Sein erstes Soloalbum, "Euphoria Morning", habe ich geliebt. Ein kleines Meisterwerk mit tiefgehendem Songwriter-Rock und gelungenen, wenn auch in der Zeit verhafteten Sound-Experimenten. Man durfte gepannt sein, was Cornell ohne Soundgarden noch so alles auf die Beine stellen würde.
Umso unerklärlicher fand ich seinen Beitritt zur Stadion-Rock Supergroup Audioslave. Schluss mit Überraschungen.
Jetzt ist er wieder solo am Start mit dieser neuen Platte, und man kann nur sagen, dass hier eine Chance vertan wurde, sich im zweiten Anlauf als außergewöhnlicher Singer/Songwriter zu etablieren. Die Kompositionen samt Texten sind sehr glatt geraten, teilweise als schmalzig zu bezeichnen. Hier und da tauchen die Cornell-typischen, schrägen harmonischen Wendungen auf, die auf seine frühere Klasse hindeuten. Das reicht jedoch nicht für einen Musiker seines Formats. Alles in allem uninspiriert.
Ach ja, singen kann er auch nicht mehr so toll. Seine Stimme klingt teilweise sehr angestrengt, trotz Studiosituation. Sie trifft's einfach nicht mehr. So gerät die gewagte Coverversion von "Billy Jean" zu einer unfreiwillig komischen Nummer.