Der junge Cesare Borgia, das Kind des Paptstanwärters Rodrigo, wird von diesem, anders als sein Bruder Juan, nicht anerkannt. Auch seine Schwester Lucrezia ist offiziell Kind des Mannes, sodass der junge, ruhige Mann nicht versteht, warum grade er ausgestoßen ist und als Neffe gelten muss.
Dieses Geheimnis jedoch lüftet sich recht bald:
Sein Vater hat ihn für das Papstamt an den Teufel verkauft, und bald, so prophezeit man dem fassungslosen Jungen, werden die Dämonen über ihn herfallen, ihn vernichten- doch es kommt anders, als gedacht.
Chiaro, der in die Rolle des Mörders Michellotto schlüpft, um im Auftrag hoher Geistlicher den jungen Borgia zu töten, verfängt sich in der Ausstrahlung des Gleichaltrigen und bald wird klar, dass nur er die Kraft hat, das Böse in Cesare zu besänftigen.
Als dann jedoch ein großes Unglück den bedauernswerten jungen Mann ereilt, lässt er zu, dass die Dämonen die Kontrolle über ihn gewinnen- nur, damit er sie beherschen kann, damit er die teuflische Energie für seine Zwecke nutzen kann.
Und damit beginnt das Ränkespiel der Mächtigen, beginnt Cesare, nun Kardinal, die Politik und wichtige, einflussreiche Menschen zu beeinflussen- immer begleitet von Chiaro, den er gebeten hat, ihn zu töten, sollte er sich entgültig dem Bösen zuwenden.
Und natürlich ist da noch Lucrezia, seine Schwester, die, wie er sehr wohl weiß und ausnutzt, mehr für ihn empfindet, als es sich für Geschwister ziemt...
You Higuri hat mit Cantarella einen Manga der besonderen Art geschaffen, so, wie wir es von ihr gewohnt sind:
Mit wunderschönen Zeichnungen erzählt sie von der Familie Borgia, die tatsächlich einmal die Tiara tragen durfte und führt den Leser in eine mystische Welt, die von Teufel und Gott beherscht wird.
Viele Ereignisse werden aus dem Geschichtlichen Kontext entnommen, einige ausgelassen-war Cesare doch ein anerkanntes Kind Alexanders- klar ist, dass die Geschichte um den jungen Cesare Borgia vieles von dem aufgreift und zu erklaren versucht, wieso der als rücksichtslos und brutal überlieferte Kardinal so war, wie er eben war.
Auch sein ständiger Begleiter, Michellozzo, bekommt in diesem Werk Motive und eine bezaubernde Gestalt, was das ganze zu einem wunderbaren Werk abrundet- ich kann es nur empfehlen, denn auch Menschen, die sich nicht für Geschichte interessieren, werden gefesselt sein von den Widersprüchen der Charaktere.