Carlas Song ist seit Jahren einer meiner Lieblingsfilme. Oyanka Cabezas und Robert Carlyle spielen hervorragend, glaubwürdig und mit viel Gefühl. Auch Nicaragua ist für mich mit seinem Kriegswirrwarr - stellvertretend auch für andere Länder - immer noch ein Thema, bei dem die USA eine äusserst fragwürdige Rolle spielen.
Der Film ist aber auch Liebesgeschichte, beginnt fast kommödiantisch, wird jedoch bald einmal ernst. Glaubwürdig ernst, wie ich meine. Und Carlas Song endet auch nicht mit einem Happyend. Die wunderschöne junge, aber traumatisierte Frau will wieder in ihr Land zurück kehren, nach Nicaragua, kann ihre alten (Rebellen-) Freunde und ihre Familie nicht vergessen. Schliesslich organisiert ihr (neuer) englischer Freund den Flug, bezahlt und begleitet Carla - und lernt den Nicaraguanischen Krieg hautnah kennen. Zudem muss er miterleben, wie Carla nach ihrem (alten) Freund sucht, ihn schliesslich in einer versteckten Hütte findet und - bei ihm bleibt.
Ihm ist im Kampf die Zunge abgeschnitten worden. Reden kann er also nicht mehr. Aber er hat noch immer seine Gitarre, und als Carla in die Hütte tritt, beginnt er zu spielen und Carla zu den verhaltenen Gitarrenakkorden leise zu singen ...
Noch selten habe ich eine berührendere Szene in einem Film erlebt.