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Cautio Criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse: Mit acht Kupferstichen aus der >Bilder-Cautio<
 
 
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Cautio Criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse: Mit acht Kupferstichen aus der >Bilder-Cautio< [Taschenbuch]

Friedrich von Spee , Joachim-Friedrich Ritter
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342330782X
  • ISBN-13: 978-3423307826
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 160.597 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Friedrich von Spee
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die ›Cautio Criminalis‹ erschien 1631 und ein Jahr später in einer vermehrten Ausgabe als mutiger Appell zur sofortigen Abschaffung der Hexenprozesse und Replik auf jene Schriften, die die Hexenverfolgungen befürworteten und zu legitimieren versuchten. Der Jesuitenpater, den auch eigene Erfahrungen bewogen, den unglücklich Verfolgten beizustehen, mußte den Text anonym veröffentlichen, handelte aber vermutlich mit Wissen seiner Ordensoberen.

In seiner berühmten Schrift, die in mehreren lateinischen Ausgaben und Übersetzungen Verbreitung fand, diskutiert Spee in fünfzig Fragen und Antworten die unrechtmäßige und unmenschliche Praxis der Prozesse, um selbst ein Reformprogramm vorzulegen, das nachweislich bei einigen fürstlichen Adressaten ein milderes Vorgehen bewirkte. Sein Kampf gegen die Folter und für die Rechte der Angeklagten ist rechtsgeschichtlich bis hin zur Erklärung der Menschenrechte wegweisend.

Autorenportrait

Friedrich von Langenfeld, genannt Friedrich von Spee, geboren 1591 in Kaiserswerth/Düsseldorf, gestorben 1635 in Trier, trat 1610 in den Jesuitenorden ein. Nach Lehrtätigkeit in Schulen und Universitäten war er Seelsorger in Bamberg und Würzburg, wo er in zwei Jahren 200 Unschuldige zum Scheiterhaufen begleiten musste. Aus dieser eigenen deprimierenden Erfahrung heraus schrieb er die "Cautio criminalis". Daneben gilt er mit seinen geistlichen Liedern als größter katholischer Lyriker des Barock, vorbildhaft für die Dichter der Romantik.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dialektikisches Meisterwerk 22. Februar 2004
Format:Broschiert
Dieses Buch gehört sicherlich zu den wichtigsten Werken der europäischen Geschichte. Aber es haben so wenige gelesen. Dabei kann man auch heute noch Strukturen erkennen, die der Menschheit seit Jahrtausenden das Leben versauern. Es zeigt, dass es grundsätzlich unmöglich ist, ein System von außen zu widerlegen. Deshalb lässt sich Friedrich von Spee auf das Abenteuer ein, systemimmanent den Irrsinn der Hexenverbrennungen ad absurdum zu führen und sein Ende unumstößlich einzufordern. Man spürt geradezu seinen Widerwillen, die Existenz von Hexen nicht zu bestreiten, um in der Logik seiner Gegner die tausendfache Ermordung und Folterung unschuldiger Menschen zu beenden. Dieses Buch beschreibt einen historischen Prozeß atemberaubend eindringlich, aber es zeigt auch, wie schwer es ist, akzeptierte Systeme in Frage zu stellen. Insgesamt erinnert es mich stark an Kants Widerlegung der Gottesbeweise und ich könnte mir vorstellen, von Spee hat ihn sicherlich darin beeinflusst. Bewundernswert ist der Mut dieses Mannes, der immerhin gegen die mächtigste Institution der Welt antrat, die kirchliche Inquisition. Endlich habe ich mal ein Vorbild gefunden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Spees 1631 anonym lateinisch erschienene "Cautio Criminalis" ist eine ebenso fesselnde wie bedrückende Lektüre und zugleich von der ersten bis zur letzten Seite ein atemberaubender Balanceakt: Nie lässt es der Autor am gebotenen Respekt gegenüber den Autoritäten seiner Zeit fehlen - aber ihr Handeln nimmt er erbarmungslos auseinander.

Die Frage, ob es überhaupt Hexen gibt, beschäftigt Spee dabei überhaupt nicht. Er bezweifelt vielmehr, dass man Hexen mit den üblichen Verfahren überführen kann. Spee argumentiert nicht naturwissenschaftlich, ja kaum einmal theologisch. Er argumentiert streng juristisch und weist nach, dass die gängigen Verfahren bei Hexenprozessen, insbesondere die Anwendung der Folter und die Nutzung von durch Folter gewonnenen Informationen, so gut wie ausschließlich illegal sind - nach der Rechtslage von 1631!

Spee räumt ein, dass eine Obrigkeit ein so großes Übel wie die Hexerei engagiert bekämpfen und ein so großer Übeltäter wie eine Hexe hart bestraft werden müsse. Aber nicht schon der Verdacht dürfe den Verdächtigten seine Rechte kosten. Und nicht schon die Kritik am Verfahren gegen Verdächtige dürfe den Kritiker in Verdacht bringen, selbst ein Hexer zu sein.

Spees Fazit (S. 288/89) ist bedrückend: "Wenn nur die Prozesse unablässig und eifrig betrieben werden, dann ist heute niemand, gleich welchen Geschlechtes, in welcher Vermögenslage, Stellung und Würde er sei, mehr sicher genug, sofern er nur einen verleumderischen Feind hat, der ihn verdächtigt und in den Ruf bringt, ein Zauberer zu sein."

Der Gegenstand von Friedrich Spees "Cautio Criminalis" ist - Gott sei Dank - nicht mehr aktuell. Das Buch aber ist es: Wendet man seine Argumentation auf schwer nachweisbare Verbrechen an, die wir heute fürchten, wie beispielsweise Terrorismus, dann kann man schon nachdenklich werden. Die Bereitschaft, Sicherheit zu Lasten des Rechts zu gewinnen, hat sich besonders seit 2001 weiter verbreitet, als Anhängern des Rechtsstaats lieb sein kann. Auch die Neigung, den Verteidiger eines Beschuldigten kurzerhand selbst zu verdächtigen, ist keineswegs mit den Hexenprozessen ausgestorben.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
kontrast 26. April 2009
Format:Taschenbuch
die cautio criminalis ist der kontrast der vernunft zum wahnsinn der hexenprozesse im mittelalter. das buch ist übersichtlich gestaltet und die übersetzung selbst ist hervorragend. zweifelsfrei empfehlenswert.
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