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Und jetzt, Ladys & Gentlemen: "The Rakes"!
Das lassen sich die Jungs nicht zweimal sagen und beginnen rasend mit ihrem ersten Song "Strasbourg". Der erste Eindruck: WOW! Die "Briten" schaffen's echt immer wieder! Doch ehe man sich verhört, ist man schon beim 2 Song angelangt - mitsingen, sofern man schafft, das Tempo zu halten, ist Pflicht! Und der nächste Song. Bang! Mögen sich die Lieder die ersten paar Sekunden recht eigenwillig anhören, so hat man sie spätestens nach der ersten halben Minute ins Herz geschlossen. Und so geht's dahin...
Lyrisch amüsant, musikalisch auf hohen Niveau und technische auch Top rocken das Quartett dort ab, wo's nur geht. Pause wird kaum eine gegönnt, nicht den Musikern, nicht den Zuhörern. Und schon sind wir an dem einem großen Problem angelangt, welches mir sofort ein Dorn in den Ohren war. Diese CD ist einfach viel zu kurz. Und ich rede nicht von einer Stunde die vor lauter Spaß und musikalischen Genuss zu schnell verfliegt, nein - 35 Minuten sind einfach zu wenig!!!! Eine EP eines anderen Künstlers bringt schon 3/4 der Zeit welche in diesem Longplayer steckt. Bei Gott, "Captured/Relase" hätte das Potential zu einer wirklich überragenden CD, hätten sich die vier Rakes nur etwas mehr Zeit gelassen. Denn sobald Ruhe in den CD-Player eingekehrt ist, fragt man sich, ob das schon alles war. Na gut, noch mal - doch die Stücke werden nicht länger. Nur wenige überschreiten gerade mal die 3 Minuten, die meisten liegen darunter. Nicht dass die Songs deshalb schlecht sind, dieses Album macht wirklich Spaß und lädt zum Tanzen und Singen ein. Doch je öfters man sich diese CD anhört (und das wird man bei der kurzen Spieldauer wohl auch gezwungen sein), umso mehr fallen einen die doch zu ähnlichen Parallelen zu anderen Bands auf, die man schon zuvor im Ohr hatte.
Britsh, yes - aber würde man nicht wissen, welche CD man vor sich hat, könnte man direkt meinen, man höre eine neue Single von "Franz Ferdinand". Dann schielt man zu den "Futurheads", einige Passagen klingen doch sehr danach, nur eben schneller. Und den ersten Eindruck, dass man es hier mit einer witzigen Version von "Bloc Party" zu tun hat, wird man sowieso nicht mehr los.
So stehen wir hier vor zweierlei Problemen und einem ziemlichen Dilemma. Zu schnell ist der Musikrausch vorbei. Während man bei "Bloc Party" Zeit hatte, sich reinzuhören (was dann Eindruck einer fabelhaften CD auch mehrer Monate festigte) ist man mit "Capture/Relased" sehr schnell durch. Dadurch ergeben sich weiters die Ähnlichkeiten mit den Britrock-Größen, die man einfach nicht ignorieren kann. "The Rakes" verlieren dadurch viel an Originalität und es fehlt auch das gewisse Extra, bei dem man weiß: "HA! Hierbei handelt es sich um THE RAKES! Unvergleichlich!"
Trotzdem haben die vier Jungs hier eine solide, selbstsichere und niveauvolle Band auf die Beine gestellt. "The Rakes" stehen zwar im Schatten anderer Bands, verstecken brauchen sie sich deswegen aber noch lange nicht. Tun sie auch nicht. "Captured/Relase" lebt von einem doch sympathischen Flair: "Hey, wir können das auch!" Gewagte Ansage - und sie sitzt! Denn, trotz allem ist dieses Album ein weiters Glanzstück in Sachen Brit-Rock und noch lange kein ewig alter Abklatsch. Und überhaupt - solch ausgefeilte Stücke wie "Binary Love" oder "We Are All Animals" bekommt man nicht oft zu hören. Weitere Höhepunkte wie "Strasbourg" (EINS, ZWEI, DREI, VIER!), "Retreat" und "T-Bone" beweisen es: "The Rakes" haben bald sicher auch ihre eigene Vorband. Jeder fängt mal klein an.
"Walk home, come down, retreat to sleep!
Wake up, gou out again, REPEAT!!!"
Warum soll ich mir eine Platte dauerhaft anhören, bei der sich die 11 Songs nur geringfügig unterscheiden? Was soll mir das als Freund guter Musik bringen? Zum Party machen taugt "Captured/ Released" allemal, aber zu mehr leider leider nicht.
Das Problem bei jeder neuen Welle in der Musik ist, dass jeder aufspringen will mit dem Fazit, dass die Welle zu groß wird und zusammenbricht. Diese Art der Übersättigung gab es schon beim Grunge und beim Britpop Mitte der 90er... ob die Rakes deshalb das Jahr 2006 musikalisch überleben werden bleibt abzuwarten.
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