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Petrarca, der einige Zeit nach Dante lebte, ihn also gut gekannt haben wird, besann sich darauf, nicht nur ein Studium der Rechtswissenschaft aufzunehmen, um vielleicht wie sein Vater Notar zu werden. Nein, wie so viele, die dem Leben eigentlich das abgewinnen wollen, was es sonst noch verspricht, entschließt er sich für die Dichtung und zwar strickt.
Volkskundliche Dichtungen zuerst, dann immer weiter sich bildend und in die Antike blickend, erkennt er, daß ein wahrer Dichter nur sauber und streng arbeiten darf. So wie seine dichterische Botschaft wahr sein soll, muß auch der Charakter des Dichters sauber sein und umgekehrt.
Das bringt ihn zwangsläufig mit Seneca und Cicero in Verbindung und die christliche pietas wird der antiken sapientia gegenübergestellt, alles aber wird erst möglich durch virtus (Tugend). Durch Cicero kommt er wahrscheinlich auch zu Scipio Africanus, dem Cicero in "Scipios Traum" ein schönes Denkmal gesetzt hat, voll von ehrlichen Gefühlen über Leben, Tod und Tugend.
Ein einschneidendes Erlebnis an einem Karfreitag ist das Zusammentreffen mit Laura, einer verheirateten Frau. Diese Frau wird für ihn zum Sinnbild der Schönheit und so entsteht etwas, das zwar einmalig ist, aber durchaus dem Zeitgefühl entspricht, nämlich eine Liebeslyrik in Form von Sonetten, Kanzonen, Sestinen, Balladen und Madrigalen.
In den Canzoniere, in denen alle diese Formen enthalten sind und an denen er jahrelang gearbeitet hat, ist alles zusammengefasst, was er seelisch empfunden hat. Diese Lyrik spricht uns auch heute noch an, weil sie eben echt ist und deshalb nachempfunden werden kann. Petrarca lebte zeitweise in der Nähe von Avignon und liebte die Gegend um Fontaine de Vaucluse. Es ist auch diese herrliche Natur, die ihn beseelt und das spricht vor allem wohl gerade die Jüngeren an (bis heute).
In der bewährten Übersetzung von Karl Förster hat der Verlag einen guten Geschmack bewiesen, denn der Ton Petrarcas wird durchaus getroffen.
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