Die Gestaltung der GW-3000BD mit ihrer Schwarz/ Türkis Kombination gehört zum besten, was derzeit auf dem Gebiet der quarzbetriebenen Multifunktionsuhren erhätlich ist- nicht nur in Bezug auf die CASIO G- Shock Modelle. Das erste Mal in der Vitrine entdeckt, mußte ich mir das Teil sofort zeigen und umlegen lassen. Eine G- Shock hat mich trotz aller Faszination bislang immer abgeschreckt. Das lag zum Einen an den gewöhnungsbedürftigen Integrationen verschiedener LCD- Gimmiks, zum Anderen an Schrauben auf der Gehäuseoberseite oder der Anmutung der teilweise quietschbunten Kunststoffgehäuse. Die Robustheit hat allerdings etwas für sich, und früher oder später mußte eine solche Uhr einfach her.
Auf den Abbildungen kommt das Türkis bei Weitem nicht an die Wirkung heran, die es mit sich bringt, wenn man in der Realität auf das faszinierend räumlich wirkende Ziffernblatt sieht. Das gänzliche Fehlen von LCD Elementen und die passende weiße Datumsanzeige auf schwarzem Hintergrund waren für mich kaufentscheidend. Aber nicht auf Anhieb. Beim ersten haptischen Kontakt mit der Uhr gab es für mich gleich mehrere gewöhnungsbedürftige Überraschungen.
Bislang sehr aufwendig gearbeitete Stahlbänder gewohnt, wirkt speziell die aus sehr dünnem Blech gestanzte Schließe auf mich befremdlich. Im geschlossenen Zustand integriert die Schließe sich nicht ins Armband, sondern steht weit hinaus. Ärgerlich. Überhaupt wirkt das Armband auf Anhieb extrem klapprig. Erst der zweite Blick beruhigt, wenn man aufwendig gearbeitete massive Glieder entdeckt, die auf deren Unterseite durch Federstege miteinander gekoppelt sind. Daher ging das Thema Armband für mich dann doch in Ordnung. Im Nachhinein gibt es nach meiner Recherche lediglich vier G-Shock Modelle mit Stahlband, eines davon das silberne Schwesternmodell der 3000BD. Die Schwarz- Orange Kombi der 3000 ist lediglich mit Kautschukband erhältlich. Das aber nur nebenbei.
Ebenso gewöhnungsbedürftig für eine Uhr dieser Preisklasse war für mich das Fehlen eines geprägten Bodens. Ein einfaches gestanztes Stück Blech ziert die Unterseite der Uhr. Auch hier: Der zeite Blick präsentiert bei genauem Hinsehen eine unübliche Dicke des Bleches von geschätzten 0,8mm. Die Kanten sind sauber entgratet und sichtbar verschliffen. Klasse.
Und zu guter letzt das Gewicht. Das erste Mal in der Hand gewiegt und eine Plastuhr erwartet, bekommt man über das Gewicht der 3000 einen Schreck. Ich hatte echte Zweifel, ob sich das am Arm positiv auswirkt. Nach Anpassung des Bandes trägt sich die Uhr aber auch an einem relativ schlanken Arm überraschend bequem. Im Vergleich zu meiner mechanischen Stahl Taucheruhr wirkt die CASIO viel weniger kopflastig, obwohl auch schon gut spürbar.
CASIO ist sich der Tatsache bewußt, dass die Uhren zwar mit 20bar Druckfestigkeit "einiges aushalten" (so das Originalzitat auf deren Seite), man aber das Gerätetauchen tunlichst unterlassen sollte. Das sollten sich potentielle Käufer, die die Uhr mit in den Tauchurlaub mitnehmen wollen bewußt machen. Versehentliches Betätigen der Bedienelemente unter Wasser riskiert einen Wassereinbruch und einen Stop der Zeiger. Zwar sind die Drücker der GW-3000 so tief sitzend integriert, dass solche Szenarien verhindert werden sollen. Genau das gestaltet die Bedienung im Alltag dann aber auch ziemlich fummelig. Darüber hinaus weist die GW-3000 entgegen der fälschlichen Aussage auf der Produktseite von CASIO lediglich eine maximale Dauer der Stoppzyklen von 24 min auf. Diese Tatsache in Verbindung mit dem Fehlen eines Count Down Timers reduziert die Brauchbarkeit der Uhr für derartige Anwendungen.
Trotzdem. Eine so schön gestaltete Zeigeruhr mit den gebotenen Funktionalitäten findet man- je nach Geschmack- nur sehr selten oder überhaupt nicht wieder. Trotz des dicht gepackten Umfanges an Funktionen geht hier meiner Meinung nach nichts in Bezug auf Übersichtlichkeit, Bedienbarkeit oder Alltagsnutzen verloren. Die Bedienung ist schnell aufgefasst und macht einfach Spaß, da die Zeiger wirklich schnell über das Blatt flitzen, die gekoppelten Funktionszeiger auf der "3" sogar rückwärts. Prinzipbedingt lassen sich die Funktionszeiger auf den (winzig) kleinen Hilfsblättern schlecht erkennen, wenn die Hauptzeiger darüber sitzen. Wer sich gezielt für dieses Modell entschieden hat, kennt aber genau dieses Limit.