Nachdem meine gute alte Panasonic DSC-P120 nun doch langsam in die Jahre kommt, war ich auf der Suche nach einem Ersatz. Es sollte eine kleine, kompakte sein, die in jede Tasche noch mit rein passt und für den schnellen Schnappschuss ohne große Einstellungen geeignet ist.
Für die "guten Fotos" habe ich meine große Lumix, doch die steckt man eben nicht mal so schnell noch in die Tasche und sie nimmt doch viel Platz weg.
Nun aber zur Exilim EX-H30. Sie kommt in einem kompakten schwarzen Kunststoffgehäuse daher. Gut gegen Metall hätte ich mich auch nicht gewehrt, doch macht der Kunststoff einen wertigen Eindruck und hat bisher auch noch nicht den Anflug eines Kratzers, trotz intensiver Nutzung.
Die Benutzung der Kamera ist selbsterklärend. Für einfache Fotos mit der Automatik, brauchte ich kein Handbuch. Doch da ich neugierig war, habe ich mir gleich das auf CD mitgelieferte Handbuch ausgedruckt und da geht einem dann doch das Herz auf, wenn man sieht, was die kleine alles kann.
Ich hatte, ob der doch sehr hohen Pixelzahl - 16,1 Megapixel - Angst, dass die auf Rechnung der Bildqualität gehen und die Bilder ein sehr hohes Bildrauschen aufweisen würden. Aber: gar nicht!!! Auf meinem 37"-TV waren auch mit Zoom, Details noch klar zu erkennen.
Im Makro-Bereich arbeitet sie von 5- 50 cm, im Super-Makro sogar ab 1-50 cm. Die Fotos werden gestochen scharf und man erkennt jede Ader der Blüte. Positiv fiel mir die Intensität der Farben auf.
Neben dem Standard-Automatikbereich bieten die EX-H30 auch noch einen Premium-Auto-Bereich. Da erkennt die Kamera dann aber auch alles alleine und stellt sich bei jedem Wechsel des Motives im Fokus-Bereich sofort auf die neuen Bedingungen ein. Allerdings braucht sie für die Verarbeitung des Fotos auch deutlich länger. Wer die Kamera schnell wieder aufnahmebereit braucht, sollte lieber bei der Standard-Automatik bleiben.
Für mich der innovativste Bereich der Kamera ist das Feature "Best-Shot". Dort gibt die Kamera 36 Einstellungen vor: von Dämmerung, Gegenlicht, Essen, natürliches Grün, Sport, Blumen, Portrait, Portrait mit Landschaft, Kinder, Selbstportrait mit 1 Person, oder mit 2 Personen, spritzendes Wasser, Feuerwerk, Auktion, Visitenkarten, For YouTube, Monochrom bis hin zu Passfoto und eigenen Einstellungen. Im Best-Shot-Modus lässt sich auch ein einzelner Gegenstand ohne Hintergrund fotografieren. Man knipst sein Bild, entfernt ein Objekt von seinem vorherigen Ort (z.B. geht die fotografierte Person aus dem Bild) und löst noch einmal auf die gleiche Stelle aus. Die Kamera braucht ein wenig Zeit zum Rechnen, doch dann hat man genau das entfernte Motiv alleine vor einem hellen Hintergrund. D.h. alle störenden Nebensachen auf dem Foto sind weg!!! Super!! Nutze ich für Auktionsbilder. Allerdings werden dann keine Personen fotografiert ;-))
Ein weiteres, mich begeisterndes Feature der EX-H30 ist die Einstellung "Panorama", da lassen sich Horizontalbilder bis ca. 240 Grad machen und ein Vertikalbild bis ca. 180 Grad. Endlich muss ich nicht mehr viele einzelne Fotos später am Rechner zu einem Rundumblick zusammen basteln!!
Natürlich lassen sich an der Kamera auch manuelle Fotos machen, man kann fast alles nach den individuellen Wünschen einstellen. Weißabgleich, Selbstauslöser, ISO, verschiedene Autofocus-Bereiche, Blitz, Pixel, Displayhelligkeit, Serienbilder (4fps/10fps/Blitzserie), Beleuchtung, Farbfilter, Blitzintensität, Datum, Sprache sind nur einige der Möglickeiten.
Eine Hilfe beim Fotografieren bietet der Focusrahmen, der wird nämlich je nach zu erwartender Bildqualität beim leichten Antippen des Auslösers entweder grün: "Bild müsste gut werden" oder rot: "Bild wird nichts."
Die von mir gemachten Fotos, waren insgesamt wirklich gut, klare Farben, scharfe Darstellung. In dunkleren Räumen arbeitete der Blitz sehr gut und leuchtete den Raum gut aus. Leichte Schwächen zeigte sie bei Gegenlicht, da wurden die Fotos doch gerne etwas überbelichtet.
Positiv überraschte mich das Display. Die neuen Kompakt-Kameras haben ja bis auf ein paar Modelle von Canon keinen optischen Sucher mehr und bei starkem Licht erkennt man auf dem Display nichts. Das ist dann ein "Ins-Blaue-Knipsen" mit der Hoffnung, man hat das Motiv noch irgendwo erwischt.
Auch bei voller Sonne (mitteleuropäischer Frühling) war noch alles klar auf dem Display zu erkennen.
Filmen lässt sich in HD. Gut ist, es lassen sich während des Filmens auch Fotos schießen. Man hat dann jedoch im Film einen kleinen Ruckler. Nun ja, für richtige Filme habe ich meine Videocamera.
Die Aussage: 1000 Fotos mit einem Akku scheint zu stimmen. Ich fotografiere nun schon seit 3 Wochen sehr viel mit ihr und der Akku hält und hält und hält.
Die Handschlaufe ist für meine schmale Frauenhand mehr als ausreichend, mein Mann muss jedoch beim Überstreifen Acht geben, bei ihm flutscht es nicht so einfach.
Ich habe mir gleich die Original-Ledertasche dazu gekauft, denn der Verschluss der Linse ist doch nur aus dünnem Plastik und bei all dem Zeugs was Frau so in ihrer Handtasche herumträgt, wäre der sehr gefährdet. Aufpassen muss man beim Einschieben der Kamera in die Tasche, man kommt sehr leicht auf die on/off-Taste und zack will sich das Objektiv herausschieben. Doch da gewöhnt man sich ganz schnell dran und fasst sie einfach anders.
Insgesamt finde ich die Kamera eine gute Anschaffung für die schnellen Fotos unterwegs und im Urlaub. Sie hat alles was ein Hobbyfotograf so braucht und sogar noch mehr. Die Qualität der Fotos und die Möglichkeiten die sie bietet, haben mich überzeugt!