Da die Casio EX-ZR200 erst seit drei Wochen in Österreich erhältlich ist, kann ich zur Standfestigkeit der Kamera nichts beitragen.
Das erste, was mir an dieser Kamera aufgefallen ist war, daß die Kamera praktisch jeden Knips in ein gefälliges Bild verwandelt hat.
Das kann ich von sehr wenigen Reise-Superzoomern behaupten.
Besonders geeignet ist die Kamera für diejenigen, die ganz sorglos knipsen wollen, aber manchmal auch besondere Herausforderungen annehmen. Für Sport- und Kinderaufnahmen ist die Kamera wegen ihrer unglaublichen Geschwindigkeit und gutem Zoom sehr gut geeignet. Jene, die ihre Werke auf dem Monitor akribisch bäugen, sollten etwas vorsichtiger sein, da der CMOS Sensor viele gute Eigenschaften hat, wo die Detailtreue nicht dazugehört. Der Dynamikumfang, die Lichtempfindlichkeit, die blitzschnelle Verarbeitung entschädigen aber den Urlaubs und Familienknipser vollauf. Technikfreaks und Verspielte kommen
bei den high Speed Programmen (insbesondere auch Video) voll auf ihre Rechnung.
Haptik
Kamera liegt gut in der Hand, alle Rädchen und Knöpfchen sind anwenderfreundlich konzipiert. Die Gehäuseform ist sehr taschenfreundlich. Bei ausgefahrenem Objektiv kippt die Kamera nicht, wenn es auf einer ebenen Fläche aufgestellt wird. (Erspart das Stativ)
Programme:
Farbsättigung, Kontrast und Schärfe können in 5 Stufen eingestellt werden.
Automatik-> ist für jene Anwender gedacht, die ein wenig voreinstellen möchten, aber dann bei gleichbleibenden Bedingungen nicht unnötig an der Kamera herumschrauben.
Premium Auto Pro-> dieser Modus arbeitet vollkommen selbständig, ein Eingriff in die Vorgaben ist nur in besonderen Situationen notwendig.
Best shot-> dahinter verbergen sich eine Menge Motivprogramme, die einzeln vorgewählt werden, dann aber keinen Eingriff mehr benötigen. (Blumen, Landschaft, Kinder...)
Blendenautomatik/ Verschlußautomatik/ Manuell: Hier ist bei der Auswahl schon einige Sachkenntnis von Nöten. Die Verschlußzeiten lassen sich sehr feingestuft einstellen.
Besondere Programme:
Panorama-> aus mehreren Bildern wird eine Aufnahme zusammengestellt. Nach 2-5 Versuchen gelingt das sehr gut.
HDR -> auch ein High Speed (HS) feature, wo aus mehreren unterschiedlich belichteten Aufnahmen ein Bild zusammengesetzt wird. Bei diesen Aufnahmen erhalten Schatten eine gute Durchzeichnung, Lichter werden nicht ausgefressen. Das Ergebnis sieht "lebendig" aus.
HDR Kunst -> Damit können sehr übertrieben belichtete Bilder hergestellt werden. (3 Stärkestufen)Für flippige Motive sicher lustig, im Fotoalltag weniger interessant.
Objektiv: 12,5 fach optischer Zoom entspricht 300mm Kleinbild. Das ist schon eine ganze Menge. Dazu kommen noch einige Helferlein, die bis zu 900mm Brennweite ergeben. Durch den guten Stabilisator kann man das ohne Weiteres freihand (bei guten Lichtverhltnissen) verwenden.
LCD-Bildschirm: löst sehr schön, kontrastreich auf. Die Anzeigen sind gut lesbar. Die Helligkeit wird automatisch der Umgebung angepaßt, selbst in dunkler Umgebung erhält man ein tadelloses Sucherbild. Die benötigten Daten werden auf Knopfdruck ein oder ausgeblendet, insbesondere auch Brennweite, Histogramm, Blende und Belichtungszeit und auf besonderen wunsch ein Gitternetz.
Serienbilder: in voller Auflösung (max 16Megapixel) maximal 30 Bilder pro sekunde, 30 Aufnahmen. Dieses Feature ist ganz fein einstellbar: Z.B.: 5 fps, 10 Aufnahmen. Ergibt 10 Bilder in 2 Sekunden. Anderes Beispiel: 30fps, 15 Aufnahmen ergeben in einer halben Sekunde 15 Fotos. Dazu kann man die ganze Bildzahl in Voraufnahmen und Liveaufnahmen aufteilen. Voraufnahmen werden bei halbgedrückten Auslöser solange aufgenommen, bis der Auslöseknopf ganz gedrückt wird, und jetzt folgen die Liveaufnahmen. Also bei 10 fps/30 Bilder/3 Vorlauf ergeben sich die letzten 3 Bilder vor dem Durchdrücken und 27 Bilder nach dem Durchdrücken. Sowohl für Sportfotografie, als auch für Kinderszenen sehr gut verwendbar.
Zoom Modi:
Die ZR200 verfügt über vier Zooms: Optischer Zoom 12,5x, SR-Zoom Einzelbild, Multi Picture Zoom und Digitalzoom. Der Digitalzoom verursacht den schon bekannten
Pixelbrei. Ohne diesen kommt man auf 32x Zoom (bei 10MP) mit dem MP-Zoom, wobei die Bildqualität durch Verrechnen mehrer Bilder erreicht wird.DasErgebnis ist beachtlich
Fokussieren:
Autofokus: Sehr schnell und treffsicher, auch bei wenig Kontrast und Dunkelheit, ab 2cm einsetzbar. Daneben werden auch noch manueller Fokus (mitLupe), Makro und Supermakro und Unendlich angeboten. Eigentlich ein Luxus, da der AF diese Situationen auch anstandslos meistert. (Inkl.Himmel)
Blitz:
Recht leistungsfähig, nicht vomObjektiv abgeschattet. 5 Stufen einstellbar. Im Automatikmodus pflegt auch Casio die Unsitte bis zu 1/15s zu belichten, was zu sicheren Unschärfen mit tadellos eingefangenem Restlicht führt. Die Synchronisation wird aber bis zu 1/125s tadellos durchgeführt, daher ist M mit Offenblende (3,1) und 1/125s - 1/60s sehr vorteilhaft. Ist man ganz mutig, stellt man ISO 200 ein. Mit einem kleinen Slaveblitz (¤ 15.-) kann man mit ISO 80 etwa 5-7m blitzen.
Besondere Programme:
Panorama: vielleicht nicht erste Sahne, man hat aber in Sekunden eine nette Erinnerung auf der Speicherkarte. (Manche Kanten verschwimmen oder sind doppelt)
Superweitwinkel: Für nahe gelegene Objekte ungeeignet, für entfernte unnötig.(z.B. Wäre die Aufnahme einer Kirchenglocke so verunstaltet, daß man das Motiv nicht erkennen würde- physikalisch eigentlich vollkommen klar.(Eine glatte Hausmauer sieht aus, wie die Steilkurve einer Bobbahn)
Unscharfer Hintergrund: Ein Traum für Kleinkamera User, aber kaum erfüllbar. In 90% aller Fälle meldet die Kamera "Sorry", zum Trost wird aber das Bild normal gespeichert.
Video: Die Schärfenachstellung beim Zoomen ist etwas langsam. Hervorzuheben ist das fast dodlsichere Schnittprogramm in der Kamera. Auch lassen sich einzelne Bilder aus dem Film kopieren und werden zu den Fotos hinzugefügt. Während des Filmens ist es möglich 28Fotos in voller Auflösung anzulegen.Es sind eine Reihe Möglichkeiten, Filme mit sehr hoher Bildfolge anzulegen - die Auswahl und Einstellbarkeit ist fast unerschöpflich - ein großer Vorteil der rasend schnellen Kamera.
(bis zu 1000 Bilder/s)
Was mir weniger gefällt:
Die nicht überzeugende Detailzeichnung des Sensors (+ Software), ist offensichtlich der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit und der guten Dynamik geschuldet.
Die Lademöglichkeit über USB bedutet selbst bei Zweitakku die Blockierung des Photoapparates. Auf Reisen ein Unding, es sei denn, man fotografiert jeden Tag nur von 8-12 Uhr. Ladevorgang ca 4 Stunen. Ich werde eine Ladeschale + Akku zusätzlich kaufen müssen. Beim Auflösen von Serienbildgruppen möchte die Kamera unbedingt auch andere Gruppen auflösen, und führt den Anwender in die Untiefen seiner Bildersammlung, beim Löschen eines Einzelbildes tritt ähnliche Orientierungslosigkeit auf. Zwar kann jederzeit ein neuer Ordner angelegt werden, die Dateinummer wird immer zurückgesetzt. (Auch bei "Dateinummer fortführen")
Zum Schluß:
Auch andere "Kleine" sind nicht perfekt. Die ZR200 zeichnet sich durch hohe Schnelligkeit und ansehnliche Resultate aus. Wer seine Erinnerungen bis zu 13x18 ausdrucken läßt, oder in Fotobüchern aufbewahrt wird mit dieser Kamera gut bedient sein. Eine Universalkamera, die immer dabei sein kann. Ohne Licht können die Anderen auch nicht......selbst hochgelobte.