Dies ist nun der zweite Teil zu der Reihe, die der Autor - wohl auf autobiografischem Hintergrund - zu dem Berliner Jungen Manfred Matuschewski geschrieben. Während der erste Teil „Brennholz und Kartoffelschalen" Manfreds Jugend in den Trümmern des kriegszerstörten Berlin schriebt, geht es jetzt um die 50er Jahre und wie sie sich aus der Perspektive eines Berliner Teenager aus einem Neuköllner Hinterhaus darstellen. Auch hier gelingt es dem Autoren, die Perspektive des heranwachsenden Manfreds durchzuhalten. In vielen kleinen Szenen erzählt er von dem Berlin jener Zeit, besonders aus der Sicht einer einfachen Familie, die sich recht mühsam, aber doch mit viel Rücksichtnahme aufeinander durch das nicht immer einfache Leben schlägt. Auch die Großfamilien mit ihren teilweise doch recht speziellen Mitgliedern gibt Stoff für unterhaltsame Geschichten. Das Buch leist sich schnell, als Leser fühlte ich mich angenehm unterhalten. Manche eigene Erinnerungen aus vergangenen Schul- und Kindheitstagen kommen zurück. Die Schule aus der Sicht eines nicht immer sehr erfolgreichen Schülers wird sehr unterhaltsam dargestellt, die Lehrer kriegen auf angemessene Weise ihr Fett ab. Gleichzeitig werden auch die Entwicklungen in der sich stärker fühlenden Bundesrepublik und die Differenzen zwischen Ost- und West-Berlin, die sich auch in der Familie wiederfinden lassen, gut dargestellt. Kurz und gut, der zweite Teil macht neugierig auf die weiteren Bände und ist von der daher empfehlenswert.