Handlung:
Der Zyniker Rick betreibt 1941 in Casablanca einen einträglichen Nachtclub und kümmert sich nicht um die Probleme der Welt. Weder die Not der Emigranten noch die Weltpolitik scheinen ihn zu interessieren. Er gibt sich distanziert und gefühlskalt und vor allem neutral. Ob Nazis oder Widerstandkämpfer, alle gehen in seinem Café Américaine ein und aus.
Das ändert sich aber jäh als eines Tages die traurig schöne Ilsa mit ihrem Begleiter dem ungarischen Widerständler Victor Laszlo auftaucht, denn Rick kennt diese Frau. Es stellt sich heraus, dass sie einst ein Liebespaar waren, in Paris, kurz bevor die deutschen Truppen einmarschierten. Ilsa ist der Grund für Ricks Verbitterung, denn sie hat ihn damals unerklärlicherweise verlassen. Nun bleiben natürlich wilde Verwicklungen auch nicht mehr aus. Rick entdeckt plötzlich sein Herz und seinen Patriotismus wieder und hilft Victor Laszlo auf Kosten seiner großen Liebe sogar zur Flucht aus Casablanca.
Infos zum Film:
Casablanca wurde noch mitten im 2. Weltkrieg mit einfachsten Mitteln von Michael Curtiz gedreht und ist für 8 Oskars nominiert und mit drei Oskars ausgezeichnet worden, aber kaum jemand hätte zu diesem Zeitpunkt erwartet, dass Casablanca sogar im nächsten Jahrtausend noch offiziell zu den besten Filmen aller Zeiten gezählt werden würde.
Der Film wurde nicht etwa an Originalschauplätzen gedreht sondern in Studios in den USA. Mit den damaligen Produktionskosten von knapp 1 Mio. Dollar, könnte man für heutige Filme nicht einmal die Tricktechnik bezahlen, ja sogar das Flugzeug war aus Pappe. Auch hatte man damals mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann "nur" die zweite Besetzung für die Hauptrollen erhalten, denn ursprünglich waren Ronald Reagan und Michèle Morgan als Rick und Ilsa vorgesehen (Wer weiß, ob sich dann heute noch jemand an den Film erinnern würde ;-)).
Das Phänomen
Casablanca ist für mich ein Phänomen, das sich kaum in einem Satz erklären lässt. Oberflächlich betrachtet scheint es sich um einen romantischen Liebesfilm zu handeln, der ein wenig mit Agenten- und Krimiflair aufgemotzt wurde. Gepfeffert ist er mit reichlich Anti-Nazi-Propaganda und durch viele geistreiche Wortgefechte aufgelockert. Selbst die Nebenrollen sind mit vielen damals namhaften Schauspielern wie Paul Henreid (Victor Lazlo), Claude Rain (Capt. Renault), Peter Lorre (Ugarte) oder Conrad Veidt (Major Strasser) besetzt, und doch kann das nicht allein die Erklärung sein, warum Casablanca im Gegensatz zu vielen anderen gleichartigen Filmen immer noch unvergessen ist, warum mir heute immer noch (auch beim 10. Mal Ansehen) eine Gänsehaut über den Rücken läuft, wenn Sam "As time goes by" spielt.
Natürlich da gab es noch den göttlichen Humphrey Bogart als ach so maskulinen, hartgesottenen und eiskalten Rick und die unsäglich schöne Ingrid Bergmann, die sogar ohne aufgespritzte Lippen und geliftetes Face, nur mit ihrem tragischen Gesichtsausdruck, jede heutige Filmdiva an die Wand spielt. Haben also Bogey und Ingrid Bergmann Casablanca unsterblich gemacht? Oder war es nicht eher anders herum? Der Film hat ein kluges Drehbuch, für das es sogar einen Oskar gab und umgesetzt von dem "Großmeister" der Filmklassiker, Regisseur Michael Curtiz, konnte eigentlich gar nichts schief gehen, oder doch?
Ich glaube, ich muss mir Casablanca einfach noch 10 Mal ansehen, bis ich dieses Phänomen begreife.
DVD:
Laufzeit 96 Min. schwarz-weiß, Bildformat 1.33:1 in 4:3, Deutsch, Englisch, Spanisch, Untertitel in 19 Sprachen weiterhin Untertitel in Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte.
Extras: Interaktive Menüs, Szenenauswahl, Trailer, Original-Dokumentation "You must remember this".