Das Speedlite 420EX von Canon ist relativ kompakt und bietet alles, was für die Reportagefotografie erforderlich ist. Dazu gehört der dreh- und schwenkbare Zoomreflektor, welcher einen Brennweitenbereich von 24 - 105mm mit Leitzahlen von 23 bis 42 (bei ISO 100) abdeckt. Dies funktioniert problemlos auch an digitalen Kameras, wie z.B. an der von mir verwendeten Powershot G3, d.h. die Brennweitenverkürzung wird automatisch berücksichtigt (in manchen Fachpublikationen wird der Eindruck erweckst, daß dies erst mit dem Speedlite 580EX funktioniert, was definitiv nicht der Fall ist).
Der Reflektor kann um 270° (90° rechts, 180° links) gedreht und bis zu 90° nach oben geschwenkt werden, mit Raststufen bei 60, 75 und 90° (links zusätzlich 120, 150 und 180°).
Die Stromversorgung wird von vier handelsüblichen Alkali-Batterien der Größe AA übernommen; ein Batteriesatz reicht für 200-1400 Blitze (je nach benötigter Leistung) und es dauert nach einem Blitz mit voller Leistung maximal 7.5s, bis das Blitzgerät wieder einsatzbereit ist. Mit wiederaufladbaren NC-Akkus (NMH-Akkus sind wegen der geringeren Stromlieferfähigkeit nicht geeignet!) sind 80-600 Blitze je Akkuladung möglich, die Blitzfolgezeit bei voller Leistung verringert sich aber auf flotte 4.5 Sekunden.
Wer noch ein älteres Speedlite 420/430EZ kennt, sollte nicht annehmen, daß der 420EX weitgehend baugleich ist. Das 420EX bietet kein LCD-Display, keine manuelle Blitzleistungseinstellung und keine Stroboskopblitzfunktion. Eine etwaige Blitzbelichtungskorrektur wird direkt an der Kamera eingestellt, selbiges gilt für die Umschaltung der Synchronisation zwischen erstem und zweiten Verschlußvorhang. Neben E-TTL ist auch normaler TTL-Betrieb möglich.
Dafür sind mit dem 420EX die FE-Blitzbelichtungsspeicherung (selektives Anmessen eines bildwichtigen Bereiches mit Speicherung der korrekten Blitzbelichtung) sowie die FP-Kurzzeitsynchronisation (Blitzbetrieb auch bei Verschlußzeiten, die kürzer sind als die kürzeste Synchronzeit der Kamera, wobei allerdings die Leitzahl deutlich sinkt) möglich.
In Verbindung mit einem geeigneten Hauptgerät (Speedlite 550/580EX, Speedlite Infrarotauslöser ST-E2 oder auch die Makro-Ringblitzleuchte MR-14EX) kann das Speedlite 420EX ohne weiteres Zubehör als drahtloser Slave zum entfesselten Blitzen eingesetzt und zu diesem Zweck einem von vier Kanälen aus drei Gruppen zugeordnet werden.
Die Bedienelemente des 420EX beschränken sich auf den Hauptschalter, zwei Umschalter für die FP-Kurzzeitsynchronisation und den Slave-Betrieb, für letzteren noch zwei Tasten zur Einstellung von Gruppe und Kanal, die ebenso wie die Reflektorbrennweite und der E-TTL Betrieb mittels Leuchtdioden angezeigt werden.
Im Lieferumfang befindet sich eine Weichtasche, welche den Blitz samt ebenfalls mitgelieferten Ministativ (eine Kunststoffplatte, auf welche man den Blitz montiert und dann im Slave-Betrieb an der gewünschten Stelle plaziert) aufnehmen kann.
Gerade bei der Digitalfotografie mit ihrem gegenüber Diafilm weiter eingeschränktem Kontrastumfang wird man die dankt E-TTL hohe Belichtungssicherheit , neben den Möglichkeiten zur Langzeitsynchronisation (bei Zeit- und Blendenautomatik) zu schätzen wissen. Wer einen noch relativ kompakten Blitz sucht, mit der gebotenen Leitzahl das Auslangen findet und keine Stroboskopblitzfunktion benötigt, wird mit dem Speedlite 420EX (und dem gegenüber einem 580EX gesparten Geld) mit Sicherheit viel Freude haben. Sollten später doch höhere Anforderungen erfüllt und ein 580EX angeschafft werden, kann das 420EX als Slave weiterhin wertvolle Dienste leisten.