Und das meine ich ganz ehrlich!
Doch erstmal zum Film selbst: Casshern ist ein Sci-Fi/Acton/ Liebesfilm, der zusätlich versucht gesellschaftskritisch zu sein und dementsprechend findet man die eine oder anderere "Message" im Film versteckt. Ursprünglich war Casshern eine 70er Jahre Anime-Figur aus Japan, die vom Design her sehr der Serie "Battle of the Planets" ähnelte. Von dieser ursprünglichen Idee ist in diesem Film nicht mehr viel übrig geblieben (eine Omage ist z.B. der Helm von Casshern, der im Zuge eines Angriffs zertört wird, und somit nicht mehr vom Protagonisten getragen werden kann).
Die Geschichte von Casshern ähnelt doch an einigen Stellen sehr dem Klassiker "Hamlet", was der Qualität des Films aber keinen Abbruch tut. Der Protagonist zieht gegen den Willen seines Vaters (seines Zeichens Arzt und Wissenschaftler) in den Krieg (falsches Verständnis von Ehre und Vaterlandstreue) und wird natürlich auch ein Opfer jenes Krieges. Darüber sind seine kranke Mutter sowie seine Freundin Yuna sehr traurig. Nach seinem Ableben kommt er aber zurück und wird sozusagen als Casshern wiedergeboren. Gleichzeitig entstehen auch die "Neo-Sapiens" gegen die unser Held sich im Verlaufe des Filmes noch durchsetzen wird. Viel weiter möchte ich auf die Geschichte auch nicht eingehen, denn sie bietet nicht wirklich viel neues.
Was macht den Film also so besonders? Nun, viele "Fans" des asiatischen Kinos tendieren dazu gleich immer fünf Sterne zu geben, da sie glauben, jene Filme seien gleich "outstanding" nur weil sie aus Asien kommen. Casshern hat eindeutig viele Stärken aber auch einige Schwächen.
Die "stunning visuals", die oft im Zusammenhang mit Casshern genannt werden, sind auf alle Fälle ein Pluspunkt. Der Film besticht durch einen coolen Retro-Look (vergleichbar mit "Sky Captain") und einem coolen Fantasy-Design (was bei manchen Gegenständen im Film sowie der starken Farbgebung irgendwie an "Stadt der verlorenen Kinder" erinnert hat, was aber nicht heisst, dass jene beiden Filme etwas miteinander zu tun hätten).
Die eben erwähnte Farbgebung ist natürlich typisch für das Asiatische Kino und sorgt für die nötige Stimmung. Der Kamfanzug selbst ist sehr gut gelungen und erinnert an eine Art Mischung aus "Exoskelet und Ninja Kostüm" (verinfacht ausgedrückt).
Die Action kommt eigentlich ziemlich kurz. Die Szenen selbst sind gut gelungen (wer wollte nicht schon immer mal sehen, wie jemand in die Luft springt und dann wie eine Geschoss routierend zu boden schnellt und dabei einen Roboter "durchbohrt" :-) doch leider allzu oft kommt es nicht zu einer Keilerei. Viele vergleichen die Action oft mit Matrix, nur das ist so nicht ganz richtig. In Matrix war es mehr ein "clean action" bei Casshern sind viele Schläge etc. oft nur angedeutet und dann per Visual Effekt realisiert.
Mit den Computer-Effekten ist das so eine Sache: Sie schwanken qualitativ von "sehr gut" bis "billige Zwischensequenz Grafik eines PS1 Spiels". Das fällt manchmal leider sehr negativ auf, denn Effekt, die so offensichtlich und schlecht sind, machen einfach keinen Spass. Da frag ich mich schon, ob das Budget nicht mehr ausgereicht hat oder ob das Ganze doch beabsichtigt war...
Casshern ist also kein reiner Action Film, denn zu oft wird jene einfach durch ellenlange Dialoge ersetzt. Aber dadurch bekommt Casshern auch irgendwie eine sentimentale Seite.
Ein (typischer) Sci-Fi Film ist Casshern irgendwie auch nicht.
Ich habe erlebt, das dieser Film durchaus die Gemüter spaltet...manch einer findet denn Film atemberaubend schön, bei anderen Menschen mag er eher die Frage aufwerfen, was das Ganze denn nun soll...was ja auch nicht ganz unberechtigt ist.
Ich kann den Film, obwohl ich ihn sehr mag, daher nicht uneingeschränkt empfehlen.
Doch wer auf "fantastischeres Kino" steht und sich gerne mal vom üblichen Hollywood Einerlei trennen möchte, dem sei dieser Film durchaus empfohlen. Ich mag Casshern, ganz ehrlich (trotz seiner offensichtlichen Schwächen) :-)