GQ vom 07.06.04
Erlesene Formensprache Wer sein Auto als Fortbewegungsmittel bezeichnet, der nimmt bei einem Fünfsterne-Menü auch nur Nahrung auf. Das Auto hat sich längst für höhere Aufgaben empfohlen. Zum Beispiel dafür, Träume zu erfüllen. Würde man technischen Erfindungen Oscars verleihen, so wäre das Auto wohl ein konkurrenzloser Trophäensammler. Kein anderes Produkt hat die Nachkriegsgesellschaft derart nachhaltig geprägt - und dies nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Mit der sozialen und kulturellen Rolle des Autos beschäftigt sich das im Juni erscheinende Buch "Car Design" des Italieners Paolo Tumminelli, Professor für Design Konzepte an der Köln International School of Design. Auf 400 Seiten erläutert er in Bild und Text die Beziehungen zwischen Menschen und Autos, zwischen Mode und Zeitgeist. Alles unter dem Blickwinkel des Auto-Designs zwischen 1947 und 2004. "Wer ein Auto fährt, will nicht ignoriert werden" - das ist der Ausgangspunkt der Auto-Anthologie von Tumminelli. "Autos sind Persönlichkeitsverstärker", heißt es im Vorwort, "daher sind sie genauso verschieden wie die Menschen selbst." Die über 370 teils unveröffentlichten Abbildungen sind wohl gewählt: es sind nicht unbedingt immer die schönsten oder besten Autos. Die gezeigten Modelle sind entweder repräsentativ für eine bestimmte Stilrichtung, oder sie stellen eine Designinnovation dar. In jedem Fall gilt: Alle sind interessant, viele sind eine Wiederentdeckung wert. Wer nicht nur Autos, sondern auch Design liebt, für den ist "Car Design" ein unverzichtbares Nachschlagewerk.
Street Car & Bike 3 / 2004
Das Auto war schon immer mehr als ein bloßes Fortbewegungsmittel! Neben Leistung haben auch immer Design und vor allem das Image eine große Rolle gespielt. Paolo Tumminelli hat mit dem Buch Car Design einen schönen Bildband über europäische, japanische und amerikanische Werbekampagnen der letzten 50 Jahre zusammengestellt. Quasi eine Chronik der Autokonsumkultur in 400 Bildern festgehalten.