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ProduktinformationPlattform: GameCube
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Das Gameplay dürfte allen bekannt sein: per Knopfdruck vorgegebenen Bahnen entlangrennen, in 1st-Person-Sicht lachende Menschenbomben zerballern, Blut sammeln, (grauenhaft einfache) Puzzles lösen... Das ist nicht das beste aller Gameplays, aber überraschenderweise bin ich absoluter Killer7-Fanatiker, die Welt des Games ist der absolute Hammer. Die Missionen sind sehr unterschiedlich, erzählen eine perfekt bizarre Geschichte, bzw. etwa 5 Geschichten, die ineinander verwoben sind:
der ewige Kampf zwischen Kun Lan und dem Harman Smith hatte vor Jahrhunderten begonnen und wird in Jahrhunderten noch seine Fortsetzung finden. Das Spiel beschreibt eine solche Kampfphase, eine von unzähligen Wiederholungen kriegerischer Epochen. Weiter wird die Angelegenheit einen politischen Konflikt zwischen dem Osten und dem Westen beeinflussen, man bekommt es mit Staatsmännern und Politikern zu tun. Und dann kommen eben die bizarren Dinge: die publizierten Ausgaben eines Comiczeichners werden tags darauf Realität, und da in der letzten Geschichte ein Anschlag auf das Killer7-Syndikat stattgefunden hat, gilt es den Zeichner zu eliminieren. Später schleichen sich Konflikte innerhalb des Syndikats ins Geschehen: etwas geschieht mit Samantha, der Original-Killer verhält sich "seltsam", es kommen Fragen auf, wer wer ist, wer für wen arbeitet, wer wen kontrolliert. Am Ende wird man keine klaren Antworten haben, es handelt sich um keine simple Geschichte.
Gemäss SUDA 51 war bei diesem Spiel bis kurz vor Produktionsbeginn alles klar: die Story, die Welt, die Charaktere, die Präsentation, nur nicht wie man es spielt. Über das Gameplay wurde ganz zuletzt entschieden, und das zeigt sich auch: ein absolutes High-Quality Game, allerfeinste Sahne, superber Look, aber riskantes Gameplay.
Killer7 ist eines der wohl am meisten zerrissenen Spiele ever, denn es tanzt so ziemlich in allen Gesichtspunkten aus der Reihe. Egal ob Grafik, Steuerrung oder Story, Killer7 erschafft schon fast ein eigenes neues Genre.
Der Spieler steuert den Charakter Harman Smith, einen älteren Herrn im Rollstuhl... oder besser egsagt, er steuert die 7 Persönlichkeiten diesers Herrn. Mittels dieser gilt es den "Virus" "Heavens Smile" und die Hintermänner dieses Virus auszulöschen. Klingt eigentlich bischen nach Resident Evil, was wohl auch daran liegt das Shinji Mikami - Vater von Resident Evil - selbst hinter diesem Spiel steckt. Da wundert es auch keinen das die Gegner überwiegend diverse "Zombies" und Mutanten sind.
Wie dem auch sei, Killer7 würde nicht neue Wege bestreiten wenn nun alles nach Schema F ablaufen würde.
Wirklich deutlich wird dies nicht nur durch die sehr eigenwillige CellShading-Grafik, sondern gerade durch die Steuerung. Capcom wirft hier alles über den Haufen und lässt den Spieler auf eine Art "Rail-System" steuern.
Via Knopfdruck bewegt sich die Figur auf vorgegebenen Wegen. Abzweigungen, Türen, etc. öffnen ein Menü bei dem der weitere Weg, bzw. die neue Schiene, ausgewählt werden kann.
Es mag etwas absurd klingen, doch dieses Sytem weiß zu gefallen. Selbiges gilt auch für die Optik auf die ich nochmal eingehen will. Wie schon geschrieben bedient sich Killer7 ausschließlich an Cellshading. Hier muss man jedoch erwähnen das es eine sehr erwachsene Art dieser Renderingmethode ist und eher an einen sehr düsteren Anime erinnert. Verstärkt wird das durch wenig Farben (meist etwas verwaschene, also graue Farben) und natürlich den imensen gehalt an Gore.
Ich habe noch NIE ein Spiel gesehen in dem nur im Ansatz so viel Blut spritzt. Dagegen sind Springbrunnen ja wirklich ein Witz.
Im Angesicht dieser Tatsache bin ich schon gespannt welches Rating Killer7 in Europa bekommt und ob etwas geschnitten wird.
Das Kämpfen selbst gestaltet sich, wie das Bewegen in den Levelabschnitten, auch als sehr NEU. gegner müssen immer erst "untersucht" werden bevor man diese effektiv "killen" kann. Jeder Gegner verfügt zudem über einen Schwachpunkt bei dem man einen "Instant Kill" vollziehen kann. Als wenn das noch nicht genug wär verlangt so ziemlich jeder Gegner nach einem anderen der 7 Persönlichkeiten. Man findet sich also ständig im Wechsel zwischen den einzelnen "Charakteren" und benutzt deren verschiedenste Moves. Erstaunlich das sich das nicht negativ auswirkt sondern wirklich gekonnt in das ganze Spiel einfügt.
Musikalisch und Soundtechnisch kann das Spiel auch überzeugen. Es handelt sich hierbei zwar nicht um filmreife Musik/Effekte, aber capcom versteht es hiermit eine unglaubliche Athmo aufzubauen. Die leisen BGMs, das permanente und unheimliche Gelächter von Gegnern... all das fügt sich wie alles andere auch einfach nahtlos in das Spiel ein.
Der einzige negative Punkt am ganzen Spiel sind für mich die Ladezeiten. Ich versteh nicht ganz wieso das Spiel so lange Ladezeiten hat. Dafür hätte man dann evtl. doch eine realistische Grafik wählen können. Man kann aber beide Augen zudrücken! Im gegensatz zur PS2 haben wir hier nämlich die flüssigeren ANimationen und die - um einige Zeit - kürzeren Ladezeiten!
Auf alle Fälle bringt Killer 7 in so ziemlich jedem Punkt neuen Wind in die Gameindustrie und das hat`s endlich mal gebraucht!
Ich kann es jedem, der neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen ist, nur an`s Herz legen!
Die Story spielt in einem alternativen Szenario der Welt. Jeglicher Flugverkehr und Verknüpfungen durch Netzwerke und Internet sind von den Regierungen der Welt verboten worden, da immer häufiger auftretende terroristische Anschläge und globale Gewalt zur größten Bedrohung und damit zur Geißel der Menschheit geworden sind. Allein ein global ausgebautes Verkehrsnetz umspannt den Erdball und ermöglicht eine Verbindung aller Nationen.
Nachdem der dadurch entstandene Frieden und die Zuversicht der Menschheit für viele Jahre gewährleistet wurde, tritt eine neu gegründete terroristische Organisation, genannt die "Heaven Smile's", in Erscheinung und bedroht durch selbstmörderische Anschläge den aufgebauten Frieden in der Welt...
Sie spielen Harmann Smith, einen schizophrenen, älteren Herren, der 7 Persönlichkeiten in seinem Geist vereint, die er nach Wunsch in mentaler sowie in physischer Gestalt in Erscheinung bringen kann. Diese 7 Persönlichkeiten sind in Regierungs- und Untergrundkreisen als "Killer 7" bekannt, eine 7-köpfige Killer-Truppe, die als Söldner für Attentate angeheuert werden.
So seltsam und verstörend das Alles klingt, wird auch die sehr verwirrende, zugleich aber sehr interessante und komplexe Story in mehreren Kapiteln erzählt, wobei die Hauptthemen Terrorismus, Angst ausgelöst durch Gewalt, sowie das schwierige Verhältnis zwischen Staaten (hier vorallem USA und Japan) sind. Die In-Game Cutscenes und fantastischen Anime-Sequenzen sind somit auch der größte Pluspunkt des Spiels, man kommt sich sehr häufig wie in einem hervorragendem Anime-Film vor, was natürlich ein Interesse an dieser Art der Unterhaltung vorraussetzt. Wer damit nichts anfangen kann, sollte für sich das Spiel gleich abhaken.
Sie steuern also immer einen der sieben "Killer" und laufen nicht wie üblich mit dem Steuerstick, sondern durch Drücken das A-Knopfs auf einer vorgegebenen Route mit einer ebenso vorgegebenen Kameraperspektive durch die Welt. An Abzweigungen erscheint eine splitterartige Aufteilung, in der sie den weiteren Weg oder ein angrenzendes Zimmer anwählen. Gegner sind unsichtbar und kündigen sich nur durch ein Lachen an. Daraufhin schalten sie in die Ego-Perspektive und scannen die Umgebung nach den später immer unterschiedlicher werdenden Feinden, die sie dann wie üblich aufs Korn nehmen und am Besten an den jeweiligen Schwachstellen treffen. Das so gewonnene Blut nutzen sie dann später zur Heilung, zur Aktivierung der jeweiligen Spezialfähigkeiten der verschiedenen Charaktere und zur stufenartigen Erhöhung der Kampffertigkeiten. So morbide und pervers wie sich das liest, ist auch die Welt in "Killer 7" gestaltet worden. Die Gegner sind äußerst merkwürdig und verspritzen nach ihrem Ableben nur so ihr Blut, genauso wie der rote Lebenssaft auch in verschiedensten Szenen der Welt und in den Cut-Scenes vorkommt (Ich habe noch nie ein Spiel mit so viel Blut gesehen!). Auch die anzutreffenden Personen (die oftmals auch mal aus dem Jenseits vorbeischauen) im Spielverlauf sind äußerst verstörend (einer eurer vielen Helfer tritt zum Beispiel immer wieder in einem roten SM-Anzug auf!). Wer also mit dem typisch blutigen, verstörenden und perversen Charakter von erwachsenen Anime-Filmen nichts anfangen kann, sei nochmals gewarnt!
Da ist es sehr gut, dass bei der Grafik die Cellshading-Optik benutzt wird, weil dadurch die dargebotene groteske Atmosphäre leichter angeschaut und nachvollzogen werden kann und sogar nach langer Aufwärmphase äußerst gut gefällt, da sie durch den sehr minimalistischen Einsatz von Farben und Konturen sehr erwachsen und erfrischend neuartig wirkt.
Allerdings gibt es trotzdem auch große Minuspunkte im Spiel, die eine 5-Sterne Wertung leider verhindern. Größter Negativpunkt sind nämlich die vielen und oftmals nervenden Ladezeiten im Spiel. Jeder neu zu betretende Raum muss durchschnittlich 5 Sekunden geladen werden. Wenn man dann zum Beispiel genau weiß, wo man hin will und das 10 Räume weiter weg liegt, verbringt man fast eine Minute an einem blauen Ladebildschirm. Dadurch wird oftmals gerade bei schnellen Reisen zu einem bestimmten Punkt die hervorragend aufgebaute Stimmung zerstört und man fühlt sich nicht mehr so im Spiel reingesogen. Wer sich an lange Ladezeiten nicht gewöhnen kann, sei auch darüber gewarnt!
Zudem sind die öfters eingebauten Rätsel im Spiel sehr einfach bis nicht der Rede wert, längeres Nachdenken oder gar großes Knobeln über ein Problem oder Hindernis kommt nie vor, zumal auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad vor fast jedem Rätsel eine helfende Person steht, die einem nicht falsch zu deutende Tipps gibt. Viele Rätsel wirken sogar wie "Alibi-Rätsel", die nur zum kurzen Stören des Weiterkommens da zu sein scheinen. Dies bewirkt ebenfalls eine eher störende als gut nachgedachte Einfügung im Spiel. Knobler und Tüftler werden also auch sehr enttäuscht sein!
Außerdem wird der Einstieg durch den äußerst verwirrenden und langwierigen Beginn sehr erschwert. Story, Steuerung, Kampf und Atmosphäre sind durch die Neuartigkeit schon von Beginn an erschlagend und erfordern ein intensives Auseinandersetzen. Eine richtig nachvollziehbare Stimmung und "Spaß" am Spiel hat man erst nach der langen ersten Mission. Schnell genervte und abgelenkte Naturen werden also an diesem Spiel auch keinen Spaß haben, da gerade die Story sehr verwirrend ist und viel Aufmerksamkeit und Einarbeitung erfordert. Es wird Einem nichts einfach präsentiert, man muss viel selbst überlegen und hineininterpretieren, typisch asiatisch halt...
Wer braucht das Spiel?
Jeder neugierige und für Neues offene Spieler, der eine groteske Stimmung, Anime-Charakter und eine komplexe Story über schwierige Themen mag und viel Zeit und Lust hat, sich einzuarbeiten.
Wer braucht es nicht?
Jeder leicht zu nervende und lange Ladezeiten hassende Spieler, der knackige Rätsel und eine einfach präsentierte Story in einer realistischen Welt mag und eher auf bewährte Genrekost steht.