Nach der Anschaffung der Canon 7D war auch ein neuer Blitz fällig. Ich hatte bereits Erfahrungen mit Blitzen von unterschiedlichen Herstellern, incl. einem Noname-Blitz. Für mich kam nur der Metz 48AF-1 sowie der Canon 430EX II in Betracht. Warum? Der Sigma DG Super war mir zu wuchtig. Am Sigma störte mich zudem der lapprige Batteriefachdeckel. Mit einem Nonamer durchlitt ich ein Trauma, was nach dem dritten defekten Gerät meinerseits beendet wurde. Am Metz gefiel mir die Möglichkeit ihn per USB upzugraden. Zudem besaß ich bereits an meiner Pentax einen und war damit sehr zufrieden.
Ich habe mich aber letztendlich doch für den Canon 430EX II entschieden. Warum lesen Sie in der nachfolgenden Rezension.
Beim Auspacken des Canon Systemblitzes gefällt erstmal die Ausstattung und die Verarbeitung des Geräts. Der Blitz kommt in einer wertigen kleinen Nylontasche, incl eines zusätzlichen Blitzschuhs für spezielle Aufgaben. Der 430 strahlt Solidität aus. Haptisch einer der besten Systemblitze die ich bisher in der Hand hatte. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau. Sogar der Batteriefachdeckel ist sehr solide gebaut und überzeugt durch einen guten Mechanismus. An der Vorderseite dominiert das AF Hilfslicht sowie die Sensorabdeckung für den drahtlosen Betrieb. Rückseitig zeigt sich das Infoteil sehr aufgeräumt und übersichtlich. Die Tasten sind gut angebracht und das beleuchtete Statusdisplay erleichtert die Einstellung. Klasse finde ich die Befestigung auf dem Blitzschuh. Mittels Spannhebel ist der 430 mit einem Griff arettiert. Eine etwas fummelige Locktaste sichert den Blitz und verhindert so das ungewollte Lösen des Blitzes. Gut gefallen hat mir auch die Printversion des kleinen Benutzerhandbuchs.
Der Blitzkopf ist vertikal wie horizontal schwenkbar. Vertikal sind 90° Schwenkbereich möglich, horizontal 270° Grad, zudem enthält er eine Weitwinkel - Streuscheibe bis 14mm Streuweite. Durch einfaches Herausziehen aus dem Blitzkopf wird diese Funktion aktiviert und vom Blitz selbstständig erkannt.
Die Einstellbarkeit des 430EX reicht vom Vollautomatischen bis hin zum manuellen Blitzen. Die Funktionen decken einen sehr großen Bereich ab und reichen auch für den ambitionierten Amateur. Mit der 7D kann der 430 auch drahtlos angesteuert werden. Der interne Blitz der 7D fungiert als Master. Mittels eines bereits vorgesehenen Gewindes kann der 430 auch für andere Lösungen eingesetzt werden.
Aufgrund der guten Schwenk und Einstellmöglichkeiten liefert der kleine Canon sehr gute Bildergebnisse ab. Egal ob als Aufhellblitz oder beim entfesselten Blitzen Man gewöhnt sich schnell an ihn. Mit der Energie geht der Canon recht verhalten um. Ein Stromfresser ist anders. Probleme mit Akkus hatte ich bisher auch nicht.
Zubehörtipp: Ich verwende als Stromquelle die bewährten Sanyo Eneloop Akkus, mit quasi null Selbstentladung. Sowie eine aufsteckbare Softbox für den Blitz.
Anmerkung: In den vorrangegangenen Rezensionen ist immer wieder von Problemen bez. der Bildgestaltung(Überbelichtung, schale Bilder etc.) zu lesen. Es gibt im Netz viele Seiten zum Thema Blitz. Exemplarisch sei hier nur der Name "Striewisch" erwähnt. Dieser hat bereits im "Humboldt Foto Lehrgang" einiges Interessante dazu veröffentlicht. Auch auf "Henner Info" findet man viel zum Thema Blitz. Letztendlich sind auch die jeweiligen Fotoforen eine Quelle des Wissens.
Kurz und knapp
Positives:
+ Verarbeitung und Haptik
+ Lieferumfang
+ Ausstattung
+ Funktionalität, Schwenkbarkeit etc.
+ Sehr übersichtliches Bedienteil mit gutem und beleuchtbarem Display
+ Gute Ergebnisse
+ Drahtlos steuerbar mit 7D
+ Hoher Bedienkomfort
Negatives:
- etwas fummeliger Entriegelungsknopf für den Schnellspannhebel
Mein Fazit: Für alle die Wert auf Qualität legen, gute Einstellbarkeit und Funktionalität suchen, aber den großen Systemblitz 580EX von Canon einfach nicht brauchen, ist der Canon 430 EX II genau das richtige Gerät. Hoher Qualitätsstandard und sehr gute Ausstattung zu einem noch akzeptablen Preis.
Die fünf Sterne hat er sich ohne Frage verdient.