Petrarca gilt neben Dante und Boccaccio der dritte große italienische Literat des ausgehenden Mittelalters. Vor allem zu danken ist ihm die Erfindung des Sonetts als Kunstform. In der Tat sind seine Sonette auch heute noch von einer verblüffenden Frische - zumindest manche davon. Nicht umsonst hat er die Shakespeareschen Liebessonette maßgeblich beeinflusst.
Während die Qualität der Sonette unbestritten ist, muss man beim Rest des Werkes Abstriche machen. In der mir vorliegenden Übersetzung von Carl Förster zumindest sind die "Canzonen" kaum zu genießen. Die ellenlangen Liebes- und Leidesbeschwörungen sind nur was für hartgesottene Fans, so dröge und endlos ihre Motive wiederholend ziehen sie sich bisweilen dahin.
Die Form des Sonetts allerdings hat in Petrarca ihren Meister. Kurz, prägnant, bilderreich präsentiert er Stimmungen und Gefühle, die heute noch voller Leben sind. Auch wenn sich die Motive der Liebe und Entsagung wie auch des Todes immer wieder in ähnlicher Form wiederholen: man muss ja nicht alle lesen. Für jeden Interessierten dürften auf jeden Fall ein paar Sonette dabei sein, die ihm/ihr gefallen werden. Für literarisch Kreative, die sich selber am Sonett versuchen wollen, ist das Studium der Petrarca'schen Sonettformen auch in der Übersetzung unbedingt empfehlenswert.