Vergleiche dieses wunderbaren wunderbaren orientalischen Films mit Sex and the City bringe mich auf die Palme - ja, es geht um einen Haufen Frauen. NEIN; es hat nichts mit High heels und Cosmopolitans zu tun, sondern viel mehr mit Kultur, Tradition.
Die meisten der Hauptfiguren sind Christinnen im Libanon - man sieht auf schöne Weise die andere Seite der arabischen Welt die von MuslimInnen gern negiert und vom Westen völlig ignoriert wird. Da ich christliche Familie im Nahen Osten habe, hat mir das sehr gut gefallen.
Themen wie die Sitten(kontrolle) unverheirateter Paare, das Stigma auf Frauen, die Sexualität erleben ohne verheiratet zu sein, Jungfräulichkeits"reparatur" kommen im Film vor.
Übrigens wird die alte Dame Rose nicht von "einer Nachbarin" gequält, sondern opfert ihr (Privat)Leben für ihre verrückte ältere Schwester..
Jeder, der sich für arabische Kultur interessiert wird aus diesem Film vieles mitnehmen können.
Was hierzulande gern als "Klischee" und Schwarzmalerei über die Restriktionen d arabischen Frauen gesehen wird, kann aus erster Hand gesehen werden - und das auf eine (bitter)süsse Weise, denn negativ ist der Film (zumindest für Menschen, die die Themen kennen - andere werden vielleciht ein bisschen schockiert sein, wie streng die Kontrolle von Frauen auch im "liberalen" Beirut ist) überhaupt nicht.
Und "kurzweilig" war der Film jedenfalls - kann daran liegen, dass wir eine Gruppe (hauptsächlich) Orientalen im Kino waren, es waren allerdings viele Deutsche, auch mittleren Alters, ebenfalls im Kino - und erkennbar begeistert.
Und bei einem Kunstfilmfestival in Deutschland hat der Film ordentlich abgesahnt - den Cannes Publikumspreis hat er, denke ich, auch bekommen.
Und insbesondere die Hauptdarstellerin (Layale) und Regisseurin ist eine Augenweise, die hat die andere Rezensorin recht - schöner als Bellucci and Cruz zusammen!
Einer der besten Filme seit langem - der erste tolle moderne Film aus der arabische Welt überhaupt!