Ich habe mir die Übungen mal näher angeschaut und empfinde sie - ganz im Kontrast zum Shaolin Kung-Fu - als sehr ruppig und abgehackt. Diese 'eckigen' Bewegungen finde ich von ihrer sehr aggressiven Grundtendenz durchaus interessant. Da die Energien so arg durch den Körper und im Aurafeld durchgescheucht werden, können durchaus kurzfristige Erfolge erzielt werden. Der Knackpunkt liegt allerdings in der Nachhaltigkeit ...
Als Kontrast:
Die sanfte Art des heilenden Shaolin Kung-Fu ziehe ich persönlich dem Tensegrity vor, weil die Brüche der energietischen Barrieren nach und nach kommen und nicht so stürmisch und brutal. Denn Nachhaltigkeit kommt merklich abhängig von der rechten Dosierung der Energie. Das Bewusstsein muss sich der transformierten Wahrnehmung ja nach und nach anpassen, bzw. muss es sich auch in die Materie hineinpflanzen können. Schließlich könnten diese Übungen wirklich zu viel des Guten für manchen sein. Zumal ich wirklich nicht weiß, auf welche alte Tradition diese Techniken zurückgehen soll. Die Schamanen, mit denen ich zu tun habe, finden die Art der Vermarktung, wie sie hier getrieben wird für eine breite Masse und nicht für eine ausgewählte Gruppe (zu der die Bewegungen passen), nicht verantwortungsvoll. Ich stimme dem zu.
Man steckt ja auch kein noch junges Pfänzchen mit voller Wucht in die Erdscholle, scheuert ihm dann gleich ein paar, damit es wach wird und hofft dann, dass ein starker Baum daraus erwächst ...
Ganz in diesem Sinne rate ich eher erfahrenen Menschen dazu, einzuschätzen, wie weit sie mit solchen Techniken gehen wollen. Ich halte es im Endeffekt tendenziell eher für 'ungesund' für solche Menschen, die mit Energiearbeit noch gar nichts am Hut hatten.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit eine etwas anders gesonnene Perspektive vermitteln.
P.S.: Meine Rezension soll in keinster Weise bedeuten, dass die Techniken an sich "schlecht" sind, sie soll aber dahingehend aufmerksam machen, dass man sich nicht ohne Vorwissen einfach hineinstürzen, sondern seine Energiearten schon erprobt haben sollte. Das erleichtert nicht nur den Zugang zu den Bewegungen, sondern gibt auch bodenständige Perspektive dafür, was sich richtig im eigenen Wesen anfühlt. Denn Bewegung gibt und schafft Wege, man bewege sich also dem eigenen Sein nach. Man sollte sich von Energiearbeiten nicht versprechen, dass da irgendetwas explodiert, sofort, mit einem Male - dieses Bedürfnis endecke ich bei relativ vielen Castaneda-Lesern. Das ist allerdings nicht von der Lehre intendiert, denn Wissen kommt mit dem Erkennen, und Erkennen kommt in der Übereinstimmung des Wahrnehmens mit den Arten des höheren Selbstes in der transzendentalen Erfahrung - Wissen bedarf also Vorwissen, bedarf der Erfahrung. So ist es auch hier. Von dort aus kann man weiter schauen.