Es gibt Filme, von denen erwarte ich ganz und gar nichts, doch dann sehe ich sie mir trotzdem an (sei es, weil gerade nichts anderes in der Videothek war, oder durch Überstimmung bei einem Filmeabend), und ich werde äußerst positiv überrascht. So ging es mir mit „Carrie 2". Viele King Fans und Fans von „Carrie" empfinden den Film womöglich als Frechheit, doch mir hat er gefallen. Lässt man den „billiger Abklatsch" Nebengeschmack außer Acht, wird dem Zuschauer ein guter Teenier-Horror/Splatter Streifen geboten. Die Verbindung, die zu „Carrie" hergestellt wird, ist gar nicht mal SO weit hergeholt, und ist noch im Bereich des Akzeptablen. Rachel, die in diesem Teil mit den telekinetischen Fähigkeiten „ausgestattet" ist, war mir zudem als Protagonistin weitaus sympathischer als ihre „Vorgängerin" (Carrie Fans mögen mir verzeihen!), und so macht es die Geschichte für mich gleich noch ein Stück weit dramatischer. Die zarte Romanze zwischen Rachel und Jesse passt sehr gut ins Drehbuch, und gibt der ganzen Sache noch etwas Abwechslung. Doch wie im ersten Teil wird auch Rachel Opfer einiger Gemeinheiten ihrer Mitschüler, und auf einer Party entlädt sich dann ihr ganzer Zorn, und alles endet in einem Blutbad. Und hierbei geht es diesmal weitaus brutaler und „splattriger" zu als in Teil 1.
Am Ende bleibt mir nur zu sagen - ich fand „Carrie 2" bei weitem nicht so schlecht, wie ich es oftmals hörte. Wenn man darüber hinweg sehen kann, dass die Geschichte im Vergleich zum Vorgänger nicht viel Neues bietet, kann man durchaus Gefallen an diesem Horrorstreifen finden. Die leicht düster angehauchte Atmosphäre zieht sich konstant über den ganzen Film und rundet „Carrie 2" perfekt ab. Kein Film, den man gesehen haben MUSS, doch für einen Filmeabend durchaus ok!