Vorab. In der Rezension von 'Melli' ist zu lesen, dass der Ein/Aus-Schalter so empfindlich ist, dass sich die Kamera in der Jackentasche immer wieder von alleine - gegen Widerstand - eingeschaltet hat, so dass sich das Objektiv am Ende gar nicht mehr einfahren lies.
Um herauszufinden, ob es sich bei ihrem/seinem Exemplar um ein Montagsmodell oder einen generellen Fertigungsfehler handelt, habe ich die Kamera während der letzten 3 Wochen einem besonderen Belastungstest unterzogen. Ich hatte sie tagsüber nicht nur immer dabei, sie befand sich zudem - außer für Aufnahmen - die ganze Zeit über zusammen mit meinem kleinen Samsung Handy und meinem Terminkalender
Moleskine 2011 12 Month Daily Planner: Black Hard Cover X-Small in der linken vorderen Hosentasche meiner Jeans.
Kein einziges Mal schaltete sie sich dabei von alleine ein. Da ich mich zudem noch nicht für eine Kameratasche entschieden habe, wurde die Kamera die ganze Zeit über nur von der einfachen Schaumstoff?-Hülle geschützt, in der sie sich bei Lieferung befand.
Nach diesem dreiwöchigen Test weißt die Kamera keinen einzigen Kratzer auf, und funktioniert noch genauso gut wie am ersten Tag.
(Ich habe 4 Bilder eingestellt, um die Aufnahmequalitäten der Kamera zu zeigen, und um meine Aussagen etwas zu verdeutlichen).
Da sie zudem - bei einigermaßen guten Lichtverhältnissen (hierauf gehe ich gleich noch etwas näher ein) - gute Fotos macht, und sehr handlich und klein ist, ist sie besonders für Leute zu empfehlen, die immer eine Kamera dabei haben müssen, und auf der Suche nach einer einfachen, kleinen und robusten Kamera sind.
Auch als Einsteigerkamera - insbesondere für Kinder - ist sie aus meiner Sicht zu empfehlen, da sie genug Programme und Einstellmöglichkeiten besitzt, mit denen sich ein Anfänger in die Welt der Photographie einarbeiten kann.
Da der Bildsensor der Canon meiner Meinung nach mit 14 Megapixeln völlig überfordert ist, habe ich alle Fotos mit 7 Megapixeln, die Ausdrucke bis DIN A3 erlauben, gemacht. Dies ist für meine Ansprüche mehr als nur ausreichend.
Je nach Lichtverhältnissen verwende ich mit der A2200 zwei verschiedene Einstellungen um Fotos zu machen:
- Entweder benutze ich den Automatik-Modus (AUTO). Hier lässt sich z.B. der Autofokus in einen sogenannten Verfolgungsmodus schalten, indem man zuerst die oberste Kipptaste drückt, um ihn ein zu schalten, und nach der Auswahl des Punktes auf den die Kamera fokussieren soll, die linke Kipptaste drückt. Wenn ich jetzt die Kamera bewege, bleibt sie immer auf den ein Mal ausgewählten Punkt fokusiert. Dies ermöglicht überraschend gute und vor allem schnelle Aufnahmen, und funktioniert unter Garantie noch einfacher, als ich es hier beschrieben habe.
- Bei allen Aufnahmen, die so nicht gelingen wollen, verwende ich den Programm-Modus (P). Dieser ermöglicht mehr Einstellmöglichkeiten. Mit der Spotmessung oder der mittenbetonten Integralmessung gelingen so besonders bei schwierigeren Lichtverhältnissen - z.B. bei indirekter Sonneneinstrahlung - noch Aufnahmen, die mit dem Automatik-Modus in dieser Qualität nicht möglich sind.
Sobald die Lichtverhältnisse zu dunkel werden - besonders Abends bei wenig Innenbeleuchtung - werden fast alle Bilder - trotz des für die Preisklasse sehr guten Blitzes - mehr oder weniger verrauscht oder unscharf.
Dies hatte ich allerdings bei dem Preis und den Ausstattungsmerkmalen dieser Kamera auch nicht anders erwartet.
Als Speicherkarte verwende ich die
Transcend 8GB Extreme-Speed SDHC Speicherkarte Class 10 (20MB/s), die ich an dieser Stelle auch empfehlen kann.
________________________________________
+ Die maximale Aufzeichnungsdauer für Filme in 720p ist mit 9:59 Minuten für meine Bedürfnisse mehr als ausreichend bemessen.
+ Die Filmaufnahmen sind - einigermaßen gute Lichtverhältnisse voraus gesetzt - überraschend gut.
++ Besonders beeindruckt bin ich von der Leistung der Batterie. Schon nach der ersten Aufladung hielt die Batterie 2 Tage, in denen ich fast 400 Bilder (rund 25% mit Blitz) aufnahm, durch. Nach der zweiten Aufladung hielt die Batterie ganze zwei Wochen, in denen ich knapp über 250 Bilder und 5 kurze (rund 30 Sekunden lange) 720p-Filme aufnahm, durch. Bei einem weiteren Leistungstest, bei dem ich nur Filme in 720p aufnahm, konnte ich die 8 GB Speicherkarte 2 Mal komplett vollschreiben, bevor die Batterie schlapp machte. Dies entsprach immerhin 8 Filmen mit jeweils 9:59 Minuten und 2 Filmen mit jeweils über 6:00 Minuten.
++ Der Akku lädt sich innerhalb von 60 bis 80 Minuten vollständig auf.
- Leider taugt die Batteriestatus-Anzeige nicht besonders viel. Sobald sie auf einen von 3 Balken abgefallen ist, sollte man sicherheitshalber spätestens am Abend die Batterie aufladen.
+ Um sich nur die aufgenommenen Bilder anzuschauen, braucht man nicht immer die Kamera komplett einzuschalten. Hierzu drückt man ganz einfach den Wiedergabeknopf. Dann bleibt das Objektiv im Gehäuse.
-- Besonders vermisst habe ich nur eine Blenden- und eine Zeitautomatik.
- Auch der nur 4-fach ausgelegte optische Zoom lässt mit der Zeit Wünsche offen.
________________________________________
Aufgrund des moderaten Preises und der überaus robusten Fertigung der Kamera erhält die Canon Powershot A2200 von mir 5 Sterne.
Wie immer gilt, sollten sich während der längeren Benutzung des Produktes irgendwelche Mängel ergeben, werde ich dies hier vermerken.