"Captain's Peril" setzt nach Ende des Dominionkrieges an. Die Föderation befindet sich endlich im Frieden. Captain James T. Kirk und sein guter Freund Captain Jean-Luc Picard entschließen sich Urlaub auf Bajor zu machen. Durch einen "kleinen" Zwischenfall beim Landeanflug verfehlen die beiden ihren Landeplatz um viele Kilometer. Verloren in der brütendheiße Wüste Bajors machen sich Picard und Kirk auf die Suche nach ihrem geplanten Ziel, einem Ausgrabungslager bajoranischer Archäologen. Während ihres Marschs in kräftezerrender Hitze, erzählt Kirk von vergangenen Zeiten und seiner ersten gescheiterten Mission als Captain der Enterprise. Noch ahnt Kirk nicht, dass ihn die damaligen Ereignisse einholen werden, und das schon in naher Zukunft. Die beiden Starfleet-Captains werden schließlich von einem Mitglied des bajoranischen Archäologenteams aufgegriffen und sicher ins Ausgrabungslager gebracht. Die friedliche Abgeschiedenheit der Gruppe entpuppt sich als tödliche Falle, als ein bajoranischer Archäologe stirbt. Die Todesursache ist ein Energieschlag, der auf technisches Versagen deutet. Doch schon bald werden Zweifel in Kirk und Picard wach, als sie deutliche Hinweise auf Sabotage finden. Die Gruppenmitglieder betrachten Picards und Kirks Untersuchungen mit Argwohn und zeigen sich kaum kooperartiv, was den Verdacht der beiden Starfleet-Captains nur noch weiter erregt. Ein Bajoraner scheint gewillt zu helfen und führt Kirk und Picard zum "Inland See", einem nahegelegenen See, der während der cardassianischen Besatzung durch einen Dammbruch entstanden ist und eine antike Ausgrabungsstätte unter sich begraben hatte. Gerade als der Bajoraner von dem mysteriösen Geschehnissen im archäologischen Lager berichten will, wird er erschossen und das Boot von Kirk und Picard in die Luft gesprengt. Beide können sich nur knapp ins Wasser retten. Plötzlich wird Picard von irgendetwas gepackt und in die Tiefen des Sees gezogen. Kirk ist völlig außer sich und will noch nicht wahrhaben, dass sein Freund ertrunken ist. Als zwei junge Bajoraner auf Kirks Drängen hin schließen abtauchen und nach Picard suchen, kommen sie nicht mehr zurück. Kirk trifft bei den noch übriggebliebenen Gruppenmitgliedern auch weiterhin auf eine Mauer des Schweigens. Als die zwei Taucher schließlich tot an das Ufer getrieben werden, scheint Picards Schicksal auch für Kirk besiegelt. So langsam muss er sich mit der Realität abfinden: Captain Picard ist tot. Doch Kirk wäre nicht Kirk, würde er nicht das Andenken seines Freundes über sein eigenes Wohl stellen. Er schwört sich, Picards Tod zu sühnen. Entschlossen taucht er in die Tiefen des "Inland Sees", wo ihn das Grauen schon erwartet...
Nach dem Dreiteiler "Odyssey" ("The Ashes of Eden", "The Return", "Avenger") und "The Mirror Universe Saga" ("Spectre", "Dark Victory", "Preserver") gelang es William "Captain Kirk" Shatner erneut, zusammen mit dem bekannten Autorenpäärchen Judith und Garfield Reeves-Stevens ein Kirk-Abenteuer der Extraklasse zu kreieren. "Captain's Peril" bildet den Auftakt eines neuen Dreiteilers, der zwar den vorherigen zeitlich nachfolgt, jedoch nicht unmittelbar an seine Vorgänger anknüpft. Neueinsteiger brauchen sich also keine Sorgen um Verständnisprobleme machen.
Das Ende ist im bekannten Cliffhanger-Format, das uns Lust auf die Fortsetzung machen soll. Und das gelingt wunderbar!
Shatners Kirk-Saga ist, wie sollte es anders sein, sehr kirklastig. All jenen, die sich mit dem Charakter Captain Kirk nicht anfreunden konnten und können, sei die gesamte Reihe deshalb nicht zu empfehlen.
Als langjähriger Darsteller des Captain Kirks versteht es William Shatner wie kein anderer, dem Charakter all die Gedankengänge, inneren Sehnsüchte und Konflikte serientreu und überzeugend einzuhauchen. Der verbale Schlagabtausch mit Spock (Mister Logic meets Mister Emotion) ist liebevoll verfasst und wunderbar geistreich! Auch die wachsenden freundschaftlichen Gefühle zwischen Kirk und Picard spürt der Leser hautnah mit. Shatner erzählt uns das, was wir im Fernsehen leider nie zu sehen bekommen konnten.
Allen Kirk-Fans und Liebhabern der Shatner-Reihen sei daher gesagt: Lesen! Unbedingt!