Da ich das Spiel dank Amazon bereits am gestrigen Morgen in meinem Briefkasten fand, möchte ich mich nicht lumpen lassen meine Eindrücke nach den ersten circa 10 Stunden zu schildern. Als jemand der sich trotz negativer Kritiken sogenannter Fachmagazine (miserable Grafik,bäh, daumenintensives Buttonmashing bla, bla) definitiv als Megafan der letzten Warriors-Titel von Koei bezeichnet, war die Erwartungshaltung an Basara natürlich immens, ebenso wie die Wunschliste lang war.Ich habe mich immer gefragt, warum ich in einer einzigen Schlacht gefühlte tausend Mal auf den Quadratknopf hämmern muss um bestimmte Folgemoves auszuführen. Warum gibt es für diese Aktionen keine separate Knopfkombination? Nun, diese und jene Gedanken werden wohl auch dem Produzenten von Basara durch den Kopf geschossen sein.
Ich gebe zu, dass ich zuerst ernüchtert war als mir zu Ohren kam, das lediglich knapp drei Dutzend Charaktere spielbar sein werden. Ich meine nach den über 90 in Warriors Orochi 2 klang das schon ein bißchen enttäuschend.Doch glücklicherweise kann ich nach der ersten Testsession überzeugt sagen, das hier die Quantität der Qualität gewichen ist. Es ist echt unfassbar aber irgendwie ist das Spielgefühl mit jeder Figur ein komplett anderes. Da zu Beginn noch nicht die gesamte Riege freigeschaltet ist, vermag ich es leider noch nicht zu beurteilen ob dies auch für die restlichen Kämpfer gilt, aber ich bin zweifelsohne guter Dinge.
Nach dem Einleitungsvideo in dem einige der ,,Samurai-Helden" präsentiert werden, gelangt man dann in ein für das Genre argtypisches Hauptmenü, in dem mit ,,Heldengeschichten" und ,,Schnelles Spiel" nur klägliche zwei Modi angeboten werden. Im Prinzip ist schnelles Spiel nichts anderes als freies Spiel in Koei-Titeln und eignet sich wie üblich dazu den Charakteren ein erfrischendes Training zu spendieren damit sie für den Hauptmodus besser gewappnet sind. Doch wer die Heldengeschichten jetzt automatisch mit dem Musoumodus gleichsetzt irrt gewaltig, da die Entwickler wirklich viel Mühe in diesen gesteckt haben. Ihr durchlauft nicht einfach fünf bis sechs Level und schaut euch danach den Abspann des jeweiligen Protagonisten an. Denn schon am Start müsst ihr euch für eine Route entscheiden, die den fortlaufenden Handlungsstrang bestimmt und auch dafür sorgt, dass ihr bei manchen Scharmützen im ersten Durchgang gar nicht mitmischen dürft. Um also mit einem Helden jedes Gefecht zu bestreiten, müsst ihr seine Geschichte mehrfach durchlaufen. Und es lohnt sich, da außer weiteren Balgereien auch zusätzliche Videosequenzen enthüllt werden, die nicht allzu selten mit einer humorigen Note versehen sind.
Bei der Steuerung haben die Entwickler einen guten Mix aus Innovation und Bewährtem gefunden. Wie etwa bei einem Teil der Dynasty Warriors-Serie fungieren die Quadrat und die Dreieckstaste als Auslöser für die Standardangriffe, während X wie gewohnt zum Springen und Kreis für eine Superattacke, in diesem Fall den Basaraangriff verwendet wird. Allerdings sind das lediglich die Gemeinsamkeiten die alle Figuren teilen. Richtig interessant wird es erst wenn man die Eigenheiten jedes Kriegers kennenlernt. So ist der Ninja Kotaro Fuma beispielsweise dazu in der Lage bei der Ausweichbewegung und teilweise auch mitten in einer Kombo temporär unsichtbar zu werden oder einen Doppelsprung einzusetzen, wohingegen Ieyasu Tokugawa jeden Angriff normal oder aufgeladen ausführen kann. Die Krönung sind jedoch die besonderen und überragenden Angriffe, die ihr erst nach und nach erlangt wenn euer Charakter aufstuft. Die besonderen Angriffe können jederzeit beliebig miteinander kombiniert werden, während von den überragenden Angriffen stets nur einer ausgewählt werden darf. Es ist wirklich eine spaßige Angelegenheit mit den unterschiedlichen Optionen zu experimentieren.
Vom visuellen Aspekt her würde ich Basara ungefähr auf eine Stufe mit Dynasty Warriors 6 und Dynasty Strikeforce stellen. In manchen Szenarien wirkt es sogar einen Tick hübscher weil die Schauplätze wirklich ansprechend dekoriert wurden. Zudem sind die lästigen Ruckelorgien bisher (wie gesagt nach circa 10 Stunden) ausgeblieben. Anscheinend haben die Entwickler die Konsole mehr als solide im Griff.
Zuletzt möchte ich noch einen Satz über die Musik verlieren. Von dem eurovisionstauglichen Dancefloorgedudel, welches das Intro begleitet (und kurioserweise sogar ganz gut mit dem turbulenten Bilderreigen harmoniert)wurde die klangliche Untermalung bei Basara hervorragend an das jeweilige Thema eines Gefechts angepasst und ist daher mehr klassisch als pompös ausgefallen.
Also von mir ein eindeutiger Kauftipp. Sengoku Basara Samurai Heroes ist in seiner Gesamtheit genau das, was ich mir schon immer von einem Spiel dieses Genres gewünscht hatte. Und es verkürzt wunderbar die Wartezeit auf Fallout-New Vegas.Danke Capcom.