Gelegentlich wundert es mich, warum einige wirklich geniale Filme nicht länger im Bewusstsein der Öffentlichkeit verbleiben. Aber zumindest im Beispiel von Woody Allens Celebrity liegt eine Erklärung sehr nahe. Zu sehr werden hier die Manierismen unserer Medienwelt karrikiert, zu hart ist das für alle, die Lifestylemagazine wie Exklusiv auf RTL lieben oder sogar selbst machen. Die schnöde Oberfläche verliert an Attraktivität, wenn man hinter die Fassaden sieht. Um am Ende bleibt dann nur Leere an Stelle des Glamours. Der Horror Vacui des 21. Jahrhunderts.
Im Zentrum der Handlung steht wie so oft bei Woody Allen ein Alter Ego, der durch Kenneth Branagh gespielte, eher mäßig erfolgreiche Autor Lee. Dieser ist eine Randfigur der Mediengesellschaft, der Reichen, Schönen und Berühmten, die die Gazetten und Fernsehmagazine füllen. Lee hat eigentlich ein gutes Leben, aber er will mehr, er will dazu gehören. Und so verlässt er immer wieder bestehende Beziehungen und begibt sich auf die Suche nach einer anderen Welt, versucht eine Affaire mit einem Starmodell, versucht sich als Drehbuchautor in Hollywood und vor allem, er bewegt sich auf den richtigen Partys und in den richtigen Restaurants, um dort mit den richtigen Menschen die immer gleichen, hohlen Gespräche zu führen. Natürlich kann das nicht gut ausgehen.
Einer der Höhepunkte des Films ist der Auftritt von Leonardo diCaprio, der einen drogen- und sexsüchtigen Jungfilmstar spielt - also sich selbst, möchte man meinen. Tatsächlich ist dieser Auftritt aber fast prophetisch, da er gedreht wurde, bevor Titanic in die Kinos kam und Leonardo zu dem Star wurde, den er hier bei Celebrity von Woody Allen nur spielen darf. Das zeigt ganz gut den Realitätsgehalt dieses Films. Dann gibt es noch einen großartigen Auftitt von Charlize Theron, die ein Supermodell spielt, dass sich als getriebener Mensch erweist, als es darum geht, einmal nur für einen Moment eine menschliche Seite zu zeigen.
Der Höhepunkt des Films aber ist eine der Nebengeschichten. Denn der Erfolg, der dem Protagonisten versagt bleibt, fällt einem anderen Mitglied des Ensembles durch etwas Arbeit und eine gute Idee dann doch noch in den Schoß. Und das macht dann wohl die Niederlage des Helden am Ende komplett. So richtig böse ist eine Komödie erst dann, wenn die schlimmste aller Wendungen erreicht worden ist.
Für mich zwischen den herausragenen "Hannah und ihre Schwestern" und "Matchpoint" der schönste Film von Woody Allen.