Nach mehreren Jahre mit Digitalkameras habe ich nun (wie viele andere vielleicht auch) einige Vergleichsmöglichkeiten (Fujifilm Finepix F11 Mod. 2006, Sony Cybershot DSC -HX5V Mod. 2010, Canon PowerShot SX 230 HS Mod. 2011). Falls man die Canon SX 260 HS nicht "überraschend" geschenkt bekommen hat, ist doch vor dem Kauf einer guten Kamera die Frage wichtig, wofür man solch eine Kamera überhaupt haben will. Na klar, zum Fotografieren - aber nur für Schnappschüsse oder auch z. B. bei festlichen Gelegenheiten, (Hochzeit) ? Neben der Technik soll natürlich auch das Auge verwöhnt werden, häufig ist die Kaufentscheidung auch mit dem Partner "abzustimmen". Also: Tests lesen, im Fachhandel erkundigen, Rezensionen (wie hier bei Amazon) lesen etc. Wenn man sich entschieden hat, kann man loslegen und erste Erfahrungen sammeln.
Die Produktbeschreibung ist schon sehr umfangreich, diese will ich nicht einfach wiederholen. Hier sind nun meine tlw. vergleichenden Eindrücke zw. der SX 230 HS u. der SX 260 HS, die ich insbesondere über Ostern (bei Sonne und bedecktem Himmel, Abends und Morgens, drinnen und auch draußen) sammeln konnte.
+ Mit ca. 12 MP Auflösung erreicht man mit diesem Kameratyp je nach Situation eine ausreichende bis sehr gute Fotoqualität - es ist lobenswert, dass Canon diese Kamera ebenso wie das Vorgängermodell nicht künstlich hochgezüchtet hat , da bekanntlich bei gleichbleibender Sensorgröße ( 1/2.3) das Bildrauschen deutlich bis stark zunimmt, wenn einfach nur die Anzahl der möglichen Bildpunkte erhöht wird. Eine solide (digitale) Spiegelreflexkamera kann natürlich vieles "besser", insbesondere beim Thema Bildrauschen spielt diese auch mit Standardobjektiven zumeist in einer anderen Liga - aber wer will denn immer sein gesamtes Equipment mit sich herumschleppen ? Die SX 260 HS kann in vielen Situationen durchaus überzeugen, wer mehr will, muss i.d. R. auch mehr Geld investieren und meist mehr Gewicht tragen, das gilt sicherlich auch für Systemkameras, die auch nicht fürs jedermanns Geldbeutel geeignet sind :-) Bis ISO 400 kann ich mit den Bildergebnissen recht gut leben, danach verstärkt sich typischerweise das Bildrauschen.
+ sehr schöne Farbdarstellung, auch bei höheren ISO-Werten
+ Hervorragende Zoomfahrten sind durch 20-fachen optischen Zoom möglich (kleiner Tipp: beim Filmen den Zoom möglichst sparsam einsetzen und l a n g s a m zoomen, um Hektik zu vermeiden, lieber vor dem Filmen auf das Objekt einstellen !)
+ Äquivalente Brennweite bei Kleinbild: 25 - 500mm, bei der SX 230 HS äquivalente Brennweite bei Kleinbild: 28 - 392mm, d. h. etwas mehr Weitwinkel und "Tele" - somit ein spürbares Plus gg. der SX 230 HS
+ die Videoqualität gefällt mir gut, umfangreiche Test habe ich noch nicht gemacht, da ich mich zumeist auf die reinen Fotoqualitäten beschränke - für ein ruhigeres Bild bei entsprechender Brennweite sollte durchaus ein Stativ eingesetzt werden, der optische Stabilisator ist nämlich keine Wundermaschine und kann hier physikalisch nicht in allen Situationen helfen.
+ das hochauflösendes Display (3 Zoll) kann überzeugen, auch wenn es mittlerweile bei anderen Modellen sogar noch schärfer geht; man kann auch im Vorfeld besser erkennen kann, ob eine Aufnahme gelungen ist - eine passende Folie als Displayschutz halte ich für sinnvoll,um vor möglichen Kratzern schützen
+ die Kamera sieht edel aus, liegt recht gut in den Händen und hat ein gutes Eigengewicht, außerdem ist sie grds. sinnvoll zu bedienen, eine Handschlaufe ist empfehlenswert (z. B. die beigefügte)
+ trotz hohen Zoomfaktors bleibt die SX 260 HS somit noch relativ handlich und ist (Hand)taschentauglich
+ während bei der SX 230 HS der permanent ausklappende Blitz nicht alle glücklich gemacht hat (beim Einschalten einen Finger draufhalten verhindert das Ganze), passiert dieses bei der SX260 nur noch, wenn die ermittelte Situation dieses wirklich erfordert
+ die rückseitigen Tasten sind gg. der 230 SX etwas "tiefer" gelegt, so dass sich ein etwas flacherer Eindruck ergibt, das Wählrad ist ähnlich geblieben, der Auslöseknopf (mit Ring) gefällt mir besser, da dieser deutlich größer ausfällt
+ der Blitz ist nun optisch "schmaler" geworden, da der Deckel nun nicht mehr schräg herausklappt, sondern direkt vorne links von unten nach oben geschoben wird und somit Platz spart
+ die Filmtonwiedergabe (Stereo) ist ausreichend - Windgeräusche lassen sich per Einstellung minimieren/reduzieren
+ die Bedienung ist für diejenigen, die andere Kameras kennen, eigentlich nicht schwierig: ein übliches drehbares Programmrad, eine Aufnahmetaste zum Filmen (nicht "nur" Full-Hd, auch z. B. in 720p für diejenigen, denen diese Auflösung reicht - das schont den Speicherplatz und kann auch ältere Rechner weniger belasten). Wer mehr will, sollte sich auf jeden Fall mit dem auf CD ausgelieferten Handbuch näher beschäftigen
+ es gibt interessante bzw. spezielle Effekte wie "Fischauge", bei Städteaufnahmen gefällt mir z. B. "Miniatur" sehr gut - das "Filmtagebuch" ist ebenfalls eine schöne Sache, für alle, die hauptsächlich Fotos machen, aber auch ein paar Kurzfilme als Erinnerung (z. B. im Urlaub) haben wollen
+/- sensorgrößentypisches Rauschverhalten - dieses wird beim Reinzoomen ins Bild deutlich, die Kamera"technik" geht damit aber nach meiner Meinung intelligent damit um, sodass dieses bei regulärer Bildbestrachtung in den Hintergrund tritt, bei Ausschnittvergrößerungen kann das allerdings auch schon bei geringen ISO-Werten als störend empfunden werden, Bilde wirken dann im Detail irgendwie "weicher" - für mich Bewertung neutral, da der Gesamteindruck gilt
+/- optisch gefällt mir das alte Modell fast etwas besser, der durchgehende Silberrahmen hat sich bei der SX 260 HS leider nicht mehr durchgesetzt, während die Front etwas abgerundeter ist; dadurch wird das Objektiv etwas "abgemildert". Allerdings ist die Optik natürlich Geschmacksache - jedem das Seine, vor allem in der Farbwahl
+/- die Mikrofone sind von der Vorderseite bei der SX 230 HS auf die Oberseite bei der SX 260 HS gewandert und liegen nun wesentlich dichter beieinander, ob dieses beim regelmäßigen Filmen negativ auffällt, bleibt abzuwarten;
+/- der Ein-/Ausschalter liegt nun neben dem Zoom- bzw. Auslöseknopf (bei der SX 230 HS auf der Rückseite); das hat Vor- und Nachteile, bislang stört es nicht - es kann aber dazu führen, dass man die Kamera versehentlich ausschaltet, anstatt den Auslöser zu betätigen, das konnte bei der SX 230 HS beim Auslösen nicht passieren, wobei der Knopf aber bei der SX 260 HS etwas tiefer gelegt wurde, um dieses "Risiko" zu minimieren.
+/- GPS ist ein sinnvolles Feature, welches in dieser Preisklasse Standard ist (sein sollte), gerade bei Urlaubsfotos ist die nachträgliche Betrachtung ("Wo war das noch einmal genau ?") sehr schön. Unabhängig davon kostet die (permanente) Aktivierung doch einiges an Akkureserve, besser ist es u. U. GPS zu deaktivieren, wenn man genau weiss wo man war; in der Nachbearbeitung lassen sich die Daten stromsparend" nachbearbeiten"; im übrigen erscheint das GPS-Logging (also Aufzeichnen von GPS-Signalen, ohne die Kamera einzuschalten !) sehr interessant - hier werde ich im Urlaub noch Tests vornehmen, auch was den Akku-Verbrauch angeht
+/- das Display hat nun ein 4:3-Format, welches den meisten wohl zugute kommt, da Vorschaubilder etc. nun formatfüllend angeschaut werden können. Alle diejenigen (wie ich) die gerne 16:9 fotografieren haben nun das Nachsehen, da man die berühmten Balken oben und unten hat (mir ist dabei bewusst, dass der Sensor selbst ein 4:3-Format hat und entsprechende Fotos in 16:9 den Sensor nicht voll ausnutzen können !)
+/- die Größe des optischen Sensors beträgt 11 mm ( 1/2.3) und ist damit kameratypisch klein - daher sind die Lichtverhältnisse immens wichtig, um das Thema Bildrauschen in den Griff zu bekommen
+/- auf einen optischen Sucher wird verzichtet
- statt Batterietyp NB-5L ist nun der Typ NB-6L erforderlich; das ist ärgerlich, da ich die Akkus von meiner SX 230 HS nun nicht ebenfalls verwenden kann und somit weitere Ersatzakkus kaufen muss - das ist im Rahmen der Produktpflege bedauerlich
- aufpassen muss man nun leider, dass man beim beidhändigen Halten mit dem Zeigefinger der linken Hand nicht versehentlich ein Mikrofon abdeckt, das gefiel mir optisch bei der SX 230 HS besser (breitere Stereobasis auf der Vorderseite)
- weiterhin eine etwas fummelige, weiche (Gummi)klappe für Mini-USB und HDMI-Anschluss, bei der SX 230 HS war die Klappe aus hartem Kunststoff; der Deckel am Boden für die SD-Karte und den Akku ist grds. gut zu öffnen, hier ist alles beim Alten geblieben
- leider keine günstige Speicherkarte beigefügt, bei den heutigen geringen Preisen und zum Videotesten sollte eigentlich zumindest eine 4 GB-Karte im Gesamtpaket enthalten sein, also entstehen Zusatzkosten für alle, die keine Karte in "Reserve" haben, ebenso sollte eine Aufbewahrungstasche in den Gesamtkosten berücksichtigt werden, um das gute Stück vor Schäden und Schmutz zu schützen
Die auf CD mitgelieferte Software oder andere Programme können für Fotos und Videos eingesetzt werden, sofern andere Software diese noch nicht erledigt.
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