In den 1970er und 1980er Jahren prägte mitunter ein ganz bestimmter Name den Terrorismus weltweit: Carlos. Nachdem dieser nach langjähriger Suche im Jahr 1994 verhaftet und lebenslang hinter Gitter gebracht wurde, nahm sich 2009 der französische Regisseur Olivier Assayas dem Thema an, und verfilmte die Lebensgeschichte in dem 330 Minuten langen Mammutwerk "Carlos - Der Schakal". Ebenso wurde fürs Kino eine dreistündige Version der aufwendigen Verfilmung angefertigt, welcher diese Rezension zugrunde liegt.
Statt sich auf seine Jugend und seine Herkunft zu beziehen, setzt Assayas Film ein, als Ilich Ramirez Sanchez beginnt für die Palästinenser zu arbeiten. Als er einen Mordauftrag in den Sand setzt, bekommt er erneut eine Chance, und startet einen Anschlag auf die OPEC-Zentrale in Wien. Schnell findet sich Ramirez, fortan Carlos genannt, in der Welt des internationalen Terrorismus zurecht, und beginnt eine Laufbahn ohne Gleichen. Von nun an verfolgt man sein Wirken und Schaffen über die Jahrzehnte hinweg, bis hin zu seiner Verhaftung. Vieles musste der Regisseur hier frei interpretieren, da über diesen langen Zeitraum teils nur wenig über Sanchez bekannt ist. Er schafft es aber ein eindrucksvolles, und vor allem interessantes Bild über diesen Menschen zu zeichnen. Obendrein spielen auch die internationalen Verwicklungen der Terrornetzwerke eine große Rolle, wodurch sicherlich auch Fans von Filmen wie "Der Baader-Meinhof-Komplex" oder "München" voll auf ihre Kosten kommen. Die Besetzung ist über jeden Zweifel erhaben, und auch die Inszenierung ist schlichtweg sehr gut! Obendrein bietet die Blu-ray Box neben der kürzeren Kinofassung auch den längeren Directors Cut und sonstige informative Extras.
Die Scheibe selbst ist vom Bild und Ton her gut, das teils gröbere Filmkorn in einigen Szenen ist beabsichtigt, und passt hervorragend in die Epoche in welcher der Streifen spielt.
In meinen Augen empfehlenswert und hochinteressant!