Ich hab mir das Spiel einfach mal auf gut Glück gekauft, da mich die vielversprechenden "Bosskämpfe" sehr gereizt haben und mir das Setting des Vorgängers sehr gefallen hat.
Um das Fazit schon vorweg zu nehmen - Ich bin enttäuscht.
Nehmen wir das ganze mal auseinander:
STORY:
Wie im ersten Teil, dreht es sich wieder um die sog. "Thermalenergie", ohne die ein Überleben auf dem Planeten E.D.N. II nicht möglich ist. Äh... ja.
Alles, was jetzt kommt, ist reine Interpretation meinerseits, da das ganze relativ verwirrend aufgezogen ist und die wenigen Fetzen der flachen Story nicht lange im Gedächtnis hängen bleiben. Es kommt einfach kein "Feeling" auf, Atmosphäre tendiert gegen Null. Das nur am Rande ...
Also, wo waren wir?! Ach ja. Das Spiel spielt einige Jahrzehnte (-hunderte?) nach dem ersten Teil, der Planet hat sich in dieser Zeit extrem verändert. Der Schnee ist verschiedensten Vegetationszonen gewichen. So streift man nun hauptsächlich durch Dschungel und Wüsten. Warum das passiert ist, ist mir leider entgangen, aber die Akriden - Neben den verschiedenen menschlichen Gruppierungen die Hauptgegner im Spiel, insektenartige Monster, die Thermalenergie in ihrem Inneren speichern - scheinen eine gewisse Rolle dabei gespielt zu haben.
Man spielt nach und nach mit verschiedenen Gruppierungen, u.a. den NEVEC-Soldaten, die die Vorherrschaft auf dem Planeten besitzen, den Ex-NEVECs, die gegen ihren ehemaligen "Arbeitgeber" vorgehen und den Wüstenpiraten, die einfach nur geil auf Thermalenergie sind. Die letzte Fraktion der Kampagne sind die "Vorwärtsstürmer", über die man komischerweise nichts genaueres erfährt - scheinbar eine Mischung aus gutmütigen Piraten und Ex-NEVECs.
Die Motivation der einzelnen Missionen ist mir größtenteils schleierhaft und es besteht kein Zusammenhang. Nur gegen Ende machen die Missionen der Gruppierungen etwas Sinn, wenn das ganze auch sehr "konstruiert" wirkt. Ein wirklich obergeordnetes Ziel gibt es erst im letzten Drittel der Kampagne ...
GAMEPLAY:
Der Großteil der Missionen läuft nach dem gleichen Schema ab: Komme von A nach B und aktiviere zwischendurch die Datenstationen. Achja ... Und kille alles, was dir in den Weg kommt. Dabei spielt man immer relativ kleine Abschnitte einer Map. Glücklicherweise sind diese sehr unterschiedlich, sodass nicht sofort Langeweile aufkommt. Einzig die Bosskämpfe bieten Abwechlung, dann heißt es einfach: Besiege xyz! Diese Kämpfe sind auch relativ spektakulär und machen auch Spaß, wobei es im Grunde nur auf stupides "Draufholzen" ankommt. Außerdem heben sich die Piratenmissionen etwas ab, da man teilweise auf einem fahrenden Zug spielt.
Wenn man einmal den Löffel abgibt, kann man an einer der Datenstationen wieder einsteigen.
Den Rest fasse ich etwas kürzer:
+ Viele verschiedene Waffen und Granaten (freischaltbar).
+ Verdiente Punkte können am "Einarmigen Banditen" verspielt werden. So bekommt man neue (verbesserte) Waffen, Gesten, Titel und "Körperteile", mit denen sich das Aussehen der Figuren ändern lässt.
+ An vielen Stellen steht ein VS (Vital Suit (Kampfmecha)) bereit, dieser kann mit herumliegenden Waffen ausgerüstet werden.
+ Die VS-Waffen kann man auch so benutzen.
+ Cooler Greifhaken (Fortbewegung / "Anheften" an große Gegner, um diese dann zu beschießen).
+ Teilweise fordernde Bosskämpfe
+ Abwechlungsreiche Missionen: Schnee, Dschungel, Wüste, Zug, Festungen, All, Raumstation, unter Wasser, etc.
- Teilweise EXTREM dumme KI.
- Kamera nicht optimal.
- Keine Interaktion (Befehle) mit den Kollegen.
- Teilweise verwirrende Missionsziele.
- Teils unnütze Map.
Damit sollte das ganze grob umrissen sein. Es hat sich eben nicht wirklich etwas geändert, es wurde nur "ausgeschmückt" ...
GRAFIK/SOUND:
Mit DX11 sieht das Spiel bestimmt beldend aus, aber selbst mit DX9 ist die Grafik gelungen. Wenn man nahe an etwas heran tritt, sieht man u.U. einige grobe Texturen, aber ansonsten finde ich die Grafik sehr gut. Ich stehe aber eh nicht auf hardware-verschlingende Monster. Das Figuren-/Monsterdesign finde ich sehr gelungen. Die Akriden sehen sich zwar teilweise recht ähnlich und die neuen Kreaturen kann man an einer Hand abzählen, aber zumindest sehen sie gut aus. Selbes gilt für die humanoiden Figuren. Auch die VS' sehen sehr stylish aus.
Das Leveldesign ist ok und abwechslungsreich, wobei es teilweise auch sehr "konstruiert" wirkt.
Soundtechnisch kann man nicht viel beanstanden. Solide, aber nicht außergewohnlich.
STEUERUNG:
PENG! Hier kommt das Fallbeil!
Man merkt sofort, dass es sich um eine lieblose Konsolen-Portierung handelt. Viel zu viele Knöpfe, allein zur Steuerung eines VS braucht man zig verschiedene Knöpfe (Einsteigen, starten, bewegen, Spezialktion 1-4, Flugkontrolle, nachladen, etc.). Leider nimmt das System nach wie vor keine "Zusatzknöpfe", wie sie an jeder moderneren Maus zu finden sind, an. Zumindest kann man sich die Tasten einstellen, aber wer sich nicht extra einen PC-Controller zulegen will, muss damit leben ...
Die Maus reagiert nicht gescheit, ohne die Autoaim-Funktion hätte man wohl keine Chance.
Also insgesamt sehr böse ...
btw: Die Menünavigation ist auch sehr umständlich.
ONLINE:
Tja ... Eine der größten Schwächen dieses ONLINELASTIGEN Spiels.
Es gibt gefühlte 20 Spieler.
Bis man einmal spielen kann (es funktioniert eigentlich nur das schnelle Spiel, was einfach verschiedene Spieler zusammenführt), muss man ewig warten. "Fraktionsmatch" wird nie gespielt, obwohl es DAS BESONDERE ONLINE-FEATURE sein soll. Man müsste dann nämlich warten, bis sich 16 Spieler in die Lobby verirren. Normale Spiele kann man früher starten.
Wenn es dann mal zum Spiel kommt, fängt der Frust an: Erstens ist es ein einziges Gelagge (Nein, liegt nicht an mir.), zweitens läuft es nach dem "Wer-findet-zu-erst-einen-Raketenwerfer-oder-zielsuchenden-Laser"-Prinzip. Es wird also ausschließlich mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Einzig die VS-Duelle sind interessant. Der Koop-Modus klappt aber ganz gut, das ganze macht sogar Spaß.
Ok, das sollte reichen ...
Fazit:
- Portierungen sind selten gut.
- Billiger Aufguss des Vorgängers.
- Keinerlei nennenswerte Verbesserungen.
+ Das ausgefallene Gameplay kann aber durchaus überzeugen, die Kampagne ist trotz allem spielenswert.