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Für The Vivaldi Album stellte Bartoli ausgedehnte Nachforschungen in den Manuskripten des Komponisten an (eine Filmdokumentation dieser Spurensuche ist für eine baldige Aufführung geplant). Obschon weitgehend für seine Konzerte bekannt -- tatsächlich sind zwei der Arien in barocktypischer Manier aufgearbeitetes Material aus Die Vier Jahreszeiten --, galt Vivaldi als höchst produktiver Opernkomponist für die Spitzentheater seiner Zeit. Die hier versammelten Arien sind ein Beweis des wortmalerischen Zaubers seiner Musik, sowohl die an tiefe Wälder erinnernden Duette der Flageolette in "Di due rai languire costante", als auch das stürmisch-leidenschaftliche "Anch'il mar par che sommerga", in dem die Bartoli rasendschnelle Koloraturläufe von solch schwereloser Akkuratesse dahinperlen läßt, daß es einen schwindelt. Zusätzlich zu dieser Stimmakrobatik überzeugen Bartolis vorzügliche Nuancierung und ihr transparenter Ton in den zarten Echoeffekten von "Zeffiretti, che sussurrate". Es gibt kein vorzüglicheres Beispiel der beachtlichen Flexibilität ihres Stimmumfangs -- in den Tiefen voll und dunkel und von mitreißender Erregung in den hohen Lagen -- als die gewaltigen Intervallsprünge in "Dopo un'orrida procella".
Aufgrund der natürlichen Größe ihrer Stimme, tendiert die Bartoli zuweilen zu theatralischer Übertreibung (wie z. B. im Rezitativ zu der kurzen Arie aus "L'Orlando finto pazzo"), die ausdrucksstarken Farben ihrer Phrasierungen jedoch sind durchgehend aufs Schönste abgestimmt mit den lebhaften Verzierungen von Il Giardino Armonico. Ein Volltreffer für Bartoli, die diesen etwas vernachlässigten Bereich in Vivaldis Werk zu neuem Leben erweckt hat. --Thomas May
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Doch nun hoerte ich weiter und begann mich in die Musik zu vertiefen; und ich muss sagen, dass ich es nicht bereue. Was sich hier nun meiner Seelenwelt eroeffnete war wahrhaft ein Feuerwerk spruehender Emotionen. Man wird, ohne gefragt zu werden, mitgerissen und erlebt einerseits eine der atemberaubensten Achterbahnfahrten seines Lebens und wird anderseits in einen, nie vorher erlebten Zustand des Schwebens in tiefen Gefuehlen versetzt.
Natuerlich sind diese, erst neulich durch Bartoli wiederentdeckten Arien Vivaldis nicht vergleichbar mit Richard Wagner oder der spaeteren italienischen Oper, aber sie sind durchaus interessant zu hoeren und keinesfalls billig; es handelt sich eben vielmehr um einfache, aesthetisch strukturierte, spannungsgeladene schoene Lieder.
Was zum Lob dieser Aufnahme hinzugefueget werden muss, ist die wirklich geniale Interpretation Cecilia Bartolis. Eigentlich bin ich ja ein Feind des "3-Tenoere-Vibratos". Doch Bartoli setzt ihr Vibrato nicht als Mittel zum Vertuschen unsauberer Gesangeskunst, sondern als stilistisches Mittel ein. In diesem, doch eher groesseren Tonumfang bewegt sie sich meisterhaft; jeder Ton ist direkt exakt getroffen, klar ausgesungen und genau artikuliert; selbst bei den schnellsten Laeufen ist kein Wischen zu erkennen, jedes Sechszehntel sitzt an seinem Platz. Und Trotzdem, und das ist das Erstaunliche, ist die musikalische Linie bis ins Letzte gewahrt, die Spannung gehalten; Cecilias perfekte Singweise laesst nichts technisiert erscheinen; im Gegenteil: emotionaler koennte ich mir diese Aufnahme nicht vorstellen.
Leider sind einige der Titel eher nichtssagend. Lesen Sie weiter...
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