Aus der Amazon.de-Redaktion
Von Straßenmusik zum Plattenvertrag: der ungewöhnliche Karrierestart einer 22-jährigen Sängerin aus Georgia ist nicht das Einzige, was an die große Vergangenheit einer großen Vorgängerin erinnert. Madeleine Peyroux singt ganz und gar erstaunlich: Klang, Phrasierung, Vibrato, alles an ihr schmeckt nach Ursprung, nach einem tiefen Verständnis für Jazz, nach einer gewissen Tragik und Melancholie - nach Billie Holiday. Der Clou: auch wenn es
Billie Holiday nie gegeben hätte, würde Peyroux genau so singen wie sie singt - alles an ihr ist authentisch, sie kopiert nicht, sie ist einfach wer sie ist - eine begnadete Jazzinterpretin, ein Naturtalent.
Seit dem ersten Album Dreamland sind acht Jahre vergangen. Madeleine Peyroux ist jetzt 30, sie singt in Clubs und macht immer noch Straßenmusik. Und weiterhin steht sie fürs Flair der Klassiker, für eindringlichen, balladesken Sound der 20er und 30er Jahre - herrlich umgesetzt auf Careless Love mit der Hilfe von echten Kennern der Materie wie Larry Goldings (Tasteninstrumente) oder Dean Parks (Gitarren). Alte und neue Kompositionen folgen demselben, bluesgetränkten Stil; sei es eine Countrynummer, ein Chanson oder gar ein Poplied. Sie bringt die Tradition ins Hier und Jetzt und überzeugt zu hundert Prozent. Man kann sie nicht kritisieren - Madeleine Peyroux, man kann sie nur bestaunen, für ihren kraftvollen Ausdruck, ihren Instinkt, für ein untrügliches musikalisches Feeling. --Katharina Lohmann
"Dance me to the end of love" singt Madeleine Peyroux. Ja, würde ich tun - wenn sie Schuhe anzöge. Schwer erklärlich, warum die 31-Jährige auf dem Cover barfuß posiert. Vielleicht eine Anspielung auf ihre Zeit als Straßenmusikerin? Oder auf die schweren letzten acht Jahre nach dem hoffnungsfrohen Debüt "Dreamland"? Die Plattenindustrie war nämlich zu dämlich, ihr einen Vertrag anzubieten. Dabei ist es sehr angenehm, Peyroux zuzuhören. Sie singt wie eine Nachtigall, die ein paar Whiskeys zu viel geschnäbelt hat. Doch das gibt ihrer kunstsinnigen Altstimme eine willkommene neue Facette. Wenn sie dann "Between the Bars" singt, möchte man dabei sein, man würde sogar später mit ihr tanzen - nach ein paar Whiskeys unsererseits. Nach Hause geht es auf der "Lonesome Road" zu beschwingter Landschaftsmusik. Die vier begabten Begleitmusiker jammen derweil im Club weiter. (jan)
Produktbeschreibungen
2004 album from jazz/blues vocalist thought of as a modern day Billie Holiday, who toured Australia in 2005.