Platons Schnäppchen
Giovanni Pierluigi da Palestrina lebte voraussichtlich von 1525 - 1594 in Italien, davon die meiste Zeit in Rom. Als Komponist war er so erfolgreich, dass er zeitweise den römischen Päpsten selbst unterstellt war. Im 17. Jahrhundert stand der Begriff "Pallestrinastil" für besondere harmonische, rhythmische und melodische Ausgewogenheit.
Galten im Mittelalter die kleine und große Terz (Dur und Moll) noch als diabolisch, so eröffnete sich eben mit diesen Interwallen den Komponisten in der Renaissance das gesamte Harmoniespektrum, was zu einer unvergleichlich kreativen Vielfalt führte. Da es sich bei den Kompositionen überwiegend um Kirchenmusik handelt, wird diese häufig in meditativem Tempo und ruhiger Ausdrucksweise dargebracht.
Die äußerst anspruchsvollen Sätze Palestrinas werden vom Hilliard- Ensemble mit beispielloser stimmlicher Harmonie und Intonationssicherheit dargeboten. "Das Gute, Wahre und Schöne", wie es der in der Renaissance wiederentdeckte Philosoph Platon bezeichnete, findet in den Madrigalen und Motetten Palestrinas, interpretiert vom Hillard- Ensemble, seine höchste Vollendung.
Jetzt noch den Preis zu erwähnen, wäre geradezu profan.