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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kassandra, die kleine Schwester der Nostromo..., 2. Mai 2010
Im Jahr 2267: Die Erde ist mittlerweile durch den logischen Ökokollaps unbewohnbar geworden. Menschliches Leben spielt sich im All ab. Da gibts unzählige, von Tausenden überfüllte Raumstationen, die ziellos durchs All gleiten. Und andererseits Frachtraumschiffe wie die heruntergekommene "Kassandra" mit relativ wenig Personal. Auf diesem Raumfrachter, der wertvolle Waren zu den Raumstationen transportieren soll, arbeitet die junge Ärztin Laura Portmann (Anna Maria Schwabroh), die für 4 Jahre auf diesem Cargo-Schiff bis zum Eintreffen auf Station 42 angeheuert hat. Die junge Frau will mit der Arbeit auf dem Frachter Geld verdienen für einen Neuanfang auf dem als paradiesisch gepriesenen neu entdeckten Planeten "Rhea", der Lichtjahre entfernt ist. Lauras Schwester hat gemeinsam mit ihrer Familie inzischen auf dem Planeten eine neue Existenz angefangen. Die Bild-Nachrichten per Telefon, die monatelang dauern, bis sie den Empfänger erreichen, verheissen Hoffnung auf eine neue lebenswerte Zukunft, auf diesen schönen Planeten will Laura auch. Während die restliche Crew sich im Kälteschlaf befindet, übernimmt Laura ihre monatelange Wachschicht, bevor sie wieder von einem anderen Mitglied der Crew abgelöst werden kann. Dabei stellt sich die Einsamkeit an Bord, die dunklen Gänge des Raumschiffs eine größere Herausforderung dar als gedacht. Ist das Empfinden nicht alleine wach an Bord zu sein eine Art beginnender Weltraumkoller ? Oder befindet sich etwas Unbekanntes mit an Bord ? Geräusche und Schattenspiele lassen diesen Verdacht aufkommen. Jedenfalls wird auch der seit neuestem wegen vermuteter Terroranschläge mitreissende Skymarshall Samuel Decker (Martin Rapold) wegen möglicher Probleme an Bord automatisch geweckt und Laura entscheidet auch den Kapitän des Schiffs Pierre Lacroix (Pierre Semmler) ebenfalls aus dem wohlverdienten Tiefschlaf zu wecken. Der ist wenig erfreut an der Störung. Gemeinsam untersuchen sie den kalten und gespenstisch großen Frachtraum. Da geschieht ein Unglück. Nun muß auch der Rest der Crew, der 1. Offizier Anna Lindbergh (Regula Grauwiller), die Navigatorin Miyuki Yoshida (Yangzom Brauen) und die beiden Hilfskräfte Claudio (Michael Finger) und Igor (Claude-Oliver Rudolph) geweckt werden... Neun Jahre dauerte die ambitionierte Produktion des ersten Schweizer Sciencefiction Films, das mit einem vergleichsweise geringen Budget von 5 Millionen Franken auskommen musste. Auf visueller Ebene wurde von dem Regieduo Ivan Engler und Ralph Etter gute Arbeit geleistet, ebenso beim sehr spannenden Mittelteil in Thrillermanier. Weniger gut gelungen ist der etwas platte und plumpe Schlusspart, der insgesamt nicht genau weiss, wo er nun hin will und sich einfach unter anderem einer wenig plausiblen, hoffnungsfrohen Ökomessage hingibt. Da hätte ich mir den Mut zu mehr Biss und Phantasie gewünscht, die der Film ja lange Zeit auf den Erkundungen im Raumschiff selbst propagiert hat. Ein bisschen geht dem ambitionierten Film in der Schlußphase druch einige chaotische Spielereien nicht nur die Puste aus, sondern er vernachlässigt seine Hintergründe und somit sein Fundament. Man will ja schliesslich wissen, warum und wieso. Vielleicht lags am Mangel eigener Ideen. Viele gute Ideen, selbst die Protagonisten erinnern doch sehr an Ridley Scotts "Alien", dh. sie sind geklaut. Die starken Frauenfiguren, die beiden Techniker, der Capitän, der zu Fehleinschätzungen neigt, der Aussenseiter im Team...nur leider ohne Gigermonster. So müsste der Film logischerweise mehr an den Hintergründen feilen, seine Figuren straffer und markanter zeichnen, um zumindest einen hohen Mitfiebereffekt zu erreichen. Dies schafft der Film leider nicht so gut. Die Filmfiguren haben kaum Nuancen und keiner weiss genau welche Seiten sich da bekämpfen....
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bildgewaltig mit kleineren Schwächen, 8. Februar 2011
Um CARGO wirklich gerecht beurteilen zu können, muss man nicht nur wissen, dass der Film mit einem Minibudget von weniger als 4 Mio. Euro realisiert wurde, man muss sich auch vorstellen können, was das in der Praxis bedeutet. Es ist unausweichlich, dass die knappe Kasse Auswirkungen auf das Drehbuch, die Schauspielerriege und - ja man muss es sagen - auf die Qualität der schauspielerischen Leistung haben MUSS. Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich das Team viele Takes leisten konnte. Wahrscheinlich war es so, dass sehr viele Szenen nur einmal gedreht wurden. Es gab aller Wahrscheinlichkeit keine Mehrfach-Drehs von den Dialog-Szenen, so dass der Regisseur ggf. die Auswahl gehabt hätte und er mehr Potential aus den Schauspielern hätte herauskitzeln können. Das Ding wurde wohl in Rekordzeit einfach "runtergedreht". Fast alle Schauspieler bleiben deshalb weit unter ihren Möglichkeiten. Die Worte werden fast emotionslos ins Mikro gehaucht - gerade so als hätten die Schauspieler eben erst ihren Text für die anstehende Szene gelernt und keine Zeit gehabt, ihren Dialog und ihre jeweiligen Figuren mit Leben zu füllen. Das ist zwar etwas schade, denn echtes Gefühl kommt dabei beim geneigten Zuschauer nicht auf. Es ist kaum möglich, mit den blassen Figuren (oder sollte man besser Stereotypen sagen) zu identifizieren. Wenn es schon nicht die schauspielerische Leistung ist, die CARGO zu einem sehenswerten Film machen, ist es dann vielleicht die Story? Nicht ganz. Denn wie schon oft bemerkt, bietet die Geschichte eigentlich nicht viel Neues. Das ganze wirkt eher wie eine Karikatur. Der Film hat eigentlich eine Allerweltsstory, die nur einen Sinn hat - sie dient als Hintergrund. Als Hintergrund für die Bilder. Denn genau hier liegt die Stärke des Film. Das Set, die CGI, die Ausstattung schaffen eine klaustrophobische Atmosphäre und einen "Realismus", den ich bei einem so günstigen Film niemals erwartet hätte. Nichts wirkt billig. Nichts am optischen Feel & Look wirkt lächerlich, sondern das ganze ist absolut glaubwürdig. Und allein darauf kommt es an, denn damit zeigt der Regisseur seinen amerikanischen Kollegen, was wirklich eine Harke ist. Ein Riesenbudget macht eben noch keinen guten Film. In der Tat zitieren die schweizer Filmemacher mit einigem Augenzwinkern wesentlich aufwändiger realisierte Hollywood-Produktionen. Jeder kennt Alien - und jeder Zuschauer erwartet ein ekliges Monster, das freilich nie auftaucht. Jeder erwartet Blut und Horror - und sie werden nicht enttäuscht (an einer Stelle zumindest - aber das ist ja gerade der Gag dabei). Die Genre-Erwartungen und Klischees werden bedient, aber eben nicht in Hau-Drauf-Manier, sondern etwas subtiler. So gesehen könnte es sogar Absicht sein, dass die Schauspieler ihren Text stellenweise fast unverständlich ins Mikro nuscheln - um den Zuschauer zur Aufmerksamkeit zu zwingen. Klar es gibt eine Heldin, einen edlen Ritter/Freiheitskämpfer, eine überzeugte Verfechterin des Systems und zwei tapfere aber minder bemittelte "Volksvertreter". Aber das alles ist nur Staffage für die Bilder. Mit CARGO haben die Macher gezeigt, dass europäische Regisseure und Tricktechniker durchaus mit Hollywood konkurrieren können - wenn, ja wenn sie ähnliche Mittel wie ihre amerikanischen Kollegen zur Verfügung gehabt hätten. Was hätte man alles mit unbegrenzten Mitteln realisieren können. Trotz Minibudget ist CARGO deshalb für mich mehr als nur gelungen. Ein wirklich SEHENSWERTER Film.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine kleine SciFi-Perle für Genre-Fans, 18. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Cargo - Da draußen bist du allein [Blu-ray] (Blu-ray)
Sorry, aber der Film wird mir in vielen Rezensionen einfach zu schlecht gemacht! Für das kleine Budget hat man ganz schön viel Film angetischt. Bei Krimis meckert doch auch keiner, wenn die Opfer größtenteils erschossen, erstochen oder erschlagen werden oder an jedem Tatort Leute im weißen Kittel rumrennen! Aber Filme wie Moon, Pandorum oder eben Cargo werden ständig und unnachgiebig mit 2001 & Alien verglichen. Im Falle von Cargo merkt man den entsprechenden Rezensionen an, dass sich nicht wirklich Mühe mit Cargo gemacht wurde. Da es in einem Genre über Jahrzehnte zwangsläufig zu Überschneidungen kommen muss, ist doch die Frage: Hat man es gut umgesetzt oder nicht und weniger die Frage, ob es das so oder ähnlich schon mal in einem anderen Film gegeben hat. Und manchmal muss man sich, ähnlich wie bei Musik, einen Film mehrfach ansehen, um seinen Wert und seine Stärken zu erkennen. Spätestens beim 2. Ansehen wird man mit den Schauspielern warm und nimmt den Schnitt & die Kamera-Arbeit besser wahr, da man sich nicht mehr so stark mit dem Plot auseinandersetzen muss. So gefallen mir die An- und Abflüge des Raumschiffs und das Design der Schiffe und der Raumstation. Die Filmmusik ist passend, die Kulisse harmoniert mit den im Computer generierten Objekten und die Kameraarbeit ist hervorragend. Der Film vermittelt auch, wie wertvoll unser Lebensraum und ein selbstbestimmtes Leben tatsächlich ist. Dabei ist die Story des Films nicht platt oder nur kopiert, sondern aktueller den je. Cargo ist eine kleine, nette Produktion mit eigenem Charme, die selbst nie den Anspruch hatte, sich mit "StarTrek" oder "StarWars" messen zu wollen. Deshalb muss man den Film nicht gut finden, aber man kann die Leistung, einen solchen Film mit diesem Budget auf die Beine gestellt zu haben anerkennen und wer dem Film eine 2. Chance gibt, entdeckt ihn vielleicht doch noch für sich.
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