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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Vogelmann singt nur, bis du nach ihm greifst,
Von SisterDew (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Caruso (Audio CD)
Schon lange höre ich Musik. Es gab Zeiten, da begeisterte mich fast jeden Monat eine neue Band. Zu entdecken gab es einiges, - aber inzwischen hat man einfach schon alles irgendwo in ähnlicher Form gehört, so dass man nicht mehr oft das Gefühl hat, vom Hocker gerissen zu werden. Wenn ich mir heute eine CD kaufe, bin ich wirklich schon sehr froh, wenn mir zwei oder drei Songs ge- bzw. auffallen. Das schreibe ich, damit man meine Fünf-Sterne-Begeisterung für CARUSO richtig einschätzen kann...Nils Koppruch ist ein Vollblut-Künstler und sein neustes Album ist ein echter Glücksfall. Natürlich hat er das Songwriting nicht neu erfunden, aber auf CARUSO stimmt einfach alles. Nils' markante Stimme, das Arrangement der Songs und nicht zu Letzt die verrätselte Poesie seiner Texte. Dass der Vogelmann ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, hat er schon mit FINK und dem Solodebüt "Den Teufel tun" bewiesen, doch musikalisch war er noch nie so abwechslungsreich und kreativ wie auf dieser Scheibe. Wie ich las, hat Helge Schneider es angeblich abgelehnt, das jazzige Tastenspiel auf dem Titelsong "Caruso" als Gastmusiker zu übernehmen, weil ihm der Track zu traurig sei. Dabei wäre es das Beste, was es seit fünfzehn Jahren gemacht hätte. Das Lied macht einfach unheimlich Spaß. So wie das komplette Album. CARUSO hat den Groove, von dem so viele Musiker diesseits und jenseits der deutschen Grenzen träumen. Nils Koppruch gibt mit diesem Album das Hauptprogramm, er zeigt den Sprung über den eigen Schatten und den Nerv aus Eisen, er ringt das Huhn und kämmt den Affen - und ich, ich hab meinen Hocker verlassen und mach die Lampe für ihn aus. Die CD ist das Schönste, was ich seit sehr langer Zeit gehört habe. Ich mag jeden einzelnen Song! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Caruso" oder eine Geschichte über das Ankommen,
Rezension bezieht sich auf: Caruso (Audio CD)
Die musikalische Experimentierfreude, die FINK-Alben reizvoll machte, ist nach dem recht schlichten Vorgänger "Den Teufel tun" wieder erwacht. Ein prachtvolles Bukett erlesener, akustischer Instrumente rankt sich um den gewohnt schnörkellosen Gesang. Wo dunkle Lyrik Szenen skizziert, tupft die Musik Farben. Dank vieler hilfreicher Hände schöpft Koppruch aus einem Instrumentarienschatz mit folk-klassischer Schönheit. Zwischen wehmütig-warmen Cello schluchzen die Geigen, ein hibbeliges Banjo tanzt zwischen satt-swingender Bass und pointierter Percussion, das Pedal Steel singt hingebungsvoll, freche Bläser heizen augenzwinkernd dem Liebestaumel ein, eine heisere Tom-Waits-Gitarre tönt und das Piano hat den Blues. Die geliebten Schrulligkeiten, Irrwege durch Sinn und Sein, schwingen ein Tanzbein mit der guten Portion Liebe, einer Prise Humor und manchem Ohrwurm. Brillanter hat Nils Koppruch nie geklungen."Die Tür schlägt zu, man dreht sich um und kommt nicht wieder rein." Das Album beginnt mit einer Situation, die durchaus eine Filmszene sein könnte. An dieser Stelle nimmt die Reise des "poor boy" (Armer Junge weint, armes Mädchen auch) ihren Lauf durch den Koppruchschen Kosmos. Es ist ne sonderbare Welt, aber Koppruch suhlt sich nicht in seinem Leid, wie es in mancher Songwriter-Depression gerne zelebriert wird. Neben aller Verzweiflung, stehen immer auch tröstende Bilder wie: "der Löwe liegt beim Lamm und ich allein wär tausend Mann" - ein schon durch die Alliteration verbales Sahneschnittchen, das ein traumartig-wohliges Gefühl von Idyll und Frieden zu zaubern vermag. Wir folgen dem Protagonisten weiter in triste Backstageräume und ziehen Resümee unter enttäuschende Beziehungen. An einem Tiefpunkt, wo andere sich aufgeben, sieht Koppruch den vielleicht einzig möglichen Weg: den Blues aushalten und weitermachen, die Nadel im Heuhaufen suchen, den Sprung über den eigenen Schatten wagen. Selbst im tristen Blick auf den erfolglosen Musiker steht die abgeklärte Erkenntnis: "Du kannst das Tier zum Brunnen bringen, doch kannst du´s nicht zum Trinken zwingen." Auch in älteren FINK-Texten gab es Zeiten, wo man mit dem Gesicht zur Erde lag, doch die Richtung kam von vorne entgegen. Wir beobachten hier aber keine Vögel im Winter, sondern spüren den Sommer auf der Haut. "Kirschen gibt´s an Sommertagen, nur solang die Bäume tragen ..." Also hebt man erkenntnisgereift besser den Kopf. Vielleicht fällt der Blick auf einen Kirschbaum am Straßenrand, der gerade reich trägt, und der Weg geht sich wieder ein Stück wie von selbst. "Weil´s möglich ist" und der Henker macht ja auch nur dann den Knoten, wenn man ihn läßt. Begleitet von Gisbert zu Knyphausen reitet der "poor boy" weiter durch die Steppe mit "Der Aussicht" auf silbrige Horizonte, die schließlich das Pferd am Laufen halten müssen. Man schlendert etwas ratlos-verkatert über den "Hamburger Berg" und macht einen romanzenhaften Abstecher ohne Worte nach "Wien". Eingeblendet sind chronologisch unabhängige Momente: verrückte Bilder von gefühlter Sturmflut und Inferno, wenn die Liebe zündelt aber auch die sehr plastisch erzählte Erfahrung tiefer Existenzkrise, wenn die vertraute Welt scheinbar fort gespült wurde. Vielleicht weil der Mensch fehlt, der mir von mir erzählt? Die Beziehung zum Du nimmt in den meisten Songs eine latente Rolle ein. Aber dies zu beschreiben erscheint auch Koppruch unmöglich, denn "Kein einziges Wort reicht so weit". Was auch immer in dem Brief stand, der lieber ungelesen bleiben sollte: Am Ende des Films stellt Regisseur Koppruch den "armen Jungen" wieder vor eine Tür. Wir ahnen: "Alles kommt in Ordnung", denn sie wird sich öffnen. Es ist eine musikalische Geschichte über das Ankommen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
da lacht im tal des todes die sonne,
Von gottfried "kopp" (vorarlberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Caruso (Audio CD)
Ich schließe mich den passenden Worten aus der Vorrezension aus vollem Herzen an. Ein starkes Album! Ich liebe es. Intensiv, abwechslungsreich und stimmig arrangiert, klasse gesungen, wunderbare Texte. Ein großer seines Metiers. Beim Hören der Melodien nistet sich eine wohltuende, zufrieden und froh machende, Stimmung ein. Mit jeder Runde erschließen sich die wunderlichen Texte klarer. Und jetzt Sandalen anziehen, Stöpsel ins Ohr und los gehts, hinaus, über Stock und Stein! Ob Regen oder Schnee, da lacht im Tal des Todes die Sonne!
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