Das Buch liegt in Briefform geschrieben vor. Verschiedene Personen, die Michele sehr zugetan sind - so die Mutter, Schwester, der Freund und eine Freundin richten sich mit Briefen an Michele, einen unruhigen jungen Mann, der ständig auf der Flucht ist und sich jedwedem Zugriff, jedweder Festnagelung entzieht. Michele jedoch ist in nur eine Randfigur des Buches, so kann man als Leser eigentlich nicht recht nachvollziehen, was ihn denn im Einzelnen so liebenswert macht. Die Personen jedoch, die ihm schreiben, wachsen einem nach und nach ans Herz, wobei sie alle in sehr unglücklichen Lebensumständen stecken. Auch dieses Buch steckt voller hilfloser Melancholie, die Figuren des Buches erscheinen einsam und entmutigend gleichgültig gegenüber den meisten Dingen, so dass es fast schmerzt. Sie sind unfähig, echte Beziehungen zueinander aufzubauen. Alles, was passiert, erscheint mehr oder weniger zufällig, nicht motiviert. Dabei existieren für den Einzelnen durchaus Visionen des Glücks, nach denen er sich sehnt, aber diese scheinen unerreichbar, dafür wird nichts tatsächlich in Bewegung gesetzt. Das alles ist in Natalia Ginzburgs typischem melancholisch-lakonischen Stil verfasst und wunderbar erzählt!