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am 5. November 2013
Die Rache heißt Carrie
Carrie hat wahrlich kein leichtes Leben. Aufgewachsen bei einer Mutter, die sich ihrem religiösen Wahn hingebt und versucht ihre Tochter zur Unschuld der Welt zu erziehen, geradezu fanatisch und gespenstisch alles als Sünde abstraft, fällt sie bei ihren Mitschülern schnell auf. Sie wird Opfer von verschiedenen Hänseleien, die immer grausamer werden, die ihr Leben zur Hölle machen. Vor allem, als sie beim Duschen nach dem Sportunterricht aufgrund ihrer ersten Periode in Panik ausbricht, versucht ihr keiner klar zu machen, was das Blut zwischen ihren Beinen bedeutet, dass sie zur Verzweiflung treibt. Im Glauben, sie verblutet, bewerfen sie ihre Mitschüler mit Tampons und anderen Dingen, ziehen sie auf und lassen sie mit ihrer Todesangst kämpfen. Schließlich greift die Sportlehrerin ein und beendet die grausame Szene, bei der auch eine Lampe plötzlich zu Bruch ging.
Es war nicht der erste ungewöhnliche Fall dieser Art, der die telekinetische Kräfte in Carrie weckt. Sie lernt mit dieser schlummernden Kraft umzugehen, sie zu kontrollieren und beginnt damit Gegenstände schweben zu lassen. Ein kleines bisschen Trost in ihrem sonst bescheidenen Leben, dass sie schon lange abgeschrieben hat.
Doch Tommy, einer beliebtesten Jungen der High School, fragt sie, ob sie mit ihm auf den Abschlussball gehen soll. Anfangs ist Carrie misstrauisch und sieht dahinter nur eine grausame Episode der Demütigung, lässt sich aber von ihm überreden. Alles scheint gut zu werden, für sie könnte endlich ein neues Leben beginnen, sie könnte aus dieser Welt ausbrechen, einfach nur normal leben. Zumindest glaubte sie das...

Mit "Carrie" legte Stephen King seinen ersten publizierten Roman hervor und damit den Meilenstein für seine Weltkarriere. Was King uns in seinem Roman erzählt, ist eine kleinstädtische Geschichte, über eine religionsfanatische Mutter, die mehr als nur eine Störung zu haben scheint, und das tragische Schicksal eines Mädchen, dass sich nur wünscht wie die anderen zu sein, von ihren Mitschülern gemocht zu werden und nicht nur das Opfer ihrer Umstände zu sein. Bis dahin könnte man meinen, man hat einen klassische Geschichte vor sich, über ein Mädchen, dass es schafft akzeptiert zu werden, endlich aus ihrer Misere ausbrechen kann und doch schlussendlich noch tiefer fällt. Doch nichts dergleichen bietet Stephen King und erzählt stattdessen die Geschichte eines Mädchen mit einer Gabe. Ihre telekinetischen Kräfte sind für sie ein Segen, in ihrer sonst so abscheulichen Welt und verleihen ihr Kraft und Mut und schlussendlich auch die Kraft, sich an denen zu rächen, die ihr so lange Leid zugefügt.
Das Faszinierde ist dabei, dass man als Leser nicht ein einziges Mal den Gedanken verspürt, dass es ungerecht ist. Insgeheim liest man über die Worte und denkt sich, sie haben es verdient, sie haben es alle verdient und ist schier entsetzt über seine eigene Brutalität. Denn das, was Carrie White erleben musste, wünscht sich niemand. Man durchleidet ihr Leben, möchte sie in den Arm nehmen und trösten, ihr sagen, dass alles gut wird, sie von ihrer kranken Mutter wegnehmen, die sie einsperrt und für ihre angeblichen Sünden bestraft, die keine Sünden sein können, weil sie natürlich sind. Eine Mutter, die sich selbst hasst für ihr sündiges Leben und ihrer Tochter zur absoluten Reinheit erziehen will, egal wie viel Kummer Carrie dabei ertragen muss. Egal, was sie ihrer Tochter dabei antut und sie sehr sie Carrie dadurch von der Gesellschaf isoliert.
Mit spielerischer Hand bringt uns Stephen King zu diesen Mitgefühl für Carrie. Er erzählt aus verschidenen Perspektiven ihr Leben, aus ihrer Eigenen, teilweise aus Leuten, die sie kannten, die manche Dinge miterlebt hatten oder auch die Sicht ihrer Peiniger, die man aufhalten möchte und doch nur zusehen kann. Dabei greift King zu ungewöhnlich Mitteln. Er benutzt Zeitungsausschnitte, Berichte aus fiktiven Büchern oder teilweise wissenschaftliche Abhandlungen um das Phänomen Carrie aufzuschlüsseln und schafft dadurch die nötige Distanz zum Leser, dass er sich ein gesamtes Bild der Lage machen kann. Immer mit einem angepassten Schreibstil, der nicht nur die Gedanken seiner Perspektivträger realistisch wiedergibt, sondern temporeich die Geschichte vorantreibt. Dieser Reichtum aus Ansichten, vermengt sich zu einer Person, einer runden Persönlichkeit, die eine tragische Figur ist und deren Beweggründe man nur zu gut verstehen kann. Man verspürt Hilflosigkeit, weil man das Unausweichliche kommen sieht, weil es so kommen muss und sieht die Katastrophe, ihre Anfänge, ihre Gründe und ihre Auswirkungen. Und nicht immer geht King dabei in chronologischer Reihenfolge vor, nimmt Teile vorwegt, fügt andere hinzu, so dass der Leser das Ende vorzeitig weiß und es trotz allem der Spannung nicht schadet. Vielmehr ist das Vorwegnehmen, der Schlüssel dem Leser das Herz zu brechen, denn er möchte es aufhalten und kann es doch nicht tun. Das komplette Spektrum wie ein braves Mädchen zu einem Monstrum wird, dass es gar nicht sein wollte und nie werden wollte, ist dargestellt. Und genau dort zerspringt der Horror in Stephen Kings Roman und wird zu einen tiefsinnigen Roman, der nicht nur ein Höllenszenario beschwört, sondern vor allem ein Psychogram eines Unschuldigen bietet, der durch seine Ohnmacht keinen anderen Ausweg mehr sieht. Carrie ist wie ein Tier, in die Ecke gedrängt und keinen anderen Ausweg mehr sieht. Das übernatürliche Element ist da nur noch ein Extra um dem Ganzen einen bildreichen Rahmen zu bieten und die Handlung mit einem Knall enden lässt, und einen Leser zurücklässt, der nicht weiß, der die Katastrophe bedauern oder das tragische Schicksal von Carrie beweinen soll.

Fazit
"Carrie" ist Stephen King's Debüt, welches nicht ohne Grund den Meilenstein für eine Karriere legte. Hier zeigt der Meister des Horrors seine Vielfältigkeit, sein Gespür für Charaktere und das Talent für bitterböse und große Szenarien. Für Fans von King Pflicht, für alle anderen eine großartige Erfahrung für tiefsinnige Horrorliteratur, die weit über den bloßen Horror hinausgeht. Wenn es nicht sogar in seinem Inneren den wahren Horror des Lebens zeigt.
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Geboren als Kind fanatisch religiöser Christen wächst Carrie zu der geborenen Außenseiterin heran. Als Dreijährige ließ sie einst einen Steinregen auf ihr Elternhaus niederprasseln, weil ihre eigene Mutter sie in ihrem religiösen Wahn ermorden wollte. Als Sechzehnjährige wird sie von ihren Mitschülern wegen ihrer scheuen, zurückhaltenden Art, ihrem tiefgehenden Glauben, der daraus resultierenden Unwissenheit und ihrem Aussehen gehänselt. Eines Tages setzt das Eintreten ihrer ersten Menstruation jedoch ein Ereignis in Gang, in dessen Verlauf sie einen Augenblick schlimmster Demütigung erleben muss und Kraft ihrer Gedanken eine Glühbirne zur Explosion bringt. Der nahende Abschlussball lässt ihre Mitschülerin Christine Hargensen einen Plan schmieden, wie sie Carrie einen wahrhaft bösen Streich spielen kann. Susan Snell jedoch bittet ihren Freund Tommy Ross Carrie zum Abschlussball einzuladen, um ihr wenigstens eine kleine Freude zu machen. Doch was keiner ahnt, Carrie verfügt über eine unheimliche Gabe, die sich langsam zu entwickeln beginnt. Als Chris Streich gelingt, können sie weder Susan, noch die zarten Bande zu Tommy daran hindern sich von Schmerz, Enttäuschung und Wut zum Äußersten treiben zu lassen. Carrie rächt sich und entfesselt Kraft ihres Willens ein Inferno, das die Stadt beinahe in Schutt und Asche zu legen droht.
Mit Carrie hat Stephen King ein faszinierendes Werk über eine Außenseiterin geschaffen, die sich in die Lage versetzt sieht, sich an Allem und Jeden zu rächen. Schon sein erstes Werk zeugt von einem spannenden Handlungsaufbau, einer furchterregenden Macht und einem dramatischen Finale.
Die Situation von Außenseitern ist in diesem Buch sehr schön dargestellt und dürfte wohl einigermaßen den gegebenen Situationen entsprechen. Carries Rache stellt auch die Wut der meisten Außenseiter auf die Gesellschaft, die sie so verachtet, sehr gut dar und erzeugt dadurch eine sehr geladene Atmosphäre in der man die Gefühle der Protagonistin sehr gut nachvollziehen kann. Es bringt einen auch zum Nachdenken darüber, weshalb auch in neuerer Zeit derart viele Gewalttaten an Schulen geschehen.
Ein überzeugend spannendes Buch eines der größten Unterhaltungsautors unserer Zeit, mit einer Spur Sozialkritik, ausgewogenen Charakteren und einer tiefgehenden emotionalen Handlung.
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am 20. Februar 2010
Ohne Zweifel ist dieses Werk, eines der besten Romane, die ich je gelesen habe. Es war mein zweites Buch, von Stephen King, das ich in vier Tagen verschlungen hatte. Die Geschichte einen jungen, eingeschüchterten Mädchens, das ihre Wut durch Telekinese entfesselt, fesselte mich, von Anfang an. Man leidet, freut und fühlt mit Carrie bis zum Ende mit. Vor allem der Schreibstil, der von allen Schriftstellern, deren Werke ich bereits lesen durfte der realistischte ist. Man kann sich alle genau vorstellen, die Personen, die Schauplätze ebenso die Taten und Emotionen.

Kann diese Buch, wirklich mehr als nur empfehlen, wahrlich ein Meisterwerk, für jeden King-Fan ein absolutes muss!

Möchte noch gerne einen Tipp geben, falls man vorhat sich den Film anzusehen, kann ich nur raten dies zuerst zu tun, da die Enttäuschung zu groß ist. Jedenfalls meiner Meinung nach. :)
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am 26. Januar 2016
Die Geschichte von Carrie kennt wohl jeder. Der Verfilmung von 1976 ist ein absoluter Klassiker. Obwohl ich großer King-Fan bin, habe ich bisher der Lektüre des Buches nicht gewidmet. "Die Handlung kenn ich doch schon", habe ich mir gedacht. Nun habe ich mir das Hörbuch angehört und war echt überrascht.
Die Handlung dreht sich um die 16-jährige Schülerin Carietta White in der US-Kleinstadt Chamberlain. Carietta wächst ohne ihren Vater auf, der vor ihrer Geburt auf einer Baustelle ums Leben gekommen ist. Bereits im Alter von drei Jahren lässt sie mit ihren telekinetischen Kräften einen Steinregen über dem Haus niedergehen, in dem sie mit ihrer Mutter lebt, als diese ihr in religiösem Wahn nach dem Leben trachtet. Im Alter von 16 Jahren bekommt Carrie nach dem Sportunterricht unter der Dusche ihre erste Periode, über die sie unwissend und erschrocken ist. Ihre Mitschülerinnen hänseln und demütigen sie deswegen. In der Folge treten einige Fälle von Telekinese als Reaktion auf Beleidigungen, Demütigungen oder Ignoranz ihrer Mitmenschen auf, und Carrie wird sich der Tatsache bewusst, dass diese von ihr ausgehen. Den Rest könnt ihr nachlesen. :)

Im Vergleich zum Film (bzw. Filmen) taucht das Buch vielmehr in die Psyche der Figuren ein. Es werden Gründe hervorgebracht, warum sich bestimmte Personen so und nicht anders verhalten.

Besonders an dem Buch ist auch, dass in die eigentliche Geschichte diverse Auszüge aus anderen "fiktiven" Berichten eingefügt werden. Das ist zum einem echt interessant, weil man viel Hintergrundwissen erhält. Zum anderen fand ich es auch stellenweise nervenzehrend, weil das Buch damit in die Länge gezogen wird und viele Anspielungen gemacht werden, die die Spannung vermindern. Teilweise werden auch die Geschehnisse mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert, was mich dann auch langweilte.

Man merkt, dass eines von KIngs ersten Roman war, wenn man sich den Schreibstil ansieht. Dennoch zeigt sich schon hier, dass der Meister des Horrors keine Tabus und Grenzen kennt. Es werden die hässlichsten menschlichen Gedanken beschrieben. Darüber hinaus übt er Kritik an den verschiedensten zentralen Themen unserer Gesellschaft wie Mobbing, Fanatismus, Egoismus usw.

Das Hörbuch wurde von Franziska Pigulla gesprochen, die bereits Gillian Anderson in Akte X ihre Stimme verlieh. Sie hat eine tiefe, angenehme Stimme, die sie perfekt modulieren kann. Bin echt begeistert!
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am 26. Mai 2014
Wohl kaum einer kennt die Geschichte von Carrie White und ihrer Ballnacht nicht. Carrie, die von einer fanatisch religiösen Mutter streng erzogen wurde und schon immer das Gespött der Schule war. Carrie, die telekinetische Fähigkeiten besitzt. Carrie, die auf ihrer Ballnacht gedemütigt wird. Carrie, die sich rächt. Ob nun als Romandebüt von Stephen King oder als einer der vielen Verfilmungen, die Geschichte kennt man. Wahrscheinlich hat mich genau dies so lange davon abgehalten auch endlich mal dieses Buch meines Lieblingsautors zu lesen.

“Carrie” ist bekanntlich Stephen Kings Romandebüt und sein Durchbruch. Früher von ihm verfasste Werke sind erst später unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht worden. Für mich als Stammleser, die bereits Dutzende von seinen Büchern verschlungen hat, stellt dieses Werk ein Bindeglied zwischen diesen beiden Autoren dar. Stephen King nimmt seinen Leser an die Hand und führt ihn fast freundschaftlich in die tiefsten Abgründe des Vorstellbaren hinab. Bachman hingegen ist direkter, härter und auch weniger fantastisch. Carrie hat etwas von beiden.

Die Geschichte beginnt, als Carrie in der Mädchenumkleide unter der Dusche ihre Periode bekommt. Durch ihre fanatistische Erziehung hat sie bisher keine Ahnung von diesen Dingen und bricht in Panik aus, während all die umherstehenden Mädchen sie beschimpfen und sie mit Tampons und Binden bewerfen. Während sich die Geschichte entwickelt, werden immer wieder Zeitungsartikel, Auszüge aus fiktiven Publikationen zum Vorfall und Polizeimeldungen, Zeugenaussagen und Verhöre zwischengeschoben. So erschreckend die Geschichte an sich und vor allem Carries Mutter ist, so sehr hat King für mich durch diese Einschübe die Spannung herausgenommen. Bereits auf den ersten Seiten weiß selbst sehr unbedarfteste Leser, dass etwas Schreckliches passieren wird, dass daran Carrie Schuld sein wird und dass dies während der Ballnacht und durch ihre Fähigkeiten passieren wird. Zwar Beleuchten diese Zusatzinformationen die Geschehnisse von zusätzlichen Seiten und geben den fast durchweg unsympathischen Charakteren menschlichere Seiten, dennoch störten sie mich, vor allem in dem Umfang, in welchem sie dargeboten wurden.

Einen wirklichen Protagonisten kann man in dieser Geschichte meiner Meinung nach nicht nennen. Natürlich dreht sich alles um Carrie, trotzdem werden auch andere Charaktere immer wieder beleuchtet und keinen kann man wirklich sympathisch finden. Selbst Carrie, die durch ihre schreckliche Mutter so viel Leid erdulden muss und überall aneckt, ist mehr mit einem mitleidigen Gefühl denn mit Sympathie bedacht.

“Carrie” stellt für mich keinen typischen King-Roman dar. Lässt man die Einschübe außer acht, so ist die Geschichte um den Leidensweg der Carrie White und ihrer Explosion erschreckend realistisch, heftig und unbarmherzig. Kings Schreibstil ist noch nicht gefestigt, trotzdem einnehmend und flüssig zu lesen. “Carrie” wird nicht zu meinen Lieblingsroman von King zählen, das Buch hat mir dennoch gut gefallen. Zu Empfehlen für jeden Leser, der neben einer fantastischen Geschichte über ein Mädchen mit telekinetischen Kräften auch in die Abgründe einer religiös-fanatischen Familie schauen möchte und sich zudem mit dem Horrorort Schule beschäftigt, der für so viele Außenseiter einen täglichen Albtraum darstellt.
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Erster Eindruck: Einer von Kings bekannteste Romanen

Die 3-jährige Carrie lebt seit dem Tod ihres Vaters allein bei ihrer religiös-fanatischen Mutter. Als diese in einem Wahnanfall ihre Tochter umbringen will, löst Carrie einen Steinhagel aus. Und auch als Teenager kommen ihre übersinnlichen Fähigkeiten nicht zum Erliegen, und auch hier wird sie von Mitschülern immer wieder gedemütigt...

Oftmals als Großmeister des Horrors betitelt hat Stephen King eben dieses Genre immer wieder geprägt und weiterentwickelt. So auch mit 'Carrie', einem seiner ersten Romane, der nun erstmals als ungekürzte Lesung erschienen ist. Der Anfang ist dabei noch recht beschaulich und in der später typischen Kleinstadtkulisse gehalten, doch konsequent entwickelt sich das Szenario weiter und steigert sich hin zu einem packenden Finale, einem regelrechten Gewaltexzess. Dabei wird Carries Leben als Außenseiterin, weder von der Mutter noch von den Mitschülern akzeptiert und immer wieder gedemütigt, genau beleuchtet, was ihre Entwicklung nachvollziehbar machen lässt. Ihre übersinnlichen Kräfte steigern sich dabei in eben diesem Maße weiter, in dem sich auch ihre problematische Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Erwachsenwerden und der aufkeimenden Sexualität wächst. Beklemmend und bedrückend ist die Stimmung, die besonders in den letzten Szenen eine wahrhaftige Explosion nach sich zieht. Interessant, wie sich ein erwachsener Mann in die Ängste und Nöte eines jungen Mädchen hineinversetzt und diese ebenso glaubwürdig wie eindringlich porträtiert. Carrie gehört mittlerweile zu Recht zu den Klassikern des Horror-Genres und kann auch in dieser Umsetzung vollkommen überzeugen.

Als Sprecherin des Hörbuchs konnte die großartige Franziska Pigulla gewonnen werden, die mit ihrer variablen Stimme jede Situation genau ausleuchten kann. Auch die Steigerung des Romans kann von ihr genau aufgegriffen werden, die anfängliche, fast beschauliche Stille und die spätere Gewaltorgie, die Carrie veranlasst, wird von ihr ebenso gut umgesetzt. Eine sehr gute Leistung, die durch den dunklen und teilweise bedrohlichen Klang ihrer Stimme noch unterstützt wird.

Auf gerade einmal zwei CDs passen die über 9 Stunden der Lesung im MP3-Format. Diese sind in einer einfachen Papphülle untergebracht, die kleine Infos zu Sprecherin und Autor bereit hält, ansonsten aber recht simpel gestaltet wurde. Das Titelbild zeigt ein Stück von Carries rotem Kleid und einen einfachen Schriftzug, die Hülle ist aber ein wenig zu hoch um bequem in jedes CD-Regals zu passen.

Fazit: Ein bedrückender Roman mit einer konsequente Steigerung und gelungenen fantastischen Elementen, sehr gut vorgetragen von Franziska Pigulla.
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Geboren als Kind fanatisch religiöser Christen wächst Carrie zu der geborenen Außenseiterin heran. Als Dreijährige ließ sie einst einen Steinregen auf ihr Elternhaus niederprasseln, weil ihre eigene Mutter sie in ihrem religiösen Wahn ermorden wollte. Als Sechzehnjährige wird sie von ihren Mitschülern wegen ihrer scheuen, zurückhaltenden Art, ihrem tiefgehenden Glauben, der daraus resultierenden Unwissenheit und ihrem Aussehen gehänselt. Eines Tages setzt das Eintreten ihrer ersten Menstruation jedoch ein Ereignis in Gang, in dessen Verlauf sie einen Augenblick schlimmster Demütigung erleben muss und Kraft ihrer Gedanken eine Glühbirne zur Explosion bringt. Der nahende Abschlussball lässt ihre Mitschülerin Christine Hargensen einen Plan schmieden, wie sie Carrie einen wahrhaft bösen Streich spielen kann. Susan Snell jedoch bittet ihren Freund Tommy Ross Carrie zum Abschlussball einzuladen, um ihr wenigstens eine kleine Freude zu machen. Doch was keiner ahnt, Carrie verfügt über eine unheimliche Gabe, die sich langsam zu entwickeln beginnt. Als Chris Streich gelingt, können sie weder Susan, noch die zarten Bande zu Tommy daran hindern sich von Schmerz, Enttäuschung und Wut zum Äußersten treiben zu lassen. Carrie rächt sich und entfesselt Kraft ihres Willens ein Inferno, das die Stadt beinahe in Schutt und Asche zu legen droht.

Mit Carrie hat Stephen King ein faszinierendes Werk über eine Außenseiterin geschaffen, die sich in die Lage versetzt sieht, sich an Allem und Jeden zu rächen. Schon sein erstes Werk zeugt von einem spannenden Handlungsaufbau, einer furchterregenden Macht und einem dramatischen Finale.

Die Situation von Außenseitern ist in diesem Buch sehr schön dargestellt und dürfte wohl einigermaßen den gegebenen Situationen entsprechen. Carries Rache stellt auch die Wut der meisten Außenseiter auf die Gesellschaft, die sie so verachtet, sehr gut dar und erzeugt dadurch eine sehr geladene Atmosphäre in der man die Gefühle der Protagonistin sehr gut nachvollziehen kann. Es bringt einen auch zum Nachdenken darüber, weshalb auch in neuerer Zeit derart viele Gewalttaten an Schulen geschehen.

Ein überzeugend spannendes Buch eines der größten Unterhaltungsautors unserer Zeit, mit einer Spur Sozialkritik, ausgewogenen Charakteren und einer tiefgehenden emotionalen Handlung.
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am 14. Januar 2000
Carrie ist schüchtern, nicht besonders attraktiv und enorm unbeliebt. Ihre Mutter ist fanatisch religiös und hält sie von allem fern, was in ihren Augen „böse" ist. Ihre Mitschüler hänseln sie unentwegt und spielen ihr furchtbare streiche. Kurz gesagt: Carries leben ist die Hölle. Aber Carrie hat eine Gabe: sie kann Dinge durch die Kraft ihrer Gedanken bewegen. Und als ihr ihre Mitschüler beim Abschlußball den schlimmsten aller Streiche spielen, setzt sie diese Gabe ein. Nun wird das Leben, oder eher gesagt der Tod, für die anderen zur Hölle...
Stephen Kings Erstlingswerk wäre fast in der Mülltonne gelandet. Aber dort gehört es sicher nicht hin: die Geschichte von der Außenseiterin Carrie, die grausame Rache an ihren Peinigern nimmt, ist spannend zu lesen. Der ungewöhnliche Stil (Tagebucheinträge, Zeitungsausschnitte oder Zeugenaussagen) sorgt dafür, das die sonst bei King üblichen Längen hier fast völlig ausbleiben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 15. Juli 2014
Zu schade für den Papierkorb - fand auch Kings Frau - und drängte den Altmeister, seinen Roman zu veröffentlichen. Zum Glück für uns, denn dieser Roman ist einer der besten aus Stephen Kings Schaffen!

Auch als Ebook absolut lesenswert und mit einem Nachwort zur Entstehung des Romans versehen, werden "Carrie" oder auch "Carrietta White" und ihre Mutter Margaret zu einem Synonym für religiösen Wahn und Außenseitertum, die sich in Verbindung mit außersinnlichen Fähigkeiten in einem Fiasko epischen Ausmaßes entladen.

Wer den Film von Brian de Palma kennt, wird den Roman zu schätzen wissen - auch wenn der Altmeister Stephen King an einigen Stellen mächtig übertreibt und ein Katastrophen-Szenario entwirft, das seinesgleichen sucht. Ein Schmanker'l für jeden, der gepflegten Horror à la Stephen King mag.
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am 16. Mai 2016
Carrie“ ist der erste Roman von Stephen King.
Das dieses fantastische Werk erschienen ist, verdanken wir seiner Frau. Sie hat das Buch aus dem Müll gefischt und King hat es dann veröffentlicht und wurde zu einem weltbekannten Autoren.
King bringt mit „Carrie“ einen ganz neuen Horror in die Welt. Waren es vorher Vampire und Werwölfe, ist es nun ein Mädchen.

Carrie hat es nicht leicht. Sie wird in der Schule gemobbt und lebt zu Hause mit einer fanatischen Mutter.
Sie besitzt die Gabe der Telekinese. Im Alter von drei Jahren lässt sie Steine auf ihr Haus regnet. Dann hält sich ihre Gabe bedeckt und wird erst wieder mit 16 hervorgebracht.
Am Anfang der Geschichte hat Carrie ihre erste Periode, unwissend wie sie ist denkt sie, dass sie verblutet. Ihre Schülern werfen sie mit Tampons und Binden ab und Zuhause von ihrer Mutter zur Strafe in die Besenkammer zum Beten gesperrt.

Das Leben von Carrie wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Mal wird es aus ihrer Sicht erzählt, dann wieder von Leuten die sie kannten.
Auch sind manche Kapitel Auszüge aus fiktiven Abhandlungen, Büchern und Zeitungsartikel.
Dieses stilistische Mittel macht die Geschichte noch mal interessanter.

King schafft es, das der Leser Mitgefühl für Carrie entwickelt.
Man möchte sie in den Arm nehmen und trösten.
Ich verstehe sogar ihre Reaktion auf der Ballnacht.

Ein unglaubliches Buch und ich kann nicht glauben, dass ich es erst jetzt gelesen habe.
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