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Am besten kann sich Carusos verhaltene Stimme bei kleineren Besetzungen behaupten. Sehr farbenreich ist dabei der Einsatz der Mandoline. Die grundsätzliche Frage ist aber, ob sich lebendiges Musizieren einstellt. In dieser Hinsicht kann das Experiment natürlich nicht voll befriedigen. Im Ganzen aber bietet diese Hommage an Caruso ein modernes und unterhaltsames Hörerlebnis. So ist es ein Verdienst dieser Veröffentlichung, den Kreis der Caruso-Hörer zu erweitern. Im Zentrum steht ja Carusos unvergleichlich ausdrucksvolle, die Lieder seiner Heimatstadt Neapel interpretierende Stimme. --Adalbert J. Osterried
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Eigentlich war Enrico Caruso (1873-1921) ein einfacher Mann, der am liebsten Pasta aß, die Frauen liebte und keine Bücher besaß, geschweige denn solche las. Auf der Bühne bewegte Caruso sich wie ein Bauer; nicht wenige rümpften darüber die Nase, empfanden diesen Mann mit dem enormen Brustkorb und dem mächtigen Schädel als vulgär und ohne jegliche Noblesse. Doch wenn er anfing zu singen, waren all diese Vorurteile vergessen. "Wer schickt Sie -- Gott?", soll Puccini 1897, ausgerufen haben, als er ihn zum ersten Mal hörte. Als Caruso im Alter von nur 47 Jahren starb war die Musikwelt erschüttert.
Caruso 2001 -- Canzoni Italiani steht auf dem Cover in Digitalschrift zu lesen. Der Schrifttypus sagt es bereits: Dies ist keine Aufnahme im üblichen Sinne, sondern hier wurde die Stimme des Tenors mit Hilfe modernster Computertechnik mit dem Klang eines modernen Orchesters verschmolzen. Das Repertoire widmet sich dem klassischen neapolitanischen Lied. Caruso hatte bereits in jungen Jahren solcherlei Gesänge zu Familienereignissen aller Art dargeboten, wie etwa auf Taufen, Geburtstagen, Hochzeiten und Begräbnissen, in Konzertcafés, den großen Salons des Großbürgertums und bei vielen anderen Gelegenheiten. Fast 90 Lieder zählten zu seinem Repertoire, doch nur 22 wurden aufgenommen und 17 bringt die vorliegende Aufnahme zu Gehör.
Vieles sang er auf dem Höhepunkt seiner Kunst in den Jahren um 1912 ein: alle Kraft war schon vorhanden, alle Technik zur zweiten Natur geworden. Viele aber stammen auch aus späterer Zeit, als es ihn zu übermäßiger Expression drängte und seine Stimme anfing, besonders in hohen Lagen angestrengt, überbeansprucht und brüchig zu klingen. Trotzdem betört der weiche Klang seiner warmen, dunkel gefärbten Stimme, bewegt und erschüttert sein Gesang, weil er wahrhaftig ist. --Teresa Pieschacón Raphael
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