Auch in der Band Formation fand von Album zu Album eine Evolution statt. Reamonn traten keineswegs fünf Alben lang auf der Stelle. Aber die Abwechslung kam eher von Platte zu Platte, nicht innerhalb eines Albums. Eine klar definierte Rock-Band, pro Album ein paar Balladen und überwiegend dynamischer Rock. So weit, so gut und nicht ohne Grund fünf Alben lang (+ Best of und Live-Alben) überaus erfolgreich.
Nun wandert Frontmann Rea Garvey auf Solo-Pfaden, nach eigenen Angaben nur vorübergehend, man wird sehen.
Seine Spannweite ist allein jedenfalls breiter, facettenreicher. Konsequent und kompromißlos setzt er jedes Lied so um, wie er es haben möchte und das ist im gros zwar mehr Pop als Rock, aber nicht weniger dynamisch und druckvoll.
Er arbeitet mit vielen Adaptiven die über die Möglichkeit einer klassischen Rock-Formation hinaus gehen.
Ob klassische Orchester-Elemente, originelle Samples, exotische Instrumente - er spielt mit den Möglichkeiten und er spielt auf Sieg und gewinnt. Die Arragements sind bis ins Detail durchdacht und bringen unerwartete Sounds, klangliche Überraschungen in nahezu jedem Lied. Seine enorme stimmliche Markanz fügt alles, trotz des Reichtums an Kontrasten, zusammen und sorgt für die nötige Homogenität die ein Album braucht.
Die fünf Reamonn-Alben bisher waren gut bis sehr gut, "Can't stand the silence" ist noch etwas mehr - Starke Platte!
Ganz klare Empfehlung für die Deluxe-Version!
Das edle Hardcover allein wäre schon Grund genug, die zweite CD mit Rea Garveys bisherigen Ausflügen von der Band, auf Soundtracks oder im Duett, machen diese Version zur unbedingten Pflicht, auch wenn nun nicht jeder dieser Ausflüge der vergangenen zehn Jahre der ganz große musikalische Wurf war.