Ich muss gestehen, mir hat dieser Roman überhaupt nicht gefallen. Die Hauptfigur Katja war mir doch all zu naiv und die Autorin bemüht doch leider all zu bekannte Klischees. Die böse Schwiegermutter, die nichts besseres zu tun hat, als den lieben langen Tag unfreundlich zu sein. Hinzu kommen ein paar Handlungsstränge, die ich absolut überflüssig fand. Als zum Beispiel seitenweise bei Katjas Kindern die Läuse entfernt werden und auch die Oma schließlich davon befallen wird. Zwar ist dies an einigen Stellen amüsant, aber an sich passte es einfach nicht. Es brachte den Roman nicht weiter und kam mir doch etwas zu banal und alltäglich vor.
Der eigentliche Knackpunkt ist jedoch eine Sache, die mir tatsächlich dann den ganzen Roman irgendwie madig gemacht hat. Und zwar die Stelle, wo Katjas schwuler Nachbar erfährt, das sein ehemaliger Freund Aids hat und er sich vielleicht angesteckt hat. Katja rückt von ihrem Nachbarn, der ihr ein Freund geworden ist ab, wälzt Lexika und geht in Buchläden, um sich über Aids zu informieren, weil sie absolut keinen Schimmer hat, wie man sich ansteckt und was Aids bedeutet. Mal ehrlich, welche junge Frau in der heutigen Zeit weiß nicht was Aids ist? Mir schien es, als wurde das eingebaut, damit man eine witzige Szene in einem Buchladen einbringen konnte. Für mich war Katja als Sympathieträgerin jedoch danach gestorben. Alles zusammen genommen war der Roman für mich wohl eher nichts. Allerdings hat die Autorin mich mit "Verlieb dich nie nach Mitternacht" unter ihrem Pseudonym Liza Kent wieder eines besseren belehrt. Also lieber dieses Buch lesen, als "Der Mann im Ohr". :-)