Zunächst muss ich der Bewertung von Harry S widersprechen. Die Tintenpatronen von Silver-Trade ließen sich bei mir ohne jedes Klecksen problemlos einsetzen, und die Qualität der Ausdrucke (ich testete Normalpapier und Fotopapier mit Seidenglanz) war exzellent. Ich hatte vorher einen Canon IP5200-Drucker, der mit Original-Patronen immer etwas bessere Ergebnisse brachte, als mit No-Name-Tinte. Der Unterschied war aber mit Silver-Trade-Tinten so gering, dass ich jahrelang diese Patronen nutzte. Ich erinnere mich nur an ein einziges Mal, wo nach dem Öffnen einer Patrone ein Tropfen austrat, bevor ich die Patrone eingesetzt hatte. Und ich habe sicherlich über 100 Patronen von Silver-Trade verbraucht im Laufe der 4 Jahre, die der IP5200 durchhielt.
Nun aber zum eigentlichen Thema, zum Drucker.
Er sieht schick aus, ist aber wegen seiner schwarzen Hochglanzoberfläche empfindlich bezüglich Fingerabdrücken, Staub und Kratzern. Er druckt nicht sonderlich schnell, aber das Ergebnis ist besser, als das meines damals in Tests mit sehr gut bewerteten Canon IP5200. Wie bei meinem IP5200 wird auch beim IP3600 sehr viel Tinte durch Reinigungsläufe verbraucht. Auch das ein Grund, warum es lange dauert, bis man seinen Druck in Händen hält. Es ist also nicht zu empfehlen, den Drucker immer zusammen mit dem Computer einzuschalten. Man sollte den Drucker nur dann einschalten, wenn man auch Drucken möchte. Mein IP5200 hat nach 4 Jahren Gebrauch seinen Dienst eingestellt, weil der Auffangbehälter für die beim Reinigen ins Innere fließende Tinte vollgelaufen war. Ich habe ihn vor dem Wegwerfen aufgemacht, um mir das mal anzusehen. Ein dicke Lage Filz im Gehäuseboden nimmt die Tinte auf, und diese fast 3 cm dicke Matte war von Tinte so durchnässt, dass sie nichts mehr aufsaugen konnte. Das Problem hat man mit nahezu jedem Tintenstrahldrucker, vielleicht besonders mit Canon-Druckern, die auffällig oft und lange die Düsen durchspülen. Der Verdacht, Canon wolle das Hauptgeschäft mit den überteuerten Originaltinten machen, scheint mir nicht ganz abwegig. Schon wegen der Tintenverschwendung bei den zahlreichen automatischen Reinigungsdurchgängen geht man schnell zu den deutlich billigeren No-Name-Tinten über. Wer einen Canon-Tintenstrahler kauft, sollte sich im Klaren sein, dass nach wenigen Jahren die Filzmatte mit Tinte vollgelaufen ist und der Drucker dann seinen Dienst einstellt (Filz auswechseln lohnt nicht; ich bin nicht mal sicher, ob man den exakt in die Mulde passenden Zuschnitt nachkaufen kann). Und bedenken sollte man auch, dass das Konstruktionsprinzip so ist, dass keine Patrone leer sein darf. Viele meckern ja immer, dass Canon-Drucker keine Seite in Schwarz mehr ausdrucken, wenn z.B. eine der Farbpatronen leer ist. Das ist zwar ärgerlich, insbesondere, wenn man gerade keine Ersatzpatrone zur Hand hat und die beiden Schwarzpatronen noch Tinte haben, aber nicht zu ändern. Vermutlich hat das etwas mit den automatischen Reinigungsprozessen zu tun. Der Druckkopf würde vermutlich eintrocknen oder sich zusetzen, wenn beim Reinigen an einer Stelle keine Tinte fließt. Also müssen immer alle Patronen Tinte haben.
Ich ziehe 1 Punkt in der Bewertung ab, weil Canon-Drucker konstruktionsbedingt zuviel Tinte beim Reinigen verballern und weil der IP3600 insgesamt recht langsam ist. Eben mal schnell was ausdrucken klappt eben nur, wenn die Reinigungsprozeduren bereits erledigt sind, der Drucker also schon eine Weile an war, bevor man den gewünschten Druckauftrag abschickt.
Ich finde, für knapp 50 Euro ist der Drucker zu empfehlen.
Das mitgelieferte Fotopapier ist allerdings nicht, wie das Foto suggeriert, von Canon, sondern von HP.