Jarmans Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken von Michelangelo Merisi da Caravaggio ist ein unverzichtbarer Film über die bildende Kunst. Ich würde meinen, sogar einer der Besten. Jedoch darf man sich nicht einen genauen Lebensabriss (Dokumentation) erwarten, wie auch keinen Monumentalschinken oder verspielten Kitsch. Oftmals in die Groteske und ins Absurde fallend balanciert der Film an der Schwelle zum Wahnsinn, integriert Taschenrechner, Glühlampen, Schreibmaschinen, usw., zeigt Blut und spielt mit Homo- und Bisexualität. Inhaltlich fokussiert der Film auf die Glanzzeit des Malers in Rom (unterschlägt seine gezwungenen "Wanderjahre" in Süditalien) in Form von Erinnerungen des Malers am Sterbebett.
Die Kunst Caravaggios wird in einigen Werken dargestellt, vorallem auch (und das ist bemerkenswert) der Schaffensprozess (u.a.: den kranken Bacchus, Maria Magdalena oder den Hl. Hieronymus).
Für jeden Kunstfreund und Caravaggist ist der Film ein Pflichtkauf!
Ein Wehmutstropfen ist vielleicht die englische Sprache (nur deutsche Untertitel, die man aber zum Glück ausblenden kann!!). Störend ist auch die schlechte italienische Aussprache bei "Caravaggio" oder "Ranuccio", etc. - bitte ohne "i"!!!