständigkeit (d.h. aber nicht wasserdicht) sind alle konstruktive Merkmale eines guten Fernglases vorhanden. Auf teuere oder luxuriöse Ausstattung wurde offensichtlich bewüßt verzichtet um die Produktionskosten nicht unnötig zu belasten.
Kein Hinweis auf Stickstoff-Füllung oder O-Ringe-Abdichtung aber ich konnte bei Frosttemperaturen kein Beschlagen von innen feststellen und ehrlich gesagt, das Skymaster ist nicht für den Wassersport konstruiert.
Lieferumfang: Fernglas, Trageriemen, dünne, minimal gepolsterte Stofftasche, Stativadapter aus Kunsstoff und eine sog. Gebrauchsanweisung. Auf eine schwere Mittelschiene für die Befestigung an einem Stativ ist auch verzichtet worden. Das ist auch gut so, weil das Skymaster kann sehr wohl ohne Stativ sinnvoll eingesetzt werden und der Stativadapter kann jederzeit nach Bedarf eingebaut werden.
Sauber verarbeitet, sehr kleine Spaltmaße, schwarze, glatte aber griffige Gummierung. Sehr großes und griffiges Triebrad mit genug Wiederstand, Einstellung des Pupillenabstands etwas schwergängig, aber nicht vom Nachteil, sehr großzügige Dioptrieneinstellung rechts, riesige Pupillenlinsen (ca. 20mm), große, sehr weiche Okularmuscheln. Die Optik ist sehr gut kalibriert. Die Orangefarbige Schrift auf Tasche und Fernglas ist etwas schrill und Geschmacksache.
Gewicht betriebsfertig ohne Stativadapter, mit Riemen und Okular-Abdeckung: 1.350 gr (Küchenwaage).
Das Fernglas ist kopflastig aber sehr gut ohne Stativ für Naturbeobachtung anwendbar wenn es nah am Objektiv gehalten wird, das ist für ein Fernglas dieser Klasse sehr selten. Dabei ist das Fokusierrad nicht in Reichweite aber das ist unerheblich weil das Fernglas über eine sehr große und sehr angenehme Tiefenschärfe verfügt. Einmal eingestellt kann man z.B. zwischen 100 und 400 m beobachten ohne ständig nachstellen oder fokusieren zu müßen. Die Naheinstellungsgrenze liegt bei ca. 13 m.
Zum testen habe ich das Fernglas auf verschiedene Tripode aufgebaut (Eschenbach 4680, Slik SL67 (made in Japan), Victory 3010 Pro). Dabei habe ich sowohl das mitgelieferte Stativadapter als auch Adapter von Eschenbach, Nikon und Astroshop verwendet. Vorweg: Das mitgeliefertes Adapter ist absolut brauchbar und vollkommen ausreichend. Ein professioneller Stativ ist auch nicht notwendig, ein guter Stativ wie z.B. das Eschenbach 4680 für 86 Euro genügt vollkommen.
Was sofort auffällt, ist daß das Celestron Skymaster sich von 'billigen' Großferngläser vollkommen unterscheidet: Es liefert nicht nur durchgehend ein knackiges, scharfes Bild, sondern es breitet so etwas wie ein Kino-Gefühl aus. Das liegt auch an den riesigen Okularen, die ich mit 20mm nachgemessen habe, und das bei einer 15x Vergrößerung !. Das Sichtfeld ist extrem breit, die schwarzen Ränder weitestgehend und fast vollkommem nach aussen verdrängt. Nach mehrmaligen Vergleich steht für mich fest: Das Skymaster bietet ein ähnlich komfortables und großzügiges Seherlebnis wie das Steiner 20x80 LW oder das Burkhard 25x100 Bak-4 MC, die um einige hundert Euro teuerer sind. Selbst mit bequemen Premium-50mm-full-size-Ferngläser wie das Nikon 16x50 oder das Eschenbach Trophy 10x50 kann das Skymaster mithalten. Es stellt sogar das Pentax PCF in den Schatten. Bemerkenswert !
An der Justierung gibt es wirklich nicht zu meckern. Beide Röhre sind perfekt aufeinander abgestimmt, keine Spur von Doppelbilder, Reflexionen oder Farbsäume.
Aufgrund einer starken Myopie komme ich nicht mit jeden Fernglas klar, weil manche Dyoptrie-Einstellung zu knapp gemessen ist. Nicht so beim Skymaster.
Die Weichgummi-Augenmuscheln sind nicht ausfahrbar aber sehr komfortabel und ebenfalls großzügig dimensioniert. Es kommt kein störendes Licht von der Seite und Schatten von Augenlider etc. tretten gar nicht auf: Sehvergnügen pur !!! Der Augenabstand liegt bei 18mm und ich kann das Fernglas sowohl mit als auch ohne Brille ähnlich bequem benutzen.
Soviel zum Komfort.
Die Sehleistung ist m.E. tadellos.
Tagsüber, bedecktem Wetter, leichter Nebel und ebenfalls leichter Frost, kann ich eine Konservenbüchse in ca. 250 m gut erkennen, aber die Schrift nicht lesen. In gleicher Entfernung liegt eine Metallstange als Trockenständer: Die Rostflecken und sogar ein Vogeldreck sind klar und deutlich abgebildet. Am Waldrand in ca. 1.000 m Entfernung sind trotz leichter Nebel kleinste Farbunterschiede gut wahrnehmbar.
Bei dunkler Nacht, bedeckter Himmel und Sichweite von ca. 3.000 m habe ich verschiedene Referenzobjekte in Entfernungen zwischen 80 und 1.000 m mit folgenden Ergebnissen beobachtet: Laterne mit Sparlampe in 80 m Entfernung, klar und präzise Abbildung der Lichtschlange der Glühbirne und der Oberflächenstruktur der Ziegelsteine.
Dach mit Schornstein in 250 m Entfernung: Trotz vollkommener Dunkelheit, einzelze Dachpfannen und Rauch noch gut erkennbar. Waldrand in 1.000 m Entfernung : Da wo das Auge mit viel Mühe nur einen dunklen Fleck wahrnimmt offenbart das Skymaster den Waldrand mit vielen Details.
Alle Beobachtungen sind deutlich heller als mit dem bloßen Auge. Die Helligkeit entspricht in etwa die, die mit einem Eschenbach 8x56mm mit allen Schikanen (aspherische Linsen, Bak-4-Glas, Fully multicoated) erzielt wird und ist um Längen besser als mit Kompakt-Gläser von Buschnell, Minolta oder Nikon Travelite.
Astronomissche Beobachtungen konnte ich wegen des ständig bedeckten Himmel noch nicht mit dem Skymaster vornehmen.
Die Bezeichnung Bak-4 und multicoated ist also kein Werbegag oder ein Feigenblatt sondern eindeutig durch die Praxis belegt.
Ebenfalls praktisch: Die einteilige Okularabdeckung kann an dem Tragereimen befestigt werden und geht nicht nachts in die Natur verloren. Die Objektivkappen sind aus Gummi und passgenau. Die Tragetasche ist aus sehr dicht gewebten Nylon und wasserabweisend, aber wirklich minimal gepolstert. Der Trageriemen mit 8 mm Breite ist auf Dauer alles andere als bequem. Ausserdem ist er so kurz bemessen, daß der Kopf gerade noch durch paßt. Da kann man also gerne noch ein Paar Euro für sinnvolle Zubehör ausgeben, aber im Kern ist das Fernglas absolut vollwertig und darauf kommt es an.
Insgesamt ist das Skymaster ein sehr leistungsfähiges und solides Großfernglas, das auf jeden Fall sein Geld Wert ist und in seiner Klasse das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Auch im Verhältnis zum Gewicht bietet es außerordentlich viel Leistung und ist auch ohne Stativ gut brauchbar.
Mit 1.350 gr ist das Skymaster nur unwesentlich schwerer als ein normales 8x56 (1.220 gr), bietet aber deutlich mehr Leistung und Spaß. Aus diesem Grund ist es eine reelle Alternative zu guten Jagdgläser, sowohl 56mm als auch 63mm. Es deckt also eine enorme Bandbreite von Anwendungen und muß nur noch nach unten mit einem leichten Kompakt-Glas (z.B. für Bergwanderungen) oder nach oben mit einem High-end Astronomie-Fernglas oder einen Teleskop (die deutlich über 1.000 Euro kosten) abgerundet werden.
Es ist vor allem extrem komfortabel und ist mit Eigenschaften ausgestattet, die in dieser Preisklasse in diesem Umfang unübertroffen sind. Ich würde dieses Fernglas, das mehr kann als manche, die ein Vielfaches kosten, auf jeden Fall weiterempfehlen und selber nochmal ohne zögern kaufen.
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Unglaublich viel Leistung fürs Geld; muss ggf. justiert werden, 16. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Celestron Skymaster 15x70 Fernglas (Elektronik)
Ich habe dieses Fernglas von einem Amazon-Partner für unglaubliche 70 gekauft. Die Ware war als gebrauch-praktisch neu ausgezeichnet: Also ein Rücksendung. Ich rechnete damit, dass das Glas dejustiert war, dies ist ein häufiges Problem (insbesondere aus den Bewertungen aus amazon.com erkennbar). Das Glas hat Justageschrauben, deshalb habe ich es bestellt. Rücksenden wäre auch möglich gewesen.
Es war genau, wie ich erwartete: Die Verpackung war beschädigt, also ein Rückläufer. Das Glas schielte extrem.
Justieren ist einfach. Es gibt dabei zwei Fehlstellungen: 1) Die Bilder sind ungleich hoch 2) Das Glas schielt nach innen oder nach außen. 1) ist sehr stören, 2) gleicht das Auge meist aus. Ich beschreibe hier, wie man 1) wegjustiert.
Unter der Gummiabdeckung des Prismengehäuses ist auf jeder Seite eine Justierschraube: Oben, zum Okular zu, ziemlich in der Mitte. Einfach den Gummi mit einem Uhrmacherschraubenzieher anheben, er ist dort nicht geklebt. Dann setzt man das Glas auf ein Stativ (wobei der mitgelieferte Adapter nahezu unbrauchbar ist), stellt ein möglichst weit entfernte Ziel ein (Mast, Turmspitze) und stellt beide Okulare scharf. Dann blickt man aus einer kurzen Entfernung, so etwa 15 cm in die Okulare und stellt ein Detail in einem der Seiten in die Mitte. Durch diesen Blick wird das Auge davon abgehalten, sich an die schiefen Bilder anzupassen. Man sieht sehr genau, ob eines der Bilder höher ist als das andere. Das bringt man jetzt mit den Justageschrauben in Deckung. Das war`s meist.
Auf der Innenseite, zum Mitteltrieb hin befinden sich weitere Schrauben, die das Schielen ausgleichen. Das ist aber nicht so wichtig.
Jetzt zur Qualität (des justierten Glases): Ich möchte das Instrument für Astronomie benutzen, dafür ist es auch gedacht. Ein leichtes 15x70 ist das größte Glas, an dessen freihändige Benutzung man noch denken kann. Ruhige Bilder bekommt man bei dieser Vergrößerung nur durch Anwendung aller Tricks, Kopf anlehnen, Arme oder Ellbogen abstützen usw. Aber man bekommt halbwegs ruhige Bilder ohne Stativ hin, jedenfalls ich. Das Celesstron-Instrument ist unglaublich leicht, mein 20x80 wiegt fast das Doppelte. Wenn man es vorn anfasst und alle Möglichkeiten ausnutzt, kann man es freihändig wirklich benutzen. Das Instrument hat Weitwinkelokulare und zeigt nach Datenblatt 4,4° Feld. Exakt habe ich es nicht gemessen, aber so ungefähr stimmt es. Damit kann man sehr viel Himmel gleichzeitig im Blick haben, das Aufsuchen wird zum Kinderspiel.
Die Bildschärfe in der Mitte des Gesichtsfeldes ist ausreichend. Natürlich ist ein 10- oder 20-mal teureres Glas ein wenig schärfer, aber große Aberrationen konnte ich nicht feststellen. Blausäume an kontrastreichen Kanten sind gerade eben erkennbar und stören kaum. Die Streulichtunterdrückung ist vernünftig (aber nicht exquisit, da muss man in andere Preisregionen gehen).
Auch für den nicht reduzierten ein wirklich praxisgerechtes Gerät, was man überall mit hinnehmen kann. Markengläser dieser Öffnung sind so teuer, dass man ständig Angst vor Beschädigung oder Diebstahl haben müsste. Die Einschränkungen, die man dafür hinnehmen muss, sind erstaunlich gering.
Ich gebe dennoch nur vier Punkte, weil
a) man die Gläser werkseitig justieren könnte
b) der Stativadapter unbrauchbar ist. Zum Glück hat der Anschluss ein Standardgewinde, so dass man andere Fabrikate einsetzen kann. Der meines 20x80 passte z.B.
Nachtrag nach einiger Zeit Benutzung: Ich habe die Hohlräume des Stativadapters mit Zweikomponentenkleber (Epoxidharz) ausgegossen. Die Steifigkeit hat sich dadurch erheblich erhöht und er ist gut verwendbar. Ich rate zu dieser Modifikation.
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