Ich fotografiere seit 30 Jahren, die letzten Jahre auch beruflich im Auftrag und ich habe seit dieser Zeit viele Kameras und Systeme ausprobiert.
Wenn ich eine Quintessenz daraus ziehen würde, heißt die für mich: EOS 5DMK2. Warum?
Worauf kommt es beim Bild an? Auf die Bildqualität! Da ich Maschinen in zum Teil dunklen Fabrikhallen fotografiere und auch Landschaften, Gegenstände und Menschen ablichte, brauche ich eine Kamera die Availible-Light fähig ist. Die 5dMK2 rauscht laut extrem wenig, gemäß Fotomagazin Colorfoto genauso so wenig wie die D3 von Nikon (siehe Ausgabe 2/2009) nur bei fast doppelter Auflösung. 0,5 bei 100ASA und 0,9 bei 1.600 ASA. Zum Vergleich: Die EOS 1Ds MK3: 0,4 bei 100ASA und 1,6 bei 1.600ASA. Die Nikon D700: 0,6 bei 100ASA und 1,0 bei 1.600ASA.
Dies sind also Spitzenwerte! Fotos bis 3.200 ASA sind damit kein Problem. 6.400 ASA schicke ich anschließend durch Lightroom und das Rauschen ist erledigt - trotzdem mit hoher Detailwiedergabe, wenn man in RAW fotografiert und den internen Rauschalgorythmus ausschaltet. Der Chip rauscht so wenig, dass ich mir erlaube die Rauschunterdrückung ganz abzuschalten - Ergebnis: Mehr Schärfe! Entrauscht werden die Bilder mit hoher ASA-zahl nachträglich am PC - das geht viel besser!
Für mich ist die Farbdarstellung ein weiters wichtiges Qualitätskriterium, dabei ist die 5D MK2 derzeit sogar führend in dieser Klasse (siehe ColorFoto). Die Farben sind natürlich und kommen der Realität sehr nahe, der Weißabgleich arbeitet besser, als bei allen anderen Systemen, die ich zuvor im Gepäck hatte.
Die Kamera ist immer nur so gut, wie die Objektive: Also muss auch hier ein gutes Material her, der Unterschied von Einfachen zu den Profi-L- Linsen ist gewaltig. Ich fotografier mit dem 70-200/4 (ist schärfer als das alte 2.8 und ich bauche nicht das "schnelle" und schwere Objektiv), das 24-105/4 (wegen IS in dunklen Hallen ideal) und das 16-35/2.8 (das beste Weitwinkel von Canon), sowie das 100/2.8 Makro und den Lichtsauger 50/1.4 von Sigma, das ist hierbei deutlich besser als das alte 50/1.4 von Canon, weil es kaum vignettiert, hervorragend vergütet ist und schon bei offener Blende brauchbar ist. Canon hat mit der 4er Serie eine für mich hervorragende L-Objektiv-Serie, die hohe Schärfe schon bei offener Blende besitzt.
Auch diese 4er Objektiv-Serie war für mich ein Kaufgrund und Wechselgrund des Systemanbieters.
Der Autofokus ist zusammen mit der Auslösezeit laut Testbericht Colorfoto 2/2009 schneller als der der EOS 1DsMk3 oder der Nikon700 und bei wenig Licht sogar noch schneller als der, der Nikon D3.
Die Kamera macht zwar lediglich 3,9 Bilder (bei RAW, 6.400ASA und kurzer Auslösezeit!), was nicht für eine Bewegungsstudie ausreicht, aber das eigentliche Scharfstellen und Auslösen ist grottenschnell! Was aber sicher auch am USM-Antrieb der Objektive liegt - ein Augenzwinkern und der Fokus steht - auch bei wenig Licht. Dies ist gerade das, was ich haben wollte!
Nun noch ein Wort zum viel geschmähten Autofokus: Wenn der Sucher mit Autofokus-Feldern übersäht ist, dann reichen bei manchen Modellen fast bis zum Bildrand. Ich brauche scharfe Fotos - physikalisch hat aber JEDES Objektiv seine Schwachstelle, je weiter es zum Rand geht - will ich wirklich mit einem 1.000€ Objektiv am Rand im ungünstigen Bereich arbeiten, wenn ich es nicht unbedingt muss?
Ich hatte zuvor ein anderes System mit 51 Sensoren, doch wenn die am Rand fokussierten, dann löste das Objektiv an seiner schwächsten Stelle auf, ich verlor kostbare Schärfe. Außerdem, je mehr Sensoren und Automatiken ich eingeschaltet hatte, desto länger brauchte der interne Chip zum Verarbeiten aller Daten. Und nur selten fokussierte ein Autofokus-Sensor auch das Motiv, was ich gerade ablichten wollte. Nach kurzer Zeit arbeitete ich nur noch mit dem mittleren Sensor, damit das Ergebnis heraus kam, was ich mir wünschte.
Da ich jedes gute Bild sowieso am PC nach bearbeite, spielt eine Ausschnittvergrößerung für mich auch keine Rolle. Dafür bekomme ich aber das schärfste und schnellste Ergebnis. Die 5DMK2 fokussiert auch bei sehr wenig Licht, und rödelt nicht Sekundenlang herum, wie ich es bei anderen System erlebt habe - das nervte vielleicht!
Was ich richtig mag: Scharfstellen in weniger als 1sek. bei Kerzenlicht auf dunkle Gegenstände - kein Problem. Wenn man bedenkt, dass eine 2,8er Linse im Kleinbildformat einen exkaten Fokuspunkt benötigt (weil die Schärfentiefe gering ist!), dann wird klar wie gut der Autofokus wirklich ist - denn er sitzt perfekt! Beim APS-C Format gelten andere Regeln als für das Vollformat!
Was aber Canon besser machen könnte: Ich wünschte mir statt 1 Kreuz-Sensor und 8 Linien-Sensoren, lieber 9 Kreuzsenoren, die aber nicht bis zum Bildrand reichen sollten, sondern nur bis zum Goldenen Schnitt. Das wäre für mich perfekt.
Nun zur Bedienung, die für gute Ergebnisse im stressigen Alltag nicht unwichtig ist. In der Vergangenheit bevorzugte ich bei meinem alten System viele Schalter und Hebelchen, die mir volle Freiheit ließen. Aber: Hebel und Schalter kann man nicht programmieren! Wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht, gibt es für mich nichts besseres als einen Drehschalter, der alle gespeicherten Daten sofort auf die gewünschte Situation umstellt - genial gelöst bei der EOS 5DMK2, wie ich meine. Das geht viel schneller. 3 programmierbare Stellungen, die alles erfassen, Belichtungsart, Korrektur, Bildfolge, Weißabgleich, Style, Vorauslösung des Spiegels, Selbstauslöser, Highspeed-Blitzen, 2.ter Verschlussvorhang, etc. Also erstelle ich ein Programm für dunkle Räume, eines für Portraits, eines für schnelle Aktionen, etc.
Alle anderen Knöpfe haben Doppelfunktionen und lassen sich blind bedienen, das Auge bleibt am Sucher.
Besonders mag ich den Joystick, ist vielleicht eine Gewohnheit vom PC, jedenfalls ein praktisches Teil. Ebenso wie das große Daumenrad, das aufgrund seiner Größe ein feinfühligeres und schnellers Einstellen erlaubt.
Früher dachte ich, eine gute Kamera muss immer ein Stellrad vorne und eines hinten besitzen. Irrtum. Solange ich eine leichte Linse drauf hatte, mag das stimmen, aber sobald ich eine Kamera mit 2 Kg in der Hand halte, änderte sich meine Erfahrung. Die Kamera rutscht aufgrund ihres Eigengewichts nach unten, ich kralle das Ding also fester und versuche nun möglichst schnell mit dem Zeigefinger das vordere Stellrad bei meinem alten System zu bedienen - es machte keinen Spaß, der Finger rieb immer über den Mittelfinger und mit schneller Verstellung des zu tief angeordneten Stellrades lief da gar nichts. Wahrscheinlich hat Canon deshalb das vordere Einstellrad frei nach oben gesetzt - hier gibt es keine Reibung der Finger und die Belichtung, Blende, ASA etc. können so schnell durchgescrollt werden. Egal wie schwer die Kamera bestückt ist. Klasse.
Die Menüs sind übersichtlicher und kurz gehalten und natürlich wird jede letzte gewählte Position in jedem Menü gespeichert, während bei meinem alten System die Menüs länger als die Bildschirmanzeige waren, so dass in vielen Menüs gescrollt werden musste, was Zeit kostete und der Übersicht schadete.
Die EOS 5DMK2 hat ein anderes ISO-Automatik-Konzept, dass mir sehr gut gefällt und meine Arbeit besser unterstützt. Automatisch erkennt die Kamera das gewählte Objektiv und die Brennweite und jagt die ISO Zahl nur so hoch wie nötig, damit die Verwacklungsgefahr minimiert wird (Regel: 1/Brennweite sek. also z.B. bei einem 100mm Objektiv 1/100stel Sekunde). Während andere Systeme die Iso-Automatik viel zu schnell bis zu der vorgewählten ISO-Stufe hoch fahren und dann unnötig die Aufnahme verrauschen. Da habe ich mir oft genau diese Automatik gewünscht, die ich jetzt an der Canon 5DMK2 gefunden habe.
Für mich war auch die Video-Funktion sehr wichtig, weil ich zur Funktionsdarstellung einer Maschine kurze Sequenzen benötige. Genau die liefert mir die 5DMK2 sogar in einer Superqualität mit Ton und HDTV-Auflösung - wenn gleich die 5DMKII auch nicht als klassische Videokamera gehandelt werden kann (Beim Ton sollte man ein externes Mikrofon benutzen!).
Die Programmierung von Funktionstasten ist guter Stand der Technik.
Was ich aber besonders nützlich finde: Eigene Taste für PictureStyles, eigene Taste für Lifeview. Eigene Taste programmierbar für die Aufnahme von Movies.
Der Lifeview von Canon funktioniert sinnvoll und sehr gut. Mit meinem vorherigen System bin ich in Konzerten auf die Nase gefallen, weil der Lifeview so laut war, durch das Klappern des Spiegels.
Bei Canon werden für Spiegel und Verschluss die beiden Motoren so gesteuert, dass der ganze Auslösevorgang nahezu lautlos, bzw. sehr leise abläuft. Das ist sinnvoll und wirklich nützlich.
Der Akku hält sehr lange, 850 Bilder sind möglich, wenn ich kein IS-Objektiv einsetze.
Auch prima: Die Mattscheibe kann selber gewechselt werden, habe ich gleich gegen eine Gitterscheibe getauscht.
Im Sucher und am oberen Display wird alles gut sichtbar angezeigt, wie man es von einer Profi-Kamera gewohnt ist.
Was ist nicht toll?
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