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Bereits das Zirpen am Anfang von "Eternal Caravan Of Reincarnation" versetzt den Hörer in die Tropen. Ein jazziger Titel, der sanft vor sich hinswingt. Wesentlich erdiger durch Carlos' Gitarre wirkt "Waves Within", welches in das funkige "Look Up..." und das hinreißende "Just In Time To See The Sun" übergeht. "Song Of The Wind", förmlich gesungen von Carlos' Gitarre, ist das wundervollste Stück überhaupt, wie es einem durch das Herz weht. Es folgt "All The Love Of The Universe", sehr intensiv, mit mehreren Tempowechseln.
Nun müsste die LP umgedreht werden, was einen sinnvollen Einschnitt darstellt, weil die zweite Seite eine andere Grundstimmung hat, eher fremdartig-bedrohlich als sonnig-warm. Doch die CD läuft einfach weiter. "Future Primitive", eher Klang als Musik, führt den Hörer in eine andere Welt. Zukunft? Vergangenheit? "Stone Flower" ist etwas schräger, gewagter, dennoch sehr gelungen, und landet in "La Fuente Del Ritmo", dem Quell des Rhythmus. Da kennt die Percussion-Section von Santana sich bestens aus und lässt es ordentlich pluggern, während Carlos ein feuriges Gitarrensolo abliefert, dem Greg Rolie mit dem Keyboard folgt. Im neunminütigen "Every Step Of The Way" schließlich wird die Spannung der zweiten Seite (der LP) zugespitzt und endlich aufgelöst. Puuh, was für eine Reise. Über 50 Minuten Musik vom Feinsten.
Fazit: Ich kann "Caravanserai" nur jedem empfehlen. Fünf Sterne sind etwas mickrig, aber mehr stehen uns nicht zur Verfügung. Denken Sie sich noch beliebig viele hinzu - sie sind verdient. Auch das traumhafte Cover (auf der Rückseite zieht die Karavane vor dem Mond durch die Wüste) passt. Schade nur, dass das innere Bild des aufklappbaren LP-Covers bei der CD fehlt...
AKTUELLE ERGÄNZUNG: Am 20 Oktober 2003 erschien die CD als Digitally Remastered Edition. Im Gegensatz zu den gleichzeitig als Expanded Edition veröffentlichten Santana-Alben "Welcome", "Love Devotion Surrender" (mit John McLaughlin) und "Moonflower" enthält "Caravanserai" keine (!) Bonus Tracks. Der Sound wurde - wie der direkte Vergleich alt/neu zeigt - etwas voller, der Pegel ein wenig angehoben. Booklet und Liner Notes sind überarbeitet und um einen ausgedehnten Text von Hal Miller ergänzt worden. Das Cover allerdings, ein vergrößerter und farblich verflachter Ausschnitt des klassischen Motivs, hat dabei nicht gewonnen.
Wem das Album gefällt, sollte sich auch "Welcome" anschaffen, wo etliche Jazz Größen mitspielen. In dem gleichen meditativen Stil, noch eine Spur mehr maduro und ausgereifter.
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