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am 22. Juli 2013
Es gibt Bücher die machen schon Freude, wenn man sie nur in die Hand nimmt. Titelbild, Gestaltung, Haptik – Tino Pohlmanns »CAPTURED« ist ein solches Buch. Der Bildband über den »Mythos Tour de France« ist eine äußerst gelungene Hommage an das legendärste Radrennen der Welt. Tino Pohlmann hat Kommunikationsdesign studiert und bereits 2005 im Rahmen seiner Diplomarbeit unter dem titel »Rotation / Contraction / Inspiration« Bilder der Tour de France veröffentlicht.
Für den Bildband »CAPTURED« begleitete er die Tour 10 Jahre. Seine eigenen Erfahrungen als Rennfahrer, er begann als Neunjähriger Rennen zu fahren, haben mit dazu beigetragen eine eigene Bildsprache zu entwickeln, die einen wohltuenden Gegenpol bildet zum Mainstream der internationalen Presse. Denn im Gegensatz zu den redundanten Aufnahmen der Fernsehübertragung oder der Rad- und Sportjournale, überwindet Pohlmann die Oberfläche der reinen Ästhetik. Er lässt das laute Getöns des Spektakels hinter sich und in der Tiefe seiner Bilder findet sich das zutiefst Menschliche, die Verletzlichkeit, das Leiden, die Einsamkeit. Das bezieht sich auf alle Protagonisten, die Rennfahrer und auch die Zuschauer, ohne die das Gesamtkunstwerk Tour de France nicht denkbar wäre.


»Denn eigentlich ist so ein Amphitheater recht gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren, das Volk mit sich selbst zum besten zu haben.«
Goethe in der Arena di Verona (Italienische Reise)

Auf den spannenden, spektakulären Abschnitten der Tour überwindet der Zuschauer (nicht alle) seine passive Rolle. Wenn bei Bergetappen den Rennfahrern die Sicht auf die Strasse durch die tobende Masse versperrt ist, und sie, durch ein sich im letzten Moment öffnendes Spalier, von ohrenbetäubenden Anfeuerungen weiter nach oben getragen werden, verschmelzen Akteure und Zuschauer. Die Landschaft wird zum Amphitheater und gleichermaßen zur Bühne mit einem stets wechselnden Bühnenbild, wie die gegenübergestellten Aufnahmen aus unterschiedlichen Jahren zeigen. Eine derartige Synergie findet man nur im Radsport, explizit in Bergen, die eine grandiose Kulisse bilden. Auf den Pässen die meist nur wenige Monate im Jahr passierbar sind, findet sich noch etwas vom Mythos der Anfangsjahre, als die Tour de France ein Aufbruch ins Unbekannte war.
Tino Pohlmanns Bilder erfassen diese Komplexizität, sind selbst aber nie laut. Es ist diese Stille, die ihnen ihre Intensität verleiht. Sein Gespür für feinste Details und den richtigen Moment scheint auf etwas »dahinter« zu verweisen und erlaubt eine individuelle Interpretation. Seine Dokumentation überwindet den Pathos der gewöhnlichen Berichterstattung; der Mensch rückt in das Zentrum der Wahrnehmung. Auch wenn etliche Fotografien die Erschöpfung, den Schmerz oder das Scheitern thematisieren, wie etwas Seite 68/69, die Aufgabe von Michael Rogers, 2007, vermitteln sie eher Mitgefühl und Zuneigung statt Sensationslust. Diese Sensibilität machte es Pohlmann auch unmöglich, den auf der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard schwer gestürzten Jens Voigt zu fotografieren. Er respektiert und wird respektiert. Er ist selbst Teil der Tour geworden, hat sich eingefügt, sonst wären solche teils intimen Bilder wohl kaum möglich.

Ein aussergewöhnlicher Bildband, sehr schön gestaltet und hochwertig hergestellt. Ein Highlight für alle Fans von Radsport und Fotografie, absolute Kaufempfehlung.
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am 17. Dezember 2013
Endlich mal wieder ein hochwertiges Buch, in dem einige Augenblicke des Radsports (der Tour) für ewig festgehalten werden.
Sicher werden diese Bilder nicht nur dem Radsport-Fan "ins Auge fallen".
Hochwertig verabeitet und anspruchsvoll Fotografiert. Eine schöne Arbeit, Herr Pohlmann.
Das Buch ist sein Geld wert.
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am 19. August 2013
Grossartiger Bildband, Texte mit Tiefgang und Hintergrund. Was hier komischerweise gar nicht erwähnt wird: das Buch ist in drei Sprachen -Französisch, Englisch und Deutsch. Wobei im hinteren Teil alle Texte in Deutsch gesammelt aufgeführt werden. Der Band nimmt mich mit auf eine Reise durch Frankreich, durch die Tour und man bekommt eine ganz spezielle Nähe zu den abgebildeten Menschen... als wäre man Teil dessen. Imaginär, zeitlos! Man muss kein Radsportfreak sein um dieses Buch zu mögen. Atemberaubende Landschaften, Portraits und Momentaufnahmen dürften jeden Fotointeressierten begeistern! Die geniale Gestaltung wünscht man sich bei Sportbüchern. Der Titel ist sogar geprägt und in Kombination mit dem gelben Halbleinen, den zwei verschiedenen Papieren im Innenteil (es gibt ein Intro auf gelben Zeitungspapier und einen Haupteil mit sechs Kapiteln auf einem matten, schweren Bilderdruckpapier) ist das Buch einfach ein Designhighlight der Radsportbücher! Auch von mir somit absolut empfehlenswert! Was mir noch aufgefallen ist: das Buch bezeugt eine Leidenschaft zum Sport und zum Menschen, der Author hebt in seinen Bildern nicht den Zeigefinger und hat dennoch den Zeitgeist getroffen. Chapeau!
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am 4. Januar 2014
… nein, gefangen hat mich das Buch leider nicht.

Ich hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und bin dann doch einigermaßen enttäuscht zurück geblieben.

Geködert mit den tollen Bildern der Verlags HP, habe ich das Buch bestellt.
Als ich das Exemplar in Händen hielt, machte der sehr wertige Buchrücken Lust auf mehr.
Beim Durchblättern stellte sich die Ernüchterung dann bereits auf den ersten Seiten ein.
Der Text wurde in Englisch und Französisch gedruckt. Schön für Menschen, welche dieser Sprachen mächtig sind, für Andere jedoch ein dickes Minus.

Aber egal, es kommt ja hauptsächlich auf die Bilder an.

Wer nun glaubt, dass es sich mehrheitlich um Aufnahmen von Radsportlern dreht, sieht sich getäuscht. Oft werden z.B. Familien beim Picknick im Wald, welche auf das Peloton warten oder ähnliche Fotos gezeigt. Die großflächigen Bilder von Radsportlern findet man leider nur selten. Dafür viele Kleine, max. 10x15cm Aufnahmen auf einer kompletten Seite, die auch noch eine gewisse, vielleicht künstlerische, Unschärfe besitzen.

Alles in allem bin ich enttäuscht und fühle mich irgendwie auch getäuscht, von den vollformatigen und beeindruckenden Bildern, welche als Appetithappen auf der Verlags HP gezeigt werden.

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt, da ich voll auf die Karte "Sportler und Landschaft" in hochauflösenden, großformatigen Bildern, gesetzt habe.

Aber dies ist sicher subjektiv und eben Geschmackssache.

PS: Den deutschen Text habe ich dann, zusammengepfercht auf den letzten Seiten des Buches, in Microschrift, gefunden.
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