Während seiner Zeit bei Goodie Mob entwickelte sich Cee-Lo zu heimlichen Star der Gruppe, was auch nicht verwunderlich ist, denn seine Stimme und Style sind die einzigen, die wirklich außergewöhnlich sind. 2002 droppte der Mann aus Atlanta, Georgia sein erstes Album "Cee-Lo Green And His Perfect Impressions", dem folgte die Trennung von der Gruppe und das Sophomore "Cee-Lo Green... Is The Soul Machine", welches im Jahr 2004 seinen Weg in die Läden dieser Welt fand. Wie man sich schon denken kann, sind hier keine Goodie Mob Features mit dabei, auch OutKast wird man vergeblich suchen, dafür sind mit Jazze Pha, Timbaland, Ludacris oder Pharrell Williams einige Stars außerhalb des Dungeons mit von der Partie. Cee-Lo's Musik bewegt sich zwischen fröhlichen Songs, die für Stimmung sorgen, aber auch etwas verruchtes Material, das an alte Tage erinnert, ist mit dabei. Das Ganze wird vorgetragen mit einem Mix aus Rap und Gesang.
Schon der erste Track "Soul Machine" macht gleich Lust auf mehr. Typischer Southern Style mit vielen Blues-Elementen kommt schwungvoll um die Ecke, Cee-Lo punktet mit lässigen Raps, dazu kommen noch einige Background Sänger, die dem leider sehr kurzen Stück noch etwas Soul verleihen. Etwas ruhiger, dennoch nicht langweilig und angenehm melodisch kommt die Neptunes Produktion "The Art Of Noise" daher, ein Titel, den man so gar nicht dem üblichen Sound von Pharrell und Chad einordnen kann, daher etwas überrascht und so noch mehr Spaß macht. Die etwas nachdenklichere Schiene wird mit "Living Again" gefahren. Cee-Lo singt hier mehr, das passt auch besser zu der schlichten, aber auch sehr gefühlvollen Klaviermelodie, die ab und an mit ein paar Trompeten verziert ist. Insgesamt ein wirklich schöner Titel, der der "Soul Machine" alle Ehre macht. Timbaland stand bei "I'll Be Around" sowohl als Producer als auch als Feature parat. Wie man es vom Schwergewicht aus Virginia kennt dominiert die rhythmische Drum, dazu kommen einige Effekte aus der Elektronik und ein sehr einfach gestrickter Hook von Timbo. Insgesamt eine ordentliche, jedoch nicht herausragende Nummer.
Eine perfekte Kombination zweier Künstler finden wir auf "The One" vor. Diesmal ist Jazze Pha Produzent und Gast in einer Person. Wie sonst auch ist sein Instrumental eher poppig und fröhlich gehalten, macht aber echt Spaß, da sich die beiden wunderbar ergänzen. Leider ist auch T.I. noch mit von der Partie, der wie so oft nur anfängerhafte Rhymes im Gepäck hat, was die Freude aber nur minimal trübt. Nach dem sommerlichen "My Kind Of People" (feat. Jazze Pha & Menta Malone) treffen wir Ludacris auf "Childz Play" an. Hierbei handelt es sich um ein eher schnelles Stück, dank verschiedenster Klänge wirkt es auch etwas verrückt und verspielt, macht dennoch Laune, was besonders Cee-Lo's außergewöhnlicher Stimme zu verdanken ist, aber auch Luda liefert eine echt coole Strophe. "I Am Selling Soul" trieft nur so vor Funk, leider redet Cee-Lo nur, sonst wäre es ein echter Knaller geworden, auch dass der Beat ab Mitte in eher dunkle und unbehagliche Gefilde übergeht, macht das Lied nicht besser. Zum Glück folgt mit der von vielen Bläsern dominierten Nummer "All Day Love Affair" ein wunderbarer Titel, der den Vorgänger vergessen lässt und einen mit seinen relaxten Tunes in freudige Stimmung versetzt.
"Scrap Metal" klingt hart, hat tatsächlich auch einen etwas strafferen Bass mit dabei, allerdings sind auch noch massig Instrumente mit verbaut, besonders Trompeten machen aus dem Refrain, der mit einem bissigen Cee-Lo überzeugt, ein echtes Highlight, zusätzlich gibt's noch etwas Unterstützung aus dem Dungeon mit Big Rube und G-Rock. "When We Were Friends" setzt dagegen wieder ganz auf traumhafte Melodien, die man einfach lieben muss, Cee-Lo's Stimme passt auch noch so wunderbar zu diesen tollen Klängen, sodass man es schon fast bedauert, wenn nach 3:42 Minuten der nächste, deutlich ruhigere Track "Sometimes" eintritt, welcher eher als ewig langes Interlude anzusehen ist, da Mr. Green erneut lieber redet anstatt zu rappen oder singen. Auch gegen Ende reißt der Groove nicht ab. Erneut sind es die Neptunes, die mit "Let's Stay Together" ein echtes Sahnestück abgeliefert haben. Abgerundet wird dies mit dem allerletzten Song "Die Trying", bei dem Piano, Posaunen und funky E-Bass für eine richtig gelungene Unterlegung für Cee-Lo's Raps sorgen. Noch mal ein letzter Beleg für diese fast durchgehend gelungene Platte.
Zum Glück gibt es die Dungeon Family, die uns mit ihrem liebevoll gemachten Hip Hop von dem vielen restlichen Einheitsbrei aus Atlanta ablenkt. Auch Cee-Lo ist da keine Ausnahme. "Cee-Lo Green... Is The Soul Machine" spürt man den Soul mehr als deutlich an, das ist Musik, die nicht nur Spaß macht, sondern auch berührt - große Klasse. Wer Cee-Lo nur durch Gnarls Barkley kennt und sich mal für seine früheren Werke interessiert, ist hier richtig aufgehoben, Fans von ihm, Goodie Mob, OutKast oder dem gesamten Dungeon sowieso.