Der im Delius-Klasing-Verlag erschienene dokumentarische Bildband erzählt die Geschichte der Caravelle vor dem Hintergrund der besonderen Atmosphäre der 50er- und 60er-Jahre. Immerhin wurde das als X210 gestartete futuristische Projekt nur sechs Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges auf den Weg gebracht. Und bis zur Entwicklung der Concorde war die Caravelle das luftfahrttechnische Aushängeschild der Grande Nation. Was das Buch authentisch macht: Viele Informationen kommen aus erster Hand. Die Autorinnen, Pascale Monmarson-Frémont und Véronique Damas-Peyraud, flogen mehrere Jahre beruflich mit der Caravelle, eine als Stewardess, eine als Pilotin.
Beabsichtigt oder nicht: Man merkt dem Buch an, dass es eine Liebeserklärung an das Flugzeug mit der charakteristischen Hecktreppe ist. Und an das Fliegen jener Zeit, als es noch uneingeschränkt Exklusivität und Luxus mit einem Hauch Abenteuer verband. Davon zeugen die vielen zeitgenössischen Fotos und Abbildungen von Flug-Memorabilia. Manche wirken aus heutiger Sicht beinahe künstlerisch. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der Begeisterung der Autorinnen: "Caravelle" beschäftigt sich ambitioniert mit einem mitreissenden Stück Luftfahrt-Geschichte. Es ist spannend geschrieben und ästhetisch gestaltet, ein rundum gelungenes Buch.