Man kann eine Platte auch durch einen speziellen Aspekt persönlichen Geschmacks exekutieren.
Vermutlich werden sich am Gesang häufiger die Geister scheidern, meinen Mit-Hörern nach dem Kauf der CD hat besonders der Gesang gefallen, sie wurden geradezu ekstatisch.
Ich finde, die Platte entfaltet einen besonderen Reiz aus der Spannung zwischen ruhigen, manchmal gregorianisch anmutenden Passagen bis hin zu scattend-treibenden Sequenzen. Dazwischen kann man beim Zuhören das Schmunzeln von Trovesi quasi hören, ruhige Bedachtheit kann leben neben augenzwinkerndem Schalk. Ebenso faszinierend ist der Wechsel von formaler Strenge zu freier Improvisation. Eine Verbindung von Gegensätzen, welche die Musiker brilliant in Szene setzen - weniger würde ich von ihnen allerdings auch nicht erwarten, und sicherlich gibt es Scheiben, auf denen Einzelne noch technisch brillianter und herausragender im Ausdruck sind. Das tut dem Gesamtwerk aber kaum einen Abbruch.
Technisch ist das Ganze auf hohem Niveau produziert und athmet den Charakter des Aufführungsortes.
Ich habe keine Ahnung von historischer Aufführungspraxis oder zeitgenössischer Interpretation Alter Musik, wer sehr darauf fokussiert, liegt aber hier vermutlich nicht richtig.