Gleich vorweg: Ich konzentriere mich bei der Rezension lediglich auf den fotografischen Bereich, die Videofunktion habe ich nicht genutzt und werde ich also daher auch nicht bewerten.
Ich war nun schon seit einer Weile auf der Suche nach einer Digitalkamera für unterwegs, da ich sonst nur eine DSRL besitze und es ja doch immer eine Entscheidung für sich ist, ob man einen solchen Brocken mal eben auf gut Glück in die Stadt nimmt.
Fotoqualität
Entgegen meinem Vorredner bin ich mit der Bildqualität sehr zufrieden. Die Exilim-Reihe kenne ich nunmal als eine Reihe, die eher weiche Bilder macht (was wohl manche als Detailmangel sehen würden). Einen Gelbstich konnte ich nicht feststellen, aber es stimmt, dass die Technik bei schönem Wetter durch den geringen ISO dazu neigt, das Bild wärmer wirken zu lassen, als es ist. Leiche Farbstiche finde ich allerdings allgemein nicht schlimm, da sich so etwas ja leicht am Computer beheben lässt und ich eben wie gesagt sowieso keine ungewünschten Farbergebnisse hatte.
Technik
Die Z450 beinhaltet, das muss man schon sagen, einige technische Spielereien. So lassen sich natürlich diverse Farbfilter einstellen (und natürlich auch schwarz-weiß), es gibt die "Lächel-Automatik", bei der die Kamera nach Herunterdrücken des Auslösers das Bild erst aufnimmt, wenn das Motiv lächelt und noch viele andere Kleinigkeiten. Außerdem lassen sich Kontrast, Sättigung und Schärfe verändern sowie natürlich der Weißabgleich und die Helligkeit des Bildes. Was eine sehr praktische Funktion ist, ist der Speicher, in dem man einstellen kann, welche Werte beim Aus- und wieder Einschalten der Kamera gespeichert bleiben sollen. So muss man nicht bei jedem Einschalten den Iso neu einstellen oder den Blitz ausschalten, kann aber andererseits, wenn man will, die Kamera diese Werte wieder vergessen lassen (wohl für Anfänger sehr praktisch).
Dann gibt es ja die "Best Shot"-Technologie, die für mich als hauptsächlichen DSRL-Nutzer wegen der totalen Automatik aller Einstellungen nicht sehr reizvoll ist, aber für Fotografie-Anfänger wahrscheinlich eine große Hilfe ist.
Die Bedienung der Knöpfe mag am Anfang zwar etwas umständlich wirken, man gewöhnt sich aber schnell daran. Außerdem muss man bedenken, dass dadurch erst die Größe des Displays ermöglicht ist.
Abseits davon war ich mit der Bedienungsanleitung nicht zufrieden. Diese gibt einem eher einen schnelle Crashkurs, was wohl nur eine Anpassung an den faulen Otto-Normalverbraucher ist, der sich keinen dicken Wälzer mehr durchlesen will, es aber in Kauf nimmt, deswegen nicht alle Funktionen seines neuen Spielzeugs nutzen zu können.
Wertung
+weiche Bilder
+Funktionsvielfalt
+Größe
+Farbwiedergabe
+Verfolgungs-Autofokus (hierbei kann man ein Objekt in den Fokus setzen, dieser verfolgt das Objekt dann, bis es aus dem 'Sichtfeld' der Kamera verschwindet)
-unzureichende Bedienungsanleitung
Fazit:
Wer sich eine Weile mit der Kamera beschäftigt hat und sich davor über die Art der Bilder informiert hat (denn wer diese weichen Bilder nicht mag, wird wohl enttäuscht von der Kamera sein - es macht eben doch jede Kamera andere Bilder), wird mit ihr sehr zufrieden sein. Ein vollkommen befriedigender Ersatz für eine Spiegelreflex!