Hallo, schlicht das beste im Pop-Rock-Bereich, was ich seit langem gehört habe, erst recht als Debüt.
Die Lady macht eine Mischung aus Pop und Rock mit leichten Singer-Songerwirter-Elementen. Es innert mich tatsächlich etwas an Alanis Morissette vielleicht ein bisschen vermischt mit Avril Lavigne - nur damit sich der Leser das in etwa vorstellen kann. Allerdings: Nicht so verbittert wie Alanis in ihren Anfangszeiten und nicht so simpel wie Avril Lavigne.
Die Musik hört sich an als hat Lissie bereits sehr viel musikalische Erfahrung. Also nix da mit Casting-Show in die Lieder einfach runtergeträllert.
Die Songs beginnen oft melodisch-akustisch und werden dann über die Länge immer lauter bis es dann am Schluss richtig abrockt.
"When I'm Alone" wird man nun sicher häufiger im Radio hören, ein passendes Stück des Albums aber es ist das wohl kommerziellste Stück. Sehr flüssig, sehr schön rhytmisch gesungen und gespielt. Der gleich nachfolgende Song "In Sleep" schließt sich prima daran an wird dann aber am Schluss wie oben schon beschrieben richtig rockig mit lauter Solo-E-Gitarre aber alles bleibt prima im Fluss. Der nächste Song "Bully" fängt nun wieder an mit Stimme, langsam melodisch, untermalt mit Klavier und einer Gitarre und steigert sich richtig hoch mit E-Gitarre, hartem Schlagzeug aber immer im Fluss. "Little Lovin'" beginnt mit einem flüssigen Rhythmus, fast Sprechgesang wieder spartanisch in der Instrumentierung später kommt Klatschrhythmus dazu. "Stranger" klingt ein wenig nach 60er Jahre, der Song ist auch etwas altmodisch abgemischt - und das sorgt für eine schöne Abwechslung. Ein Song klint ein wenig nach KT Tunstall. Cuckoo wird vielleicht wieder häufiger im Radio laufen, schlicht ein "Gute-Laune-Song". Mir persönlich gefällt auch "Worried About" mit am besten. Leiser aber prägnanter Synthie-Einsatz im linken Kanal, ansonsten prima rhythmisch melodisch. Zwar einfache aber keine dummen Texte.
Lissies Stimme klingt jung aber schon erwachsen, die Rockerstimme hat sie (noch) nicht, ja auch ein wenig nach Alanis Morissette würde ich sagen. Und ihre Stimme zeigt, sie hat mächtig viel Spaß mit Ihrer Musik.
Einige der Songs wurden in Nashville aufgenommen (keine Sorge - hat nix mit Country zu tun), einige teilweise in "Lissie's House" und in "Bill's House", scheint also auch ein wenig im privaten Umfeld entstanden zu sein.
Eigentlich gibt es keinen schlechten Song auf der Scheibe. Nur: "Oh Mississippi" verstehe ich nicht ganz. Klavier und ihre Stimme, ziemlich viel Hall, ein weißer Gospelsong würde ich sagen, das ganze tatsächlich leicht analog verrauscht, muss man sich vorstellen wie gesungen in einer Kirche aber "recorded in Ed's House". Später dann etwas mehr Instrumentierung aber ... na ja, hört es Euch an.
Trotzdem: abwechslungsreich ist es in jedem Fall, sehr gut gemacht auch, nicht über-produziert und klanglich (bis auf den Mississippi-Song) ganz prima.
Die Lady hat eine große Zukunft, wenn sie so weiter macht. Kaufempfehlung!
Gruß, Rounder6