Norwegen war bisher, was Progressive Metal oder Power Metal betrifft immer etwas übergangen worden. Jedenfalls machen die musikalischen Exporte aus Schweden und Finnland weit mehr von sich reden. Das müsste, wenn es denn doch noch so etwas wie Gerechtigkeit im Musik-Buisness gibt, sich mit dieser Scheibe ändern. Ich habe sie mir ohne grosse Erwartungen gekauft. Hab irgendwo gelesen dass die Kerle so in etwa in die selbe Kerbe schlagen wie Dream Theater. Nun gut. Gekauft, rein in die Anlage und mal abwarten. Tja, wie soll ich sagen, es hat mich fast weggeblasen. Es beginnt noch recht ruhig, einwenig rauschen da...ein paar Windgeräusche hier. Dann tritt das Keyboard in Erscheinung...erste Vergleiche mit "V" von Symphony X gehen mir durch den Kopf. Dann die Überraschung schlechthin, da legen die Jungs die knackigsten Riffs hin wie ich die ich seit Threshold's Meisterwerk Hypothetical gehört habe. Dazu dampft das Schlagzeug dass es einem nur so zum Headbangen einlädt. Ich bin bereits hellauf begeistert. Noch Überraschender ist, dass dieses Niveau bis ganz zum Schluss gehalten wird. Jeder einzelne Song ist ein Killer. Abwechslungsreich und vertrackt, bis auf zwei knapp 2 1/2 minütige "Zwischenspiele" sind die Songs über der 6 Minuten Grenze angesiedelt. Nun, dies ist ja nicht gerade unüblich im Prog-Metal Sektor. Was diese Band aber von der (bescheidenen) Masse von Prog-Metal Bands unterscheidet ist, dass sie auch nicht vor kleineren Experimenten zurückschrecken. Da wird auch schon mal der Gesang durch den Elektromixer gezwängt und verzerrt so dass man sich für einen kurzen Moment an RATM erinnert fühlt. Auch schreckt Sänger Nils Rue vor vereinzelten Kreischeinlagen nicht zurück. Und einmal kann man sogar so etwas wie Growls feststellen (...Of Epic Questions, Dimensions Of Fire). Aber das Grundgerüst bilden natürlich cleane Melodien, Killermelodien um genau zu sein . Zum Gesang kann man noch sagen dass man sich hier mehr als einmal an Geoff Tate von Queensrÿche erinnert fühlt und das ist bei wahr keine Beleidigung. Einziger Kritikpunkt, der Closing-Track The Prophecy Of Pleiades. Ansich kein schlechter Track, nur hat man stellenweise 1:1 Melodiebögen mit dazugehörigem Text von Dream Theater's Learning To Live abgekupfert. Nun ja, vielleicht soll es ja eine Hommage an den Genre-Primus sein