"Cave Canem" ist nach "Felidae" und "Francis" der dritte Katzenroman von Akif Pirincci. Wie in den vorherigen Krimis gelingt es dem Autor, den Leser durch eine ungewöhnliche bzw. ungewöhnlich gute, detailgetreue und schonungslose Erzählweise zu packen: Das Geheimnis dieser Erzählweise scheint die absolute Rationalität zu sein, auf welcher der Protagonist, Kater Francis, seine strategischen Überlegungen zur Klärung der Mordfälle in seinem Revier aufbaut.
Dieses Buch hat mich durch seine fesselnde Dramatik, besonders aber durch die perfekt gelungene Einbindung der Handlung in die Realität überzeugt, die für einen Leser, der die Werke des Autors Akif Pirincci nicht kennt, kaum vorstellbar sein mag. Schließlich begegnet man nicht alle Tage einem hochintelligenten Kater, der seine Umwelt sehr misstrauisch betrachtet, ihr zynisch begegnet, und der nebenbei mal eben (mit Hilfe des Internets, eines höchst ungewöhnlichen Polizeihundes im Ruhestand und manchmal sogar mit Hilfe von Fähigkeiten, die sich am Rand des Übersinnlichen befinden), spektakuläre Mordfälle löst!
Obwohl ich eigentlich kein Freund des schwarzen Humors bin, haben mich Pirinccis Katzenkrimis dazu gebracht, die Genialität des schwarzen Humors zu verstehen, um nicht zu sagen, ihn fast schon lieben zu lernen - jedenfalls in der Weise, in der Pirincci ihn darbietet. In Pirinccis Werken kann man wunderbar "zwischen den Zeilen" lesen, d.h. jedes Ereignis, jeder Traum des Protagonisten Francis kann tiefer gedeutet werden. Zufälle gibt es in diesem Buch nicht - sogar die Namen der handelnden Personen haben ihre ganz spezielle Intention...
Noch mehr als in den vorangegangenen Katzenromanen hat mich in "Cave Canem" die Auflösung des Rätsels um den geheimnisvollen Mörder überrascht - und geschockt. Denn gerade der Ausgang des Buches lässt dem Leser keine Chance: Er muss sich mit der ihn umgebenden und oftmals erschreckenden Realität und deren Unverständlichkeit auseinandersetzen: Mit der Grausamkeit des menschlichen Geistes.
Doch "Cave Canem" ist keinesfalls ein vom Pessimismus geprägtes Buch, welches den Leser in eine depressive Stimmung versetzt! Pirincci schafft es durch den eigenwilligen Charme, den einzigartigen Humor und den schonungslosen Umgang des Katers Francis mit sich selbst und seinem Verhalten, im Leser immer wieder regelrechte Lachanfälle hervorzurufen. Denn Francis ist wahrlich keine Katze ohne Fehler! In seiner liebenswerten Art zeigt er ohne Zweifel Züge von... >Menschlichkeit<.