Gryphius' barockes Trauerspiel geht auf einen tatsächlichen Fall während seiner Lebzeiten zurück: Catharina von Georgien-Gurgistan erlitt unter dem Schah von Persien den Martertod. Ihr Martyrium und ihre Beständigkeit, sich diesem Schicksal zu stellen, stehen im Zentrum dieses christlichen Dramas.
Catharina ist kein Individuum an sich, sondern ein Exempel für Tugendhaftigkeit. Wie auch die Romane der Zeit prägt das Werk ein belehrendes Moment. Die Menschen sollen sich ein Vorbild an Catharina und ihrer christlichen Beständigkeit nehmen. Interessant ist der Aufbau mit den Reyen, die an die Form des griechischen Chores angelehnt sind.
Wer sich mit Literatur des Barock beschäftigt, für den gehört dieses Stück unbedingt zum Lesekanon. Wer allerdings einfach Lust auf Lesen hat, dem ist von diesem Drama abzuraten. Klingt der Stoff zunächst spannend, stellt man bald fest, daß Gryphius nicht die Handlung, sondern die Konflikte innerhalb Catharinas in den Vordergrund stellt. Lange ausufernde Monologe in der uns heute fremden barocken Sprechweise nagen beständig an der Konzentration des Lesers. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)